Vorbild Michael Schumacher: Diese Begegnung vergisst DTM-Meister Güven nie
DTM-Meister Ayhancan Güven wurde stark von Michael Schumacher beeinflusst: Wieso er ihm alles nachmachte und wie ihn die Begegnung mit dem Idol berührte
Star ohne Berührungsängste: Michael Schumacher an der Kartbahn
Foto: Getty Images
Ayhancan Güven, der als erster Türke DTM-Champion wurde, stammt aus einem Land ohne Motorsport-Tradition. Doch der Türke, der mit seinem Vater Hakan schon als Sechsjähriger an die Kartbahn fuhr, schaute sich schon in den Anfangsjahren vieles von Michael Schumacher ab. "Mein Vater hat mir das Racing beigebracht - und er hat mir in diesem Alter immer Michael Schumacher als Beispiel genannt", erzählt Güven im Gespräch mit Motorsport-Total.com.
Das ist kein Wunder, denn Güven begann in Schumachers großer Ferrari-Ära mit dem Motorsport. "Michael hat dieses T-Shirt getragen - also mussten wir auch so eines tragen. Michael hat diese Handschuhmarke genutzt, also mussten wir die auch haben. Michael hat dieses Training gemacht. Okay, wir müssen auch so trainieren", nennt Güven Beispiele aus seiner Kindheit.
Hinter dieser Herangehensweise steckte vor allem Güvens Vater, der selbst Amateurrennfahrer ist und in Schumacher das perfekte Vorbild für seinen Sohn sah. "Wir kommen aus einem Land ohne Wissen über den Rennsport - und wir mussten lernen", erklärt Güven.
Vorbild Schumacher: "Müssen an deiner Herzfrequenz arbeiten"
"Wir haben immer versucht, von ihm zu lernen, wenn wir Bücher, Zeitungen oder Interviews von Michael oder anderen Formel-1-Fahrern hatten. Und ich erinnere mich: Als ich fünf, sechs oder sieben Jahre alt war, war Michael immer das Vorbild."

Ayhancan Güven mit seinem Vater Hakan, der auch bei den DTM Stammgast war
Foto: Porsche AG
Dabei ging es aber nicht nur ums Outfit und das Material, sondern auch um die Fitness, erinnert sich Güven an die Worte seines Vaters: "Er hat gesagt: Okay 'Can', vor dem Start ist die Herzfrequenz bei Michael so, als würde er schlafen. Wir müssen an deiner Herzfrequenz arbeiten."
Schon als Kartfahrer hatte das türkische Talent große Ziele, auch wenn das in seiner Heimat nicht immer ernstgenommen wurde. "Als ich gesagt habe, dass ich DTM fahren werde, da haben sie wahrscheinlich gelacht. Sie haben gesagt: Ja, ja, ja ...", erzählt er. "Und jetzt bin ich DTM-Champion. Ich habe für mich und mein Land Geschichte geschrieben und könnte nicht stolzer sein, denn ich liebe mein Land."
Berührende Begegnung mit Schumacher an der Kartbahn
Aber hat Güven sein Kindheits-Idol Michael Schumacher je getroffen? "Ja, das war 2010, 2011 oder 2013 in Italien auf der La-Conga-Kartbahn", erinnert er sich an das Ereignis, hat aber die genaue Jahreszahl nicht mehr im Kopf. "Er fuhr damals selbst, und ich bin damals zu ihm gelaufen und habe ein Foto gemacht. Ich habe ein ganz besonderes Foto mit ihm." Güven war damals noch in einer der Nachwuchsklassen unterwegs und zufällig am gleichen Ort.
Eine Sache erstaunte den jungen Türken damals an seinem Idol: "Er hat sein Kart alleine mit einem Mechaniker vorbereitet. Aber er war es selbst, der das Kart auf den Tisch gestellt hat. Als ich das gesehen habe, dachte ich mir: Dieser Kerl ist so bescheiden. Er ist Michael Schumacher, aber er ist an der Kartbahn, fährt gegen die jungen Fahrer und bereitet sein Kart selbst vor."
Wenn er sich an die Bilder erinnert, mache ihn das heute noch "demütig", sagt Güven. "Das hat mein ganzes Leben berührt. Er ist mein Idol."
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