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Stressigste DTM-Saison: Sind Würfel bereits gefallen?

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Stressigste DTM-Saison: Sind Würfel bereits gefallen?
Autor:
Co-Autor: Sven Haidinger
25.07.2020, 09:05

Aufgrund der COVID-19-Pandemie bleibt den Teams eine geregelte Vorbereitung auf die DTM-Saison verwehrt - Deshalb muss das Set-up bereits beim Ausladen passen

Wie alle anderen Rennserien weltweit musste auch die DTM mit einem angepassten und deutlich kompakteren Rennkalender auf die COVID-19-Pandemie reagieren. Beginnend mit dem Saisonauftakt in Spa-Francorchamps am 1. und 2. August stellen neun Rennwochenenden in etwas mehr als drei Monaten Fahrer und Teams vor eine enorme Herausforderung.

Denn wenn das Set-up nicht von Anfang an passt, dann sieht es im Titelkampf schlecht aus. Da teilweise sogar drei Rennwochenenden hintereinander mit jeweils zwei Rennen stattfinden, kann man etwaige Fehler kaum ausbessern, wenn mal der Wurm drin ist.

"Wir wissen ja, dass zwischen den Rennwochenenden kaum Zeit sein wird", sagt Audis Vizemeister Nico Müller, der dieses Jahr Rene Rast vom Thron stoßen will, im Gespräch mit 'Motorsport.com'. Wir müssen wirklich vom ersten Training am Wochenende abliefern können. Wir brauchen also ein Start-Set-up, das über die Saison hinweg passt. Du hast dann nicht eine Woche lang Zeit zum Analysieren und dann überlegst du dir, was du fürs nächste Wochenende ins Auto schraubst."

Nico Müller: "Set-up muss im ersten Training passen"

Wichtig sei es dabei vor allem, dass die Basis gut und flexibel ist: "Du musst ein Basis-Set-up finden, dass auf allen Strecken jeglicher Charakteristik funktionieren kann. Von daher glaube ich, dass die Saison schon noch mal ein bisschen spezieller wird."

Laut Müller haben die Fahrer kaum Zeit, erst einmal den Rhythmus zu finden, weil so viele Rennen in kurzer Zeit gefahren werden. Um erfolgreich zu sein, müssen die DTM-Piloten von der ersten Sekunde an bei 100 Prozent sein. Eine weitere Herausforderung für die Fahrer sind die beiden Strecken, die in der DTM-Geschichte noch nicht so oft befahren wurden: Spa-Francorchamps und die lange Version des Nürburgrings

Nico Müller

Auch Nico Müller sieht in der DTM-Saison 2020 eine große Herausforderung

Foto: Audi

Müller sagt: "Da gibt es schon ein paar Beispiele, wo neue Herausforderungen auf uns zukommen. Man muss jetzt die Zeit nutzen, um sich vielleicht schon Gedanken darüber zu machen, weil man diese Zeit von Wochenende zu Wochenende vielleicht nicht hat."

Philipp Eng: Dürfen nicht "mit dem falschen Fuß aufstehen"

Auch Philipp Eng erwartet eine stressige DTM-Saison, in der jenes Team die Oberhand haben wird, das mit dem engen Zeitplan am besten zurechtkommt. "In der DTM darfst du nie auf dem falschen Fuß aufstehen, ganz egal, ob die Saison über zwei Jahre oder vier Monate geht", sagt Eng gegenüber 'Motorsport.com'. "Aber ich glaube, dass es wichtiger denn je ist, dass man seine Hausaufgaben gut macht und die Basics abhakt."

Philipp Eng

Philipp Eng weiß: Beim Saisonstart 2020 muss er bei 100 Prozent sein

Foto: BMW

Laut Eng ist es nicht wichtig, "das Rad neu zu erfinden", sondern sich auf die grundlegenden Aufgaben zu konzentrieren. Letztlich geht es darum, ein "gutes Paket" zu finden, das die Basis für die komplette DTM-Saison 2020 bilden muss. "Und das nicht nur auf dem Nürburgring funktioniert, obwohl das mit zwei Wochenenden ein bisschen wichtiger ist, sondern zum Beispiel auch in Assen", so Eng.

Doch nicht nur für die Fahrer, sondern vor allem die Teams sind diese Saison - aus logistischer Sicht - besonders gefordert, wie RMG-BMW-Teamchef Stefan Reinhold erklärt.

"Im neuen Kalender folgen die Rennen teilweise so kurz hintereinander, dass man schon jetzt darauf schauen muss, die Arbeit zwischen den Rennen so gering wie möglich zu halten", sagt Reinhold. Dafür ist optimale Vorbereitung das A und O, zu der neben dem Aufbau der Fahrzeuge auch tägliches Boxenstopp-Training in den eigenen Werkshallen zählt.

Nach dem Abschluss der offiziellen DTM-Testfahrten wurden die drei BMW M4, mit denen Marco Wittmann, Timo Glock und Lucas Auer an den anstehenden neun Rennwochenenden um Siege fahren sollen, innerhalb von drei Wochen noch einmal komplett neu aufgebaut. Jedes Teil wurde kontrolliert, um mit Blick auf die zu erwartende anstrengende Saison nichts dem Zufall zu überlassen.

Hohe Belastung für die Mitarbeiter

Reinhold hat bei aller Arbeit aber auch die Belastung für seine Mitarbeiter im Blick und sorgte dafür, dass sie die vergleichsweise lange Zeit zwischen dem Test und den ersten Rennen nutzen konnten, um Urlaub abzubauen und so ausgeruht wie möglich in eine Saison zu starten, die vor allem aufgrund ihrer Kompaktheit besonders herausfordernd werden wird.

Nach den Verzögerungen der vergangenen Monate erstreckt sich eine Saison, die normalerweise von April bis Oktober gedauert hätte, nun über gerade einmal 15 Wochen. Höhepunkt der Belastung sind sechs Rennen an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im September.

Um sicherzustellen, dass das Pensum trotzdem zu bewältigen ist, haben die Verantwortlichen der DTM in Abstimmung mit den Herstellern die Austragungsorte so gewählt, dass sie in der Regel relativ dicht beieinander liegen.

Kurze Anreisen sehr wichtig

"Kurze Wege zu den Rennstrecken sind essentiell. Wenn man noch weite Anfahrtswege hätte, wäre der Rennkalender in der Form logistisch gar nicht umsetzbar", sagt Reinhold und nennt ein Beispiel: "Nach Monza sind die Trucks rund zwei Tage unterwegs. So sind es nach Spa, Zolder oder an den Nürburgring höchstens Halbtages-Reisen. Das macht für uns operativ einen großen Unterschied, denn Reisezeit für Material und Personal ist immer Zeit, die einem fehlt, um am Fahrzeug zu arbeiten."

Neben der möglichst kurzen Entfernung zwischen den Rennstrecken trägt auch die Tatsache, dass am Lausitzring, am Nürburgring und in Zolder zwei Rennwochenenden unmittelbar hintereinander ausgetragen werden, zur Entlastung der Teams bei.

"Rennen auf der gleichen Rennstrecke helfen uns natürlich sehr, weil wir dann vor Ort bleiben und direkt an den Fahrzeugen weiterarbeiten können. So sparen wir uns die Zeit für Auf- und Abbau sowie den Transfer", sagt Reinhold.

Auf- und Abbau verschlingt viel Zeit

Insbesondere der Aufwand für Auf- und Abbau ist dabei nicht zu unterschätzen. RMG-BMW reist mit vier Trucks zu jedem Rennen, in denen sich insgesamt rund 30 Tonnen Equipment befinden. Dazu zählen neben den drei BMW M4 zahlreiche Ersatzteile, Werkzeuge, Felgen, Aufbauten für den Kommandostand sowie Arbeitsplätze für die Ingenieure.

Es dauert in der Regel allein rund zwei Tage, um alle Trucks für ein Rennwochenende in der Firma zu beladen, zur Strecke zu fahren und sie dort wieder auszuladen. Das Beziehen der Boxengaragen an der Strecke nimmt dann noch einmal sechs bis acht Stunden in Anspruch.

In den Tagen zwischen den Double-Headern können die Teams direkt vor Ort die nach jedem Rennwochenende obligatorische Revision durchführen. Dabei werden die BMW M4 zerlegt, um alle Teile auf Verschleiß und mögliche Schäden zu kontrollieren.

Die Zeit dafür ist zwar dennoch kürzer als in einer normalen Saison mit mindestens einem Wochenende Pause zwischen den Rennen, aber für die routinemäßigen Checks reicht sie aus, sofern am vorangegangenen Rennwochenende alles nach Plan verlaufen ist.

Keine Angst vor der Herausforderung

Reinhold hat aber auch mögliche zusätzliche Herausforderungen im Blick: "Keine großen Schäden zu haben, wird in dieser Saison besonders wichtig sein, denn wenn man mechanische Teile oder viele Karosserieteile auswechseln muss, kann es zeitlich schon einmal eng werden."

In jedem Fall wird es für RMG-BMW wie für alle anderen DTM-Einsatzteams eine intensive Zeit werden. Dieser stellt sich Reinhold aber voller Entschlossenheit und Zuversicht. "Natürlich wird die kompakte Saison anstrengend für das gesamte Team. Aber die aktuelle Situation lässt es nun einmal nicht anders zu", sagt Reinhold. "Trotz der ungewöhnlichen Umstände sind wir gut vorbereitet. Hauptsache, wir können überhaupt wieder Rennen fahren, denn dafür betreiben wir schließlich Motorsport."

Dieter Gass: Müssen Kosten sparen

Doch nicht nur für die Teams, sondern auch für die Werksabteilungen wird die kommende DTM-Saison ein wahrer Kraftakt, wie Audi-Sportchef Dieter Gass gegenüber 'Motorspor.com' klarstellt: "Das wird ziemlich extrem für alle Beteiligten. Und zwar nicht nur wegen des Triple-Headers, denn der ganze Kalender ist extrem dicht. Das bringt eine hohe Anspannung, aber nicht nur für die Teams, sondern auch für die Leute zuhause in der Fabrik."

Ein wichtiger Aspekt wird auch sein, das Arbeitsvolumen so gering wie möglich zu halten, damit die Mitarbeiter ihren Aufgaben auch wirklich nachkommen können. Natürlich geht es dabei auch darum, die Kosten gering zu halten. Um diese Ziele zu erreichen, hat Gass bereits eine Strategie entwickelt.

"Wir versuchen, so viele Teile wie möglich zu recyceln, in Umlauf zu halten und wieder an die Rennstrecke zu bringen, um die Kosten im Rahmen zu halten", sagt der Audi-Strippenzieher. "Auch da wird sich der Anspruch erhöhen, weil gar nicht mehr die Zeit da ist, um das zu machen."

Mit Bildmaterial von BMW.

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Rennserie DTM
Urheber André Wiegold