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Rennbericht
DTM Lausitzring

"Wenn ich falle, fallen wir beide": So erlebte Engstler das Manöver gegen Rast

Luca Engstler ging am Lausitzring mit einem starken Überholmanöver an Rene Rast vorbei - Was die Konkurrenz dazu sagt und wie das Wochenende für Engstler lief

"Wenn ich falle, fallen wir beide": So erlebte Engstler das Manöver gegen Rast

Nach einem enttäuschenden Samstag folgte für Luca Engstler wieder einmal ein glorreicher Sonntag: Im zweiten Rennen auf dem Lausitzring sorgte der Grasser-Lamborghini-Pilot mit einem starken Überholmanöver für Aufsehen, als er sich am dreimaligen DTM-Champion Rene Rast (Schubert-BMW) vorbeischob.

"Das war ein Hammer-Gefühl", schmunzelt der überraschende Oschersleben-Sieger im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Jeder kennt Rene und weiß, dass er enorm hart kämpft, aber es war trotzdem fair und es hat Spaß gemacht, mit ihm zu Racen!"

"Wenn du Mirko [Bortolotti] und Rene [Rast] vor dir hast, dann weißt du, da passiert was", lacht Engstler, wobei die Situation eigentlich aus dem angeordneten Platztausch zwischen den Abt-Teamkollegen Ricardo Feller und Kelvin van der Linde entstanden war.

 

"Dadurch ist alles langsamer geworden und Bortolotti hat Feller angegriffen", berichtet Rast gegenüber Motorsport-Total.com. Der Schubert-BMW-Pilot wollte seinerseits die Chance gegen Bortolotti nutzen. "Dadurch habe ich den Schwung auf die Gerade verloren und Luca konnte sich innen daneben setzen."

Engstler: Lob vom dreifachen DTM-Champion

"Da hätte ich nicht viel machen können, denn er war mit seiner Vorderachse schon auf Höhe meiner Hinterachse, ich hätte nicht links daneben ziehen können", zeigt sich Rast in diesem engen Duell als fairer Verlierer. "Ich war ganz rechts im Dreck, hatte keine Traktion und schmutzige Reifen, da hat Luca Glück gehabt, dass er an der richtigen Position war."

Zudem fiel ihm "der gute Topspeed" bei Engstler Lamborghini auf. "Vor allem, weil die anderen Lambos nicht diesen Vorteil hatten, sondern gefühlt nur er. Da gibt es scheinbar große Unterschiede zwischen den Lambos."

Luca Engstler setzte sich gegen Rene Rast durch

Luca Engstler setzte sich gegen Rene Rast durch

Foto: Alexander Trienitz

"Sie haben gekämpft, und dann war Rene etwas weit außen", analysiert Engstler die Szene aus seiner Sicht. "Ich konnte meine Nase reinstecken und habe dann versucht, einen guten Ausgang zu haben, ohne Rene zu sehr in die Mauer zu drücken."

Engstler wusste, dass er gegen den leistungsstarken BMW auf der Geraden eigentlich keine Chance haben würde. "Dann war ich einen Ticken später auf der Bremse", erzählt der Grasser-Pilot und lacht: "Ich habe gedacht, wenn ich falle, dann fallen wir beide. So macht Racing Spaß!"

Das muss auch Kontrahent Rast zugeben. "Er fährt clever und zeigt gute Rennen, das ist jemand, den man auf dem Schirm haben muss", lobt der dreimalige DTM-Champion, der in der DTM-Gesamtwertung sogar deutlich hinter dem 24-jährigen Youngster liegt. "Er hat einen super Job gemacht heute, es war nicht einfach für ihn", muss auch Teamkollege Christian Engelhart anerkennen.

Reifenpoker am Samstag klappt nicht

Insgesamt erlebte Engstler am Lausitzring allerdings ein durchwachsenes Wochenende. Im ersten Qualifying am Samstag landete der Grasser-Pilot auf dem 15. Startplatz, bevor er im anschließenden Regenchaos immerhin zwei Zähler für die 14. Position sammeln konnte. "[Am Samstag] kamen viele Sachen zusammen, die nicht ganz gut waren", gibt der 24-Jährige ehrlich zu.

"Das Qualifying war von mir nicht okay, und dann hatten wir ein oder zwei Themen am Auto, die man besser machen kann, das war von allen nicht die beste Leistung", nimmt Engstler auch sein Team in die Verantwortung. Hinzu kam, dass der Lamborghini auf dem Lausitzring ohnehin nicht stark war, sodass es "doppelt böse" aussah, weiß der Deutsche.

Nach dem verkorksten Qualifying wollte Grasser "im Rennen volles Risiko gehen" und entschied sich deshalb, trotz des einsetzenden Starkregens auf den Slick-Reifen zu bleiben, in der Hoffnung, dass es schnell wieder abtrocknen würde. "Das war nicht der Fall, und dann waren wir ganz hinten", erinnert sich Engstler, der anschließend nur noch um die letzten Punkte kämpfen konnte.

"Platz fünf bis acht als realistische Pace"

"Wenn du vom Podium in Oschersleben kommst und gerade so kämpft, dass du einen Punkt mitnimmst, dann ist das die DTM", scherzt der 24-Jährige, der allerdings auch weiß, dass der Oschersleben-Erfolg nicht die Regel ist. "Uns war klar, dass wir die Hausaufgaben machen müssen, da kam alles Positive zusammen", ist Engstler ehrlich.

"Ich schätze, dass Platz fünf bis acht unsere realistische Pace ist", grübelt der Grasser-Pilot. "Und wenn wir da so oft wie es geht herankommen, dann ist das gut." So wie im zweiten Lausitzring-Rennen, als sich Engstler mit dem fünften Platz wieder wichtige Zähler für die Meisterschaft erkämpfte. Allerdings war dieses Ergebnis das Resultat seiner "harten Arbeit" am gesamten Wochenende.

Luca Engstler arbeitet hart für seinen Erfolg in der DTM

Luca Engstler arbeitet hart für seinen Erfolg in der DTM

Foto: Markus Toppmöller

"Ich war Samstag bis ein oder halb zwei [in der Nacht] am Daten und Videos machen, weil Christian [Engelhart] im ersten Sektor stark war im Vergleich zu mir", verrät Engstler, der sich "jede Kurve von jedem Run seit dem Test am Dienstag" noch einmal anschaute und "dann [am Sonntag] früh alles zu einem Paket zusammengebracht" hat.

Engstler tut sich zu Beginn schwer

Heißt: Mit dem sechsten Platz im zweiten Qualifying legte Engstler den Grundstein für sein gutes Rennergebnis. Dass es - wie schon in Oschersleben - erst am Sonntag so gut läuft, hat ebenfalls seinen Grund, glaubt der Lamborhini-Pilot. "Ich habe mich am Anfang schwergetan und war im Vergleich zu den anderen Lambos gefühlt einen Schritt hinterher."

Erst dank seiner hartnäckigen Arbeit hat sich Engstler über das Wochenende "langsam hin gerobbt und am Sonntag schließlich den Unterschied machen können." Eine Schwierigkeit, die der 24-Jährige gerne abstellen würde. "Mein Wunsch ist irgendwann, an eine Strecke zu kommen und zu sagen: 'Ich kenne das Auto, ich kenne die Strecke, ich fühle mich wohl und fange mit einem höheren Level an'."

Stattdessen habe er vor allem Probleme, wenn sich die Streckenbedingungen ändern. "Ich tue mich schwer, wenn sich die Verhältnisse ändern", gibt der Lamborghini-Fahrer zu. Durch die verschiedenen Rahmenserien der DTM ändert sich das Gripniveau der Strecke, was die Arbeit erschwert. "[Am Samstag] war es ein halbes Zehntel, die ich langsamer bin, aber dann stehst du halt auf Platz 14", weiß Engstler. "Da muss ich mich besser adaptieren können."

Engstler: "Nicht erwartet um den Titel zu fahren!"

Insgesamt würde der Gasser-Pilot gerne "mit einer schnelleren Basis anfangen", und zwar nicht, was das Auto betrifft, sondern vor allem die eigenen Leistungen. Allerdings sitzt er dafür nach eigenen Aussagen viel zu selten im Rennauto. "Die Top-Jungs vorne, die hocken jede Woche in der Kiste, die sind wahrscheinlich jetzt schon wieder auf dem Weg zum nächsten Test", munkelt der Deutsche.

"Da würde ich mir wünschen, dass wir für nächstes ein Paket schaffen, wo ich alle zwei Wochen im Auto sitze", träumt Engstler, der in diesem Jahr auch nicht beim 24h-Rennen in Spa fährt, aber immerhin mit einem Audi R8 LMS im Sprint-Cup der GT-World-Challenge-Europe. "Das ist besser als gar nichts zu fahren, sonst fahre ich meine sieben oder acht Wochenenden [in der DTM] und das war's."

Alles in allem ist Engstler mit seinem diesjährigen Start in die DTM-Saison 2024 allerdings zufrieden. "Schau mal, ich fahre das erste Jahr mit der Kiste", spielt der Grasser-Pilot auf seinen Wechsel vom Audi auf den Lamborghini an. Hinzu kamen die Unsicherheiten über die Winterpause, ob der 24-Jährige überhaupt ein Cockpit in der DTM finden würde.

"Wenn man den Winter sieht, war es nie mein Gedanke, dass ich jetzt hier um den Titel fahre, auf keinen Fall", bleibt Engstler realistisch. "Wir müssen die Füße auf dem Boden behalten, weiter hart arbeiten und das Maximum jedes Mal mitnehmen."

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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