Strafenflut mit Folgen: Mapelli verliert ersten DTM-Sieg, Jubel bei Dörr-Team!
Mehr als vier Stunden nach Rennende stand der wahre Sieger fest: Eine FCY-Untersuchung wirbelte das DTM-Ergebnis auf dem Lausitzring durcheinander
Mapelli darf sich nach dem verlorenen Sieg dennoch über Platz zwei freuen
Foto: ADAC Motorsport
Lange mussten die Fans auf dem Lausitzring warten, doch über vier Stunden nach Ende des Samstagsrennen der DTM auf dem Lausitzring wurde McLaren-Pilot Ben Dörr nachträglich zum Sieger erklärt (neues Rennergebnis). Der McLaren-Youngster holt seinen ersten DTM-Triumph, weil der vermeintliche Sieger Marco Mapelli eine 15-Sekunden-Strafe erhielt, weil er unter Full-Course-Yellow zu schnell war.
Der Italiener fällt auf Platz zwei zurück, weil Ricardo Feller, der sich nach dem Rennen als Dritter über Platz drei im Manthey-Porsche gefreut hatte, aus demselben Grund eine 15-Sekunden-Strafe erhielt. Der Schweizer bleibt Dritter, denn Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim hatte bei der Zielflagge 20,703 Sekunden Rückstand auf Feller.
Zudem erhielten zwei weitere Piloten 15-Sekunden-Strafen wegen zu hoher Geschwindigkeit bei FCY: Der Dresdner Lokalmatador Maximilian Paul verliert seinen starken sechsten Platz und wird auf Platz 14 zurückgereiht, während die Strafe bei Maro Engel, der enttäuschter 15. wurde, keinen Positionsverlust zur Folge hat.
Freispruch für Kalender und Gounon
Aber wie kam es zur Bestrafung und wieso zog sich die Entscheidung so lange? Die Sportkommissare haben während des Rennens wegen der verdächtigen GPS-Daten bereits eine Untersuchung gegen Mapelli (1.), Feller (3.), Paul (6.), Jules Gounon (9.), Tom Kalender (13.), und Engel (15.) wegen einer Übertretung des Speedlimits von 80 km/h bei FCY eingeleitet.
Um Fehlentscheidungen wie zuletzt in der Formel 1 beim Monaco-Grand-Prix wegen des Speedlimits in der Box zu vermeiden, wurde zusätzlich zu den GPS-Daten noch die Daten aus dem Fahrzeug ausgelesen und übereinandergelegt. Zudem wurden die Teams zur Angelegenheit vernommen.
Die Untersuchung hat ergeben, dass nicht alle Piloten tatsächlich einen Regelverstoß begangen haben. Bei Kalender und Gounon entschieden die Sportkommissare auf "No Further Action", während neben den Piloten auf dem Podest auch Paul und Engel eine 15-Sekunden-Strafe erhielten.
Wieso die Sportkommissare keine Wahl hatten
Aber wie ist das zu erklären? Alle Piloten, gegen die eine Untersuchung eingeleitet wurde, waren zumindest kurzzeitig über den erlaubten 80 km/h, es gibt allerdings in der DTM Toleranzen. Das hat damit zu tun, dass es - je nach Position des Fahrzeugs auf der Rennstrecke - bei der Datenübertragung zu einer minimalen Verzögerung kommen kann, bis das Signal im Cockpit ankommt.
Außerdem sind die Piloten auch unter FCY in den Kurven teilweise langsamer unterwegs als mit 80 km/h, wodurch es bei der Beschleunigung passieren kann, dass ein Pilot kurzzeitig über die maximal erlaubte Geschwindigkeit gerät. Die bestraften Piloten bewegten sich zu lange über den erlaubten 80 km/h.
Laut Informationen von Motorsport-Total.com gab es für die Vergehen unterschiedliche Gründe. "Er hatte einen kurzen Peak drin und das war's", erklärt ein Abt-Sprecher. Ob es sich um einen technischen Grund oder einen Fehler des Fahrers handelte, wollte das Lamborghini-Team nicht aufklären.
Abt und Manthey: Was führte zu überhöhter Geschwindigkeit?
Wieso bei Manthey das Missgeschick passierte? "Wir waren beim Reinfahren in die FCY-Phase zu spät dran und daher noch zu schnell", teilt eine Manthey-Sprecherin mit.
Direkt nach dem Rennen war Mapelli und Feller nicht bewusst, dass während der Neutralisierung des Rennens, die durch den technischen Defekt bei Timo Glocks McLaren verursacht wurde, etwas nicht gepasst haben könnte.
"Ich weiß nicht, ich habe gehört, dass ein Sektor unter Gelb zu schnell war, aber ich bin nicht sicher", so Mapelli. Und Feller zeigte sich ebenfalls überrascht. "Ich kann es nicht sagen, um ehrlich zu sein. Ich dachte, das sei ziemlich sicher gewesen, aber ich weiß nicht mal, in welchem Bereich es war. Wir müssen schauen, was bei der Untersuchung rauskommt."
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