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"Wäre anders ausgegangen": Glück für Kelvin van der Linde bei Horrorcrash

Wie weniger Meter dafür sorgten, dass es Kelvin van der Linde beim DTM-Horrorunfall am Norisring nicht schlimmer erwischte: Hat ihn der BMW gerettet?

"Extremes Glück": Wieso van der Linde bei Horrorcrash glimpflich davonkam

Momente vor dem Einschlag: Kelvin van der Linde biegt in die Grundigkehre ein

Foto: ADAC Motorsport

Schubert-BMW-Pilot Kelvin van der Linde hat bei seinem Horrorunfall beim Samstagsrennen der DTM auf dem Norisring enormes Glück gehabt. Denn wäre sein BMW M4 GT3 Evo weiter in die Grundigkehre eingebogen gewesen, hätte der Einschlag des ungebremsten Lamborghini von Maximilian Paul viel schlimmere Konsequenzen gehabt, glaubt Ex-DTM-Champion Rene Rast.

"Natürlich hatte Kelvin extremes Pech, dass er getroffen wurde, aber auf der anderen Seite auch extremes Glück, denn wenn er fünf Meter weiter in der Kurve gewesen wäre, wäre der Winkel ganz anders geworden", sagt er bei ran.de. "Er hätte viel seitlicher getroffen werden können."

Tatsächlich hatte der Deutsch-Südafrikaner gerade einmal eingelenkt, als er vom Lamborghini mit hoher Geschwindigkeit im Bereich des linken Vorderrads und der linken Tür erfasst wurde. Wäre er bereits am Scheitelpunkt gewesen, hätte der Einschlag im rechten Winkel stattgefunden, wodurch das Chassis die volle Wucht des Anpralls abbekommen hätte.

"Der dümmste Unfall, der passieren kann"

Und auch die Tatsache, dass es sich beim Lamborghini Temerario GT3, der inklusive Fahrer rund 1.400 Kilogramm wiegt, um ein Mittelmotor-Auto handelt, sieht Rast positiv. "Wenn das Auto zum Beispiel ein Mercedes oder ein Ford gewesen wäre, der den Motor vorne gehabt hätte und wo die Schnauze viel höher ist als beim Lamborghini, dann wäre es ganz anders ausgegangen."

Kelvin van der Linde

Die herausgerissene Tür zeigt, wie heftig der Anprall trotz günstigerer Umstände war

Foto: ADAC Motorsport

Denn der niedrige Lamborghini traf den BMW an einer günstigeren Stelle, außerdem gab die Front des italienischen Sportwagens nach, was bei einem Motor im Vorderwagen ganz anders gewesen wäre.

Dieser Meinung ist auch Teamchef Torsten Schubert. "Wenn er den Motor vorne hat, wäre da wahrscheinlich noch mehr durchgegangen", sagt er. "Es ist der dümmste Unfall, der eigentlich passieren kann - so ein Seitenschaden. Dafür sieht man aber, dass die Autos gut und stabil gebaut sind und der Fahrer doch eine relativ gute Sicherheit hat."

Kelvin van der Linde "dankbar, dass ich am Leben bin"

Das weiß auch Kelvin van der Linde. Denn der 30-Jährige kam im Gegensatz zu Maximilian Paul, der nach seinem Unterschenkelbruch von Samstag auf Sonntag operiert werden musste, mit Prellungen noch relativ glimpflich davon.

"Ich bin heute Morgen aufgewacht und war dankbar, dass ich am Leben bin, da ich den schlimmsten Unfall meiner Karriere ohne ernsthafte Verletzungen überstanden habe", schreibt der BMW-Werksfahrer am Sonntag auf Instagram. "Gestern war ein Weckruf, denn wir wissen nie, was hinter der nächsten Ecke wartet. Und es hat mich daran erinnert, dass wir für jeden Tag auf Erden dankbar sein müssen."

Außerdem bedankt sich van der Linde bei BMW dafür, "dass sie ein supersicheres Rennauto gebaut haben. Ihr habt mein Leben gerettet."

"Die Nacht war die Hölle"

Ursprünglich wollte Kelvin van der Linde am Sonntag sogar das DTM-Rennen bestreiten, doch die Schmerzen waren größer als erwartet. Rast, der mit van der Linde befreundet ist und ihn gemeinsam mit Manager Dennis Rostek über die Agentur Pole Promotion betreut, hat den Deutsch-Südafrikaner nach den Untersuchungen am Samstag im Krankenhaus abgeholt. Dabei sei van der Linde "gefasst" gewesen.

"Ich glaube, sechs Stunden hat die ganze Prozedur gedauert, bis wir dann endlich wussten, dass ihm zum Glück nichts passiert ist und er nur Prellungen hat", erzählt Rast. "Ich habe ihn mir angeschaut, aber er konnte nicht wirklich laufen, daher war ich mir nicht ganz sicher, ob er wirklich okay ist."

Die heftigen Schmerzen kamen dann später. "Ich habe gerade mit ihm geschrieben, und er sagt, die Nacht war die Hölle", so Rast am Sonntag. Das liege vermutlich daran, dass "die Schmerzmittel nachgelassen haben und das Adrenalin dann aus dem Körper rausgeht".

Warum Kelvin van der Linde am Sonntag doch nicht startete

"Dementsprechend hat er dann heute auch zugegeben, dass es wahrscheinlich besser war, dass er sich jetzt im Bett und zu Hause befindet, ausruhen kann und dann hoffentlich für Oschersleben fit ist", verweist Rast auf das kommende DTM-Wochenende in drei Wochen, bei dem van der Linde wieder an den Start gehen will.

Das hält auch Teamchef Schubert für realistisch, obwohl er am Samstag bereits den ADAC-GT-Masters-Boliden als Ersatzauto nach Nürnberg beordert hatte, damit van der Linde fahren kann. "Anfangs haben wir das gedacht", sagt er. "Dann wurden die Schwellungen immer mehr." Aus diesem Grund habe man dann "abgebrochen, weil wir gesehen haben, dass es mit Kelvin nicht geht".

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