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Thiim über die harten Lamborghini-Jahre: "Mein Kopf explodiert immer noch"

Schlaflose Nächte, ein Auto, das sich "speziell" anfühlte - und das Duell mit dem stärksten Huracan-Piloten: Jetzt spricht Nicki Thiim offen über die schwierige Zeit

Thiim über die harten Lamborghini-Jahre: "Mein Kopf explodiert immer noch"

Klare Aussagen: Nicki Thiim gibt Einblicke, wie schwierig es für ihn im Lamborghini war

Foto: Alexander Trienitz

Ein Sieg und ein Podestplatz waren die magere Ausbeute von Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim in 36 DTM-Rennen mit dem Lamborghini. Aber warum kam der 36-jährige Däne, der dank einer Aston-Martin-Freigabe 2022, 2024 und 2025 für eine andere Marke fahren durfte und 2026 endlich im Vantage GT3 Evo sitzt, mit dem Lamborghini Huracan GT3 nicht zurecht?

"Mein Kopf explodiert deswegen immer noch, denn als Rennfahrer will man immer erfolgreich sein", stellt Thiim klar. "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele schlaflose Nächte ich wegen dieses Autos hatte." Hinzu kam: Niemand geringerer als Lamborghini-Ass Mirko Bortolotti war 2024 bei SSR und 2025 bei Abt sein Teamkollege.

"Mit Mirko habe ich mich mit dem wahrscheinlich besten Mann in diesem Auto gemessen und habe viel von ihm gelernt. Aber ich wusste von Anfang an, dass ich wahrscheinlich im Hintertreffen sein würde", erklärt Thiim. "Politisch vor allem im ersten Jahr, aber das ist eine andere Geschichte. Das Auto fuhr sich einfach sehr speziell."

"Speziell im Qualifying habe ich mich nicht zu Hause gefühlt"

Thiims erster DTM-Anlauf mit dem Lamborghini dauerte nicht lange, denn schon nach zwei enttäuschenden Wochenenden kam es 2022 mit dem T3-Motorsport-Team zum Bruch, das danach Insolvenz anmeldete. Damals gab es Gerüchte, wonach der von Lamborghini gelieferte Huracan in einem schlechten Zustand war - außerdem soll das Team mit der Motorleistung unzufrieden gewesen sein, hörte man damals im Fahrerlager.

Aber auch danach lief es für Thiim mit dem Huracan nicht reibungslos: 2024 wurde er im SSR-Lamborghini 13. in der Gesamtwertung und holte seinen einzigen DTM-Sieg auf dem Norisring, während Bortolotti Meister wurde. 2025 holte er gar nur Platz 18, aber mit Platz drei in Zandvoort immerhin das beste Abt-Ergebnis der Saison.

"Wir haben wirklich alles probiert, aber speziell im Qualifying, in dem man eins mit dem Auto sein muss, habe ich mich nicht zu Hause gefühlt", spielt er auf die in der DTM so wichtige Zeitenjagd an. "Man muss wie die anderen Jungs jedes Wochenende in diesem Auto sitzen, um diese ein, zwei, drei Zehntel herauszuholen, die es speziell in der DTM ausmachen."

Thiim über Umstellung: "Wenn du denken musst, bist du zu langsam"

Das ergibt Sinn, denn während Thiim in der DTM mit dem Mittelmotor-Lamborghini klarkommen musste, saß er bei allen anderen Rennen im Aston Martin Vantage GT3, der über ein Frontmittelmotor-Konzept verfügt. Abgesehen davon fehlt es dem 5,2-Liter-V10-Saugmotor des Huracan an Drehmoment, was es nicht einfacher macht.

Nicki Thiim

Nicki Thiim und der Lamborghini waren speziell im Qualifying keine Einheit

Foto: ADAC Motorsport

"Wenn es nicht vom Instinkt kommt und du im Rennauto denken musst, dann bist du bereits zu langsam", stellt Thiim fest. "Das war definitiv mein Problem mit dem 'Lambo'. Ich musste dort Energie investieren, wo ich es nicht wollte."

Dabei sei er eigentlich kein Fahrer, der Schwierigkeiten habe, sich auf unterschiedliche Autos einzustellen. "Ich habe Autos mit Vorderrad- und mit Allrad-Antrieb gefahren - vom Cup-Auto bis zur Class 1. Normalerweise habe ich kein großes Problem, mich umzustellen, aber in der DTM geht es ins Detail", spielt er auf das Ein-Fahrer-pro-Auto-Konzept der Serie an, die keine Kompromisse erlaubt.

Thiims Enttäuschung bei Abt: "Horrorsaison für uns alle"

Dennoch ist Thiim SSR-Boss Stefan Schlund und dem Abt-Team dankbar für die Einsätze, zumal beide Teams auch auf Werksfahrer hätten setzen können. Speziell bei Abt sei klar gewesen, "dass ich so eine Chance ergreife, wenn sie sich bietet", sagt Thiim, auch wenn die Truppe ausgerechnet 2025 die schwächste Saison ihrer DTM-Geschichte hinnehmen musste.

"Es war eine Horrorsaison für uns alle. Aber dennoch habe ich viel Liebe und Respekt für das, was wir letztes Jahr versucht haben, auch wenn es schwierig war", sagt Thiim.

2026 endlich mit gleichen Waffen? "Auto passt wie Handschuh"

Jetzt soll aber alles anders werden. "Im Aston fühle ich mich wirklich wie zuhause", erklärt Thiim, der seit zehn Jahren für die britische Marke fährt. "Das Auto hat sich in Langstreckenrennen bewährt, man steigt ein und es passt wie ein Handschuh. Da fühle ich mich wohl - wie die anderen Fahrer im Feld."

Daher sei 2026 für ihn "das erste Jahr, in dem wirklich alle die gleiche Ausgangslage haben" und "in dem ich mich beim Fahren auf meinen Instinkt verlassen kann."

Die schwierige Erfahrung der vergangenen Jahre will Thiim aber nicht missen. "Am Ende hat mich das nur stärker gemacht", sagt der Mann, der im GT-Sport fast alles gewonnen hat und jetzt auch seinen Traum vom DTM-Titel verwirklichen will. "Jetzt freue ich mich einfach darauf, endlich loszulegen. Es gibt jetzt absolut keine Ausreden mehr, etwas Falsches zu tun."

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