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Trotz Hersteller-Widerstand: DTM genehmigt Lamborghini-Sonderlösung

Lamborghini darf in Zandvoort mit einer Sonderlösung beim Heckflügel fahren: Das sorgt bei den DTM-Herstellern für heftigen Widerstand - so sieht die neue BoP aus

Trotz Hersteller-Widerstand: DTM genehmigt Lamborghini-Sonderlösung

Der Lamborghini soll über eine Heckflügel-Änderung flott gemacht werden

Foto: ADAC Motorsport

Der Kampf, den Lamborghini Temerario GT3 nach dem Debakel in Spielberg an das DTM-Feld heranzuführen, geht beim zweiten Wochenende in Zandvoort (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) weiter: Denn die italienische Marke hat sich im Vorfeld darum bemüht, in den Niederlanden eine andere Heckflügeleinstellung fahren zu dürfen, um mehr Abtrieb zu generieren.

Dazu muss die Befestigung des Heckflügels geringfügig geändert werden. Die Angelegenheit wurde im GT-Komitee der DTM mit den Herstellern diskutiert, weil sich die steilere Flügeleinstellung nicht im Rahmen der FIA-GT3-Homologation des Boliden bewegt, aber über den Umweg der DTM-Zusatzhomologation genehmigt werden kann.

Diese wurde ursprünglich vor einem Jahr eingeführt, um Grauzonen in der FIA-Homologation zu schließen. In der Debatte gab es heftigen Gegenwind durch die in der DTM vertretenen Hersteller: Wie man hört, hat sich vor allem Ferrari massiv gewehrt, aber auch bei BMW, Mercedes-AMG und McLaren dürfte man die Angelegenheit kritisch sehen. Andere Hersteller haben sich der Diskussion enthalten.

Wie die Änderung trotz Widerstands durchgesetzt wurde

Da das GT-Komitee der DTM, das aus Michael Rebhan als DTM-Leiter des Sport- und Eventbereichs, dem Technischen Koordinator Robert Maas und Serienmanager Michael Cap besteht, mit einfacher Mehrheit entscheidet, wurde die Änderung dennoch genehmigt.

Aus diesem Grund wurde am Donnerstagabend vor dem Zandvoort-Wochenende eine Änderung der ursprünglich am vergangenen Freitag veröffentlichten Balance of Performance (BoP) verschickt. Sie gesteht dem Lamborghini nicht nur einen um drei Grad steileren Heckflügel zu, sondern auch um 0,02 bar mehr Ladedruck im hohen Drehzahlbereich.

Das ist darauf zurückzuführen, dass das Auto nun durch den steileren Heckflügel auf den Geraden langsamer ist. Beim Ladedruck bewegte man sich bereits bei der ursprünglichen BoP außerhalb des von der FIA bei der Homologation vorgesehenen Fensters, der zusätzliche "Boost" ist aber technisch möglich und wird deshalb umgesetzt.

Ladedruck bewegt sich außerhalb der FIA-Homologation

"Der höhere Ladedruck sollte uns helfen, außerdem haben wir ein paar Schritte gemacht", sagt Teamchef Gottfried Grasser, der Positionen im Mittelfeld ins Visier nimmt. "Auch die hohen Temperaturen sollten sich positiv auswirken, um den Reifen besser ins Fenster zu bringen."

Generell hat der Lamborghini im hohen Drehzahlbereich um bis zu 0,1 bar mehr Ladedruck als in Spielberg, als man sich bereits am oberen Ende des FIA-Fensters befunden hatte. (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Die Einstufung für Zandvoort ist aber ohnehin kaum mit Spielberg zu vergleichen, da die Streckencharakteristik in den Niederlanden mit den vielen mittelschnellen Kurven und dem deutlichen Höhenunterschied - Spielberg liegt auf fast 700 Metern, Zandvoort am Meer - völlig anders ist.

Warum die Zandvoort-BoP nicht mit Spielberg vergleichbar ist

Aus diesem Grund nutzte die für die Einstufung zuständige SRO Motorsports Group den zweiten DTM-Test in Vallelunga Ende März als BoP-Absprungbasis, denn auch die Vorjahresdaten aus Zandvoort sind wegen des neuen DTM-Spezialreifens und der zahlreichen Änderungen an den Fahrzeugen kaum noch nutzbar.

Das erklärt auch die zahlreichen Änderungen im Vergleich zu Spielberg. Auffällig ist, dass der McLaren nicht nur im Vergleich zu Spielberg mit deutlich weniger Ladedruck auskommen muss, sondern auch im Vergleich zu Zandvoort 2025. Im niedrigen bis mittleren Drehzahlbereich von 5.500 Touren handelt es sich um 0,06 bar, wodurch die Einstufung eher mit den in SRO-Serien üblichen Werten vergleichbar ist.

Zandvoort sollte dem McLaren 720S GT3 Evo grundsätzlich liegen, da der Nachteil, dass das Fahrzeug die Reifen generell nur schwierig auf Temperatur bringt, durch den rauen Asphalt ausgeglichen wird.

Der gute Wetterbericht und die hohen Temperaturen sollte sich diesbezüglich ebenfalls positiv auswirken. Dazu kommt, dass der McLaren hohe Randsteine nicht mag, die es in Zandvoort nicht gibt. Man darf gespannt sein, ob der McLaren also trotz ungünstiger Einstufung vorne mitfährt.

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