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Porträt

Vom F3-Podium zum DTM-Leader: Das Lausitzring-Märchen von Matteo Cairoli

Vor 13 Jahren gelang Matteo Cairoli auf dem Lausitzring der Durchbruch, jetzt ist er sensationell DTM-Leader: Wie damals beim Spätstarter der DTM-Traum entstand

DTM-Tabellenführer Cairoli: Vor 13 Jahren begann alles am Lausitzring

Erster Erfolg: Vor 13 Jahren erlebte Cairoli auf dem Lausitzring seinen Durchbruch

Foto: Alexander Trienitz

Der Italiener Matteo Cairoli, vor dem seine Ex-Mercedes-AMG-Kollegen Lucas Auer und Maro Engel bereits im Winter warnten, ist in der DTM der Mann der Stunde: Nach seinem heldenhaften Lausitzring-Triumph am Sonntag hat der 30-jährige Rookie nach sechs DTM-Rennen bereits zwei Siege auf dem Konto. Und er hat nun auch die DTM-Führung übernommen - vor Auer und Engel.

Was aber nur wenige wissen: Vor 13 Jahren gelang dem Emil-Frey-Ferrari-Piloten ausgerechnet auf dem Lausitzring der Durchbruch im Motorsport - und damals entstand auch der Traum, irgendwann DTM zu fahren. "Das war mein erstes Podium im ATS-Formel-3-Cup", erinnert er sich an den dritten Platz im Rahmenprogramm der DTM, den er am 31. August 2013 einfuhr.

"Das ist lange her - und ich war noch neu im Motorsport, denn meine Lizenz erhielt ich erst 2012. 2013 war also mein erstes echtes Jahr im Rennsport, und ich war hier neben der DTM. Nach so vielen Jahren hier einen Sieg zu holen, schmeckt besonders süß", sagt der Mann vom Comer See.

Cairoli ein absoluter Motorsport-Spätstarter

Cairoli ist ein absoluter Spätstarter im Motorsport, denn er begann erst Ende 2012 damit, Rennen zu fahren - ohne vorher Kart gefahren zu sein. "Obwohl Italien eine große Motorsportkultur besitzt, kommt in meiner Familie niemand aus dem Rennsport. Ich bin der Erste", gibt er Einblicke.

"Ich habe als 16-Jähriger relativ spät mit dem Motorsport begonnen. Meine ersten Erfahrungen habe ich an der PlayStation gesammelt. Echte Rennsimulationen, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch gar nicht."

Nach ersten Tests im Formel-Renault-Boliden entschied er sich 2013 für den in Deutschland ausgetragenen ATS-Formel-3-Cup, dessen Rennen teilweise im Rahmenprogramm der DTM ausgetragen wurden.

F3-Cup im DTM-Rahmenprogramm: "Eines Tages will ich dort fahren"

Cairoli fuhr damals für das italienische ADM-Team - und benötigte 20 Anläufe für seinen ersten Podestplatz, den er im zweiten Lauf auf dem Lausitzring hinter dem heutigen McLaren-Werksfahrer Marvin Kirchhöfer und dem Russen Artjom Markelow einfuhr. Das Rennen wurde damals von einem spektakulären Überschlag des Briten Emil Bernstorff überschattet, der unverletzt blieb.

Matteo Cairoli

Erste Saison im Motorsport: Cairoli 2013 im Formel-3-Boliden auf dem Lausitzring

Foto: Alexander Trienitz

Besonders beeindruckt war Cairoli damals allerdings von der Hersteller-DTM, die 2013 durch den Einstieg von BMW mit drei Herstellern einen Höhepunkt erlebte. "2013 habe ich die DTM zum ersten Mal von der Tribüne aus gesehen und mir gesagt: Eines Tages möchte ich dort fahren", stellt Cairoli klar.

Erster Porsche Erfolg im Team von Antonelli

Vor allem die Hersteller-Prototypen hatten es ihm angetan. "Von ihnen habe ich wahrscheinlich geträumt", sagt er heute. Den Traum dürfte er noch nicht ganz abgelegt zu haben: "Ich hoffe, dass wir irgendwann in Zukunft wieder mit ihnen fahren können, man weiß ja nie."

Nach dem Formel-3-Jahr, das er auf Platz sieben beendete, wechselte Cairoli 2014 in den Porsche-Carrera-Cup Italien, in dem er für das Team des Vaters von Formel-1-Senkrechtstarter Kimi Antonelli schon im ersten Jahr den Titel holte - und von Porsche zu einer Nachwuchssichtung nach Valencia eingeladen wurde.

Matteo Cairoli

Zweiter Sieg im sechsten DTM-Rennen: Matteo Cairoli ist der Mann der Stunde

Foto: ADAC Motorsport

Cairoli war damals mit 18 Jahren der jüngste Teilnehmer - und setzte sich gegen acht Fahrer durch, wodurch er als Junior in den Porsche-Kader aufgenommen wurde. Dadurch war ihm 2015 ein Cockpit im Porsche Supercup im Rahmen der Formel 1 sowie eine Fördersumme von 200.000 Euro sicher.

Kein Mercedes-AMG-Vertrag als Auslöser für DTM-Einstieg?

Ein Jahr später wurde er Porsche-Supercup-Vizemeister. Er arbeitete sich bei Porsche nach oben und feierte 2021 mit Manthey im "Grello" den Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring - und damit seinen bisher größten Erfolg. Die vergangenen Jahre waren geprägt von Veränderungen: Cairoli ging 2024 zu Lamborghini - und war sogar Teil des Hypercar-Programms, das aber im Vorjahr platzte.

Trotz seiner starken Vorstellungen in der GT-World-Challenge Europe im Winward-Mercedes mit Engel und Auer scheiterte ein Wechsel zu Mercedes-AMG als Werkfahrer, weshalb Cairoli zum Ferrari-Team Emil Frey ging, das einen Nachfolger für Jack Aitken suchte. Damit war der DTM-Einstieg perfekt.

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