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Verwirrung um Sieben-Tage-Frist: Hätte Grasser am Freitag berufen müssen?

Das Grasser-Team hat trotz Frist bis Freitag keine FIA-Berufung gegen die bestätigte Disqualifikation eingelegt: Wie die FIA-Regeln aussehen und wie es jetzt weitergeht

Sven Haidinger

Bearbeitet: 03.10.2026, 12:10

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Verwirrung um Sieben-Tage-Frist: Hätte Grasser am Freitag berufen müssen?

Das Grasser-Team will in der Radlager-Affäre bei der FIA um sein Recht kämpfen

Foto: ADAC Motorsport

Vor einer Woche scheiterte das Grasser-Team beim Berufungsgericht des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) daran, die Disqualifikation von Mirko Bortolotti nach dem Oschersleben-Sieg in der Radlager-Affäre abzuwenden. Aber hätte das Lamborghini-Team nicht eigentlich spätestens sieben Tage danach - also am Freitag gegen 17 Uhr - die angekündigte Berufung gegen das Urteil einreichen müssen, wenn das Team bei der FIA in die letzte Instanz gehen will?

Genau das sorgt nun für Verwirrung, denn es ist unklar, ob der Stichtag das mündliche Urteil oder das bislang unveröffentlichte schriftliche Urteil ist. In den rechtlichen Grundlagen der FIA für das Jahr 2026 heißt es im Fall von Berufungen gegen Entscheidungen eines nationalen Sportgerichts: "Die Berufung muss innerhalb von sieben Tagen nach der Mitteilung der Entscheidung des nationalen Sportgerichts angezeigt werden."

Für "Mitteilung" wird das englische Wort "notification" genutzt, das auch als "Bekanntgabe" oder "Benachrichtigung" übersetzt werden kann. Eine "Bekanntgabe" könnte auch der mündliche Urteilsspruch sein, eine "Benachrichtigung" wäre eher als schriftliche Mitteilung zu verstehen.

Grasser: "Müssen das Urteil erst abwarten"

Das Grasser-Team, das vom motorsporterfahrenen Anwalt Thomas Fleischer vertreten wird, geht offenbar davon aus, dass das schriftliche Urteil gemeint ist. "Wir müssen das Urteil erst abwarten", sagt Gottfried Grasser auf Nachfrage von Motorsport-Total.com. "Bis sieben Tage nach Urteilsempfang kann man einen Einspruch einlegen."

Wenn sich das Grasser-Team diesbezüglich irrt, hätte man die Frist bereits verpasst. Doch das ist unwahrscheinlich, denn in den Rechtsgrundlagen der FIA für das Jahr 2026 steht auch: "Die Frist für die Einlegung einer Berufung gegen eine Entscheidung beginnt erst zu laufen, wenn die Entscheidung vollständig mitgeteilt wurde, einschließlich ihrer Begründung und ihres Tenors."

Warum schriftliches Urteil vermutlich nicht vor dem Finale kommt

Mit der Zustellung des Urteils per Post ist nicht vor dem Saisonfinale in Hockenheim (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) zu rechnen, das in einer Woche über die Bühne geht. "Es ist nicht unüblich, dass das 14 Tage dauert", sagt ein Sprecher des DMSB auf Nachfrage von Motorsport-Total.com. "Bei ordentlichen Gerichten dauert das noch viel länger", ergänzt er.

14 Tage nach dem Urteil wäre der 9. Oktober - also der Samstag des Saisonfinales in Hockenheim. Danach hätte das Grasser-Team noch sieben Tage Zeit. Sollte es tatsächlich so weit kommen, müsste sich Grasser erst nach dem Titel-Showdown entscheiden, ob es beim Automobil-Weltverband noch einmal gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

Das könnte sich rein theoretisch auch darauf auswirken, ob Grasser wirklich wie angekündigt diesen Weg beschreitet: Denn wenn die Verhandlung Auswirkungen darauf hat, ob die DTM nach dem Finale einen Meister hat oder die Entscheidung nur unter Vorbehalt zu werten ist, könnte der Österreicher theoretisch im Sinne des Sports verzichten.

Weitere Hängepartie droht

Dass es zu so einer unbefriedigenden Situation kommt, ist äußerst unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen: Thomas Preining führt in der Gesamtwertung bei noch 56 zu holenden Punkten 23 Zähler vor Maro Engel und 24 vor Marco Wittmann. Ohne die Disqualifikation hätte Wittmann 23 und Engel 24 Punkte Rückstand.

Die Entscheidung im Titelkampf müsste also sehr knapp ausfallen, damit dieses Worst-Case-Szenario eintritt. Dann würde - wenn Grasser das DMSB-Urteil tatsächlich anfechtet - eine echte Hängepartie drohen, denn bis es zu einer Verhandlung bei der FIA kommt, könnte Wochen und sogar Monate vergehen.

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