Überraschung beim Reifentest: Ist 2026 doch ein Audi in der DTM am Start?
Der Auftritt von Audi und dem R8 LMS beim DTM-Reifentest sorgt für Verwunderung: Was dahintersteckt und wieso die Hoffnung auf ein erneutes DTM-Comeback lebt
Dieser Audi R8 LMS GT3 Evo II tauchte beim DTM-Reifentest in Vallelunga auf
Foto: Seyffarth Seyffarth
Der Hersteller-Test für die Entwicklung des exklusiven DTM-Reifens am 2. und 3. März in Vallelunga sorgte für hochgezogene Augenbrauen: Was macht denn der Audi R8 LMS GT3 Evo II auf der Strecke? Denn nach dem Markenwechsel des Land-Teams zu Porsche war dieses Jahr mit den Ingolstädtern im DTM-Starterfeld eigentlich nicht zu rechnen. Oder gibt es nun doch wie 2025 eine Überraschung?
Nicht nur das Fahrzeug, sondern auch Audi selbst war in Italien an beiden Testtagen vor Ort - kurzfristig, wie man hört. "Auf Anfrage von HGL Racing haben wir einen Ingenieur im Rahmen unseres regulären extended Customer Supports zur technischen Unterstützung für den Test bereitgestellt", erklärt Dirk Spohr, der bei Audi als Projektleiter im Kundensportbereich fungiert.
"Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist kein Kunde mit einem Audi R8 LMS Evo II für die DTM-Saison 2026 eingeschrieben", ergänzt er. Dennoch muss es einen Grund für den unerwarteten Einsatz geben, denn eigentlich waren nur aktive DTM-Hersteller für den Test vorgesehen. Und wer ist eigentlich HGL Racing?
Was macht ein Audi beim DTM-Reifentest?
Hinter der Nennung HGL Racing eines polnischen Investors verbirgt sich die Seyffarth-Mannschaft aus der Nähe von Leipzig, die gemeinsam mit dem 25-jährigen Polen Robin Rogalski und einem noch nicht bestätigten Piloten 2026 im ADAC GT Masters an den Start gehen wird. "Unser GT3-Projekt ist nicht nur auf dieses Jahr, sondern längerfristig ausgelegt", stellt Teamchef Tobias Seyffarth klar.
Für den Einsatz hat das Team im Januar den Audi R8 LMS GT3 von Verstappen Racing gekauft, der beim Vallelunga-Test vom 38-jährigen Ex-Abt-Piloten Christer Jöns gesteuert wurde. Aber wieso testet das Team ausgerechnet für die Entwicklung des neuen DTM-Reifens?

Im Dezember 2025 war der Audi in Estoril noch im Verstappen-Einsatz
Foto: Getty Images
"Das hat ein bisschen mit Audi und dem ADAC zu tun, denn momentan gibt es keinen anderen Audi im ADAC-Fahrerlager", erklärt Teamchef Tobias Seyffarth. Er kündigt außerdem an, dass sein Team auch beim nächsten Pirelli-Test Ende März dabei sein wird, wenn die Teams erstmals mit dem neuen DTM-Spezialreifen ausgestattet werden.
Seyffarth dementiert nicht: "Lassen uns Hintertür offen"
Aber könnte es sein, dass die Truppe neben der bereits bestätigten ADAC-GT-Masters-Saison in der DTM 2026 Gaststarts mit dem Audi absolviert? "Wir lassen uns diese Hintertür offen", schließt Seyffarth dieses Szenario in der Saison 2026 nicht aus.
Der 49-Jährige ist in der DTM kein Unbekannter: Seyffarth, der aus der Region Leipzig stammt, war in den vergangenen zwei Jahren beim Lamborghini-Team von Maximilian Paul in der DTM tätig, das dieses Jahr in der DTM nicht mehr am Start ist. Zudem agierte er auch als Chefmechaniker beim ADAC-GT-Masters-Boliden des Rennstalls aus Dresden.
Zudem hat Seyffarth Motorsport eine Audi-Vergangenheit in der DTM: 2019 war man beim Audi-Sport-Seyffarth-R8-LMS-Cup im Rahmenprogramm der DTM für den Einsatz der Boliden zuständig. Champion wurde ausgerechnet Rogalski, der als Belohnung einen Test in Jerez im damaligen Meister-Audi von Rene Rast erhielt, und auch 2021 den Cup-Titel holte.
Wer Cockpit-Kandidat ist und welche Rennen infrage kommen
Rogalski ist mit der Seyffarth-Truppe seit dem Start im Renault-Clio-Cup vor rund zehn Jahren eng verbunden, sitzt dieses Jahr im ADAC GT Masters im Audi und wäre auch ein möglicher Kandidat für einen DTM-Gaststart. Sollte es tatsächlich dazu kommen, würden sich dafür drei Wochenenden anbieten: Oschersleben (24. - 26. Juli), Nürburgring (14. - 16. August) und der Sachsenring (11. - 13. September).
Denn abgesehen vom Norisring, der für einen Gaststart eine besondere Herausforderung wäre und dadurch als unrealistisch gilt, tritt das Team an allen anderen DTM-Wochenenden mit dem Audi im ADAC GT Masters an. Abgesehen davon hätte das Team bis Ende Juli noch genug Zeit für die Vorbereitung.
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