Thiim hofft auf DTM-Spezialreifen: Spielt der Fahrer 2026 eine größere Rolle?
Der exklusive DTM-Reifen, der dieses Jahr eingeführt wird, sorgt für Diskussionen: Nicki Thiim hofft auf einen starken Abbau und findet, dass die Piloten verwöhnt sind
Wird der neue exklusive DTM-Reifen 2026 für die Fahrer zur Herausforderung?
Foto: Alexander Trienitz
Die größte Änderung im DTM-Reglement für die Saison 2026 wird der neue exklusive DTM-Reifen von Pirelli sein. Die Italiener feilten bis zuletzt am finalen Pneu, der schnellere Rundenzeiten und mehr Abbau bieten soll. Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim erhofft sich, dass dadurch der Fahrer mehr im Mittelpunkt steht.
"Dieses Jahr wird es besonders spannend, denn Pirelli und der ADAC arbeiten an einem Sprint-Reifen", sagt Thiim. "Ich erhoffe mir wirklich, dass dadurch die Qualität der Fahrer besser zur Geltung kommt und man wirklich nachdenken muss, wie man die Reifen im Rennen in dieser einen Stunde managt."
Bei den ersten DTM-Reifentests Ende 2025 in Le Castellet, bei denen der Däne im Aston Martin des Comtoyou-Teams saß, brachte Pirelli tatsächlich Reifen, die einen massiven Abbau aufwiesen. Entsprechend groß war der Aufschrei bei vielen, zumal auch das Graining enorm war.
Thiim über Diskussionen: Sind moderne Rennfahrer verwöhnt?
"Der Test hat natürlich viele unterschiedliche Kommentare hervorgerufen", blickt Thiim zurück. "Das Problem mit modernen Rennfahrern ist, dass wir uns zu sehr daran gewöhnt haben, dass alles einfach funktioniert."
Was er damit meint? "Wir stellen gar nicht mehr in Frage, dass ein Rennwagen 24 Stunden durchhält", sagt der 36-jährige GT-Routinier. "Es ist nicht mehr wie früher, als man sich um das Getriebe und um alles kümmern musste."
Auch bei den Reifen sei man inzwischen an diesem Punkt angelangt: "Man fährt beim 24-Stunden-Rennen von Spa einfach raus und gibt ein, zwei Stunden lang Vollgas. Die Reifen halten das aus."
"Würde mir wünschen, dass es fast so ist wie in der Formel 1"
Das muss laut Thiim jedoch nicht sein: Der Comtoyou-Pilot hätte gerne einen Reifen für die DTM, der die Piloten herausfordert. "Ich würde mir wirklich wünschen, dass es fast so ist wie in der Formel 1, wo man Reifen hat, die stark nachlassen", stellt er klar.
"Als Fahrer sehe ich das natürlich als großen Vorteil, denn dann kann man hoffentlich mit Erfahrung einen größeren Unterschied machen. Aus Sicht der Serie geht es glaube ich einfach darum, es auf der Strecke noch interessanter zu machen. Denn wir alle wissen, wie schwierig es ist, mit einem GT3-Auto zu überholen", spielt er auf die Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle an.
"Wenn man einen Reifen einsetzt, der wirklich stark nachlässt, bekommt man wahrscheinlich sogar noch interessantere Rennen", erhofft er sich.
Für welchen Reifen sich Pirelli entschieden hat
Doch nach dem Pirelli-Test in Vallelunga Anfang März, an dem der in Dubai lebende Thiim wegen des Iran-Kriegs nicht teilnehmen konnte, hat sich der italienische Reifenhersteller für die "Option 4" entschieden, bei der es sich um die konservativste der vier getesteten Reifenvarianten handelt.
Das darf nicht verwundern, denn Pirelli stand durch die späte Entscheidung so kurz vor dem Saisonstart unter großem Druck und wollte offenbar kein Risiko eingehen, dass es 2026 zu Reifenschäden kommt.
Der Pneu verfügt über die gleiche Reifenmischung wie der bisher genutzte Pirelli P Zero DHG, allerdings über eine andere Konstruktion. Man darf nun gespannt sein, wie sich der Wechsel auswirkt.
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