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Spendenaktion: So wurde Aus für den Norisring-Klassiker (vorerst) verhindert

Wie der Norisring-Veranstalter MCN trotz der Absage des DTM-Rennens im Vorjahr das Aus verhindern konnte und wieso die Gefahr nur kurzfristig gebannt ist

Spendenaktion: So wurde Aus für den Norisring-Klassiker (vorerst) verhindert

Vor einem Jahr schlug Norisring-Veranstalter MCN Alarm: Bei einer Absage des DTM-Klassikers wegen der Coronavirus-Krise drohe die Insolvenz und damit das Aus für das Traditionsrennen. Wie konnte nun also das Schlimmste verhindert und das Budgetloch gestopft werden?

"Wir haben es überlebt, weil wir eine große Spendenaktion ausgerufen haben", stellt Wolfgang Schlosser, Vorstandsvorsitzender des Motorsport Club Nürnberg, im Gespräch mit 'Motorsport.com' klar. "So haben wir 30.000 Euro zusammengebracht."

Wer dabei den Norisring unterstützt hat? "Wir haben uns dabei an Mitglieder, Freunde, Bekannte und Firmen gewandt, die über Jahre hinweg am Norisring tätig waren oder partizipiert haben", erklärt Schlosser - und verweist auf die Nürnberger Industrie, aber auch Autohändler und andere Betriebe.

"Dann gibt es auch keinen Norisring mehr"

"Wir haben sie gebeten, uns zu helfen - und ihnen gesagt: 'Ihr profitiert ja alle vom Norisring und könnt zur Veranstaltung Kunden einladen. Und wenn es den Motorsport Club Nürnberg nicht mehr gibt, dann gibt es auch keinen Norisring mehr. Helft uns mal bitte, zu überleben und spendet bitte etwas.'"

Mit Erfolg, wie das Ergebnis zeigt: "Es waren viele dabei, die 200 oder 500 Euro gespendet haben", sagt der MCN-Chef. "Und der eine oder andere Betrieb hat auch 1.000 Euro gespendet. Herzlichen Dank an alle - das hat uns sehr geholfen."

Ohne die Unterstützung hätte es für den MCN düster ausgesehen, stellt Schlosser klar, denn im Gegensatz zu permanenten Rennstrecken muss man das Material für den Aufbau das ganze Jahr lang lagern, was Kosten in Höhe von 140.000 Euro verursacht.

"Wir müssen ja Miete für unsere Geschäftsstelle zahlen, müssen die ganzen Gerätschaften, unsere Betonleitplanken, Reifen-Sixpacks, Zäune und so weiter lagern", erklärt Schlosser. "Und wir haben eine Festangestellte. Alle anderen machen das ehrenamtlich. Und so haben wir das überlebt - bis zum nächsten Rennen."

Bangen um Rennen 2021: Wurde Aus nur hinausgezögert?

Mit den Geldern aus der Spendenaktion konnte immerhin der Betrieb bis zu den für dieses Jahr geplanten DTM-Rennen am 3. und 4. Juli gewährleistet und der Verlust abgefedert werden. Aber was passiert, wenn das Rennen wegen der hartnäckigen Coronavirus-Krise erneut abgesagt werden muss?

"Wenn wir Corona in den Griff kriegen und unser Rennen vor Zuschauern stattfindet, dann geht es problemlos weiter", erklärt Schlosser die aktuelle Lage. "Sollten wir aber wie 2020 kein Rennen zusammenbringen, dann weiß ich nicht, wie wir den nächsten Winter oder die nächsten zwölf Monate überstehen sollen."

Immerhin gibt es aktuell keine Auflagen durch FIA oder DMSB, die Umbauarbeiten an der Strecke notwendig machen. "Da könnten wir aktuell keine großen Sprünge machen", weiß Schlosser. Ein Rennen vor leeren Rängen kommt 2021 im Gegensatz zum Vorjahr nicht infrage. Man muss also erneut auf ein Wunder hoffen.

Mit Bildmaterial von Hankook.

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Urheber Sven Haidinger