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Wiebelhaus-Kampfansage nach zwei Podestplätzen: "Sieg das nächste Ziel"

Finn Wiebelhaus fuhr am Norisring erneut aufs Podest, obwohl er praktisch unvorbereitet ins Wochenende ging: Warum der Ford-Rookie jetzt vom Sieg träumt

Wiebelhaus-Kampfansage nach zwei Podestplätzen: "Sieg das nächste Ziel"

Jagd nach dem Sieg: Finn Wiebelhaus bei seiner bärenstarken Norisring-Premiere

Foto: ADAC Motorsport

Überraschungs-Rookie Finn Wiebelhaus hat die hohen Erwartungen nach dem starken DTM-Saisonauftakt bestätigt: Der 20-jährige HRT-Ford-Pilot holte als Dritter auf dem Lausitzring den ersten Podestplatz des Ford Mustang GT3 überhaupt in der DTM - und fuhr zwei Wochen später auf dem Norisring als Zweiter erneut auf das Podest.

"Wir können mit Platz zwei happy sein, aber wir waren so nah dran an Platz eins. Das ist jetzt definitiv das nächste Ziel", zeigt sich der Youngster nach dem Duell mit Sieger Nicki Thiim hungrig auf den Platz ganz oben. "Wir müssen analysieren, was gefehlt hat - und das dann hoffentlich bis zum nächsten Rennen lösen."

Was die Leistung des von DTM-Legende Manuel Reuter betreuten Ford-Mustang-Piloten umso beeindruckender macht: Wiebelhaus hatte auf dem Stadtkurs, der für viele Neulinge wegen seiner Bodenwellen eine große Herausforderung darstellt, keinerlei Vorerfahrung.

"Runde für Runde gelernt": Wie Wiebelhaus immer schneller wurde

Das zeigte sich im Verlauf des Wochenendes, denn Wiebelhaus, der beim Freitagtraining auf Platz 17 und beim Samstagsrennen auf Platz sechs kam, wurde immer schneller. "Ich habe Runde für Runde gelernt", sagt er. Am ersten Renntag habe er noch "Schwierigkeiten gehabt, das Limit zu finden", aber am Sonntag war er bereits voll im Rhythmus.

"Ich habe Vollgas gegeben - und denke, dass ich jetzt mit der Strecke vertraut bin", sagt der abgezockte Youngster, der am Sonntag schneller war als Teamkollege Arjun Maini. Der Inder, der am Samstag Dritter wurde, gilt als absoluter Norisring-Spezialist.

Was den Kurs so schwierig macht? "Jeder Fehler wird bestraft", antwortet Wiebelhaus. "Wenn du auf einer normalen Strecke minimal ins Kies fährst, ist es nicht allzu schlimm, aber hier fliegt man in die Mauer, wenn man sich minimal verschätzt." Abgesehen davon brauche man "richtig viel Confidence, um an die Wände ranzufahren".

Warum sich Wiebelhaus auf die Norisring-Premiere nicht vorbereitete

Und auch das ABS, das auf den Bodenwellen plötzlich eingreift, und die Bremsen, "die irgendwann immer schlechter werden", seien ein Thema.

Dass Wiebelhaus auf dem Stadtkurs in Nürnberg solche Fortschritte machte, könnte auch damit zu tun gehabt haben, dass er im Vorfeld kaum Möglichkeiten hatte, sich per Onboard-Studium auf die Strecke vorzubereiten. Vor allem die - wie Thiim sagt - "seltsame" Linienwahl wegen der Bodenwellen wurde schon so manchem Neuling zum Verhängnis.

Finn Wiebelhaus

Jubel über Platz zwei, doch Finn Wiebelhaus hatte bereits den Sieg im Visier

Foto: ADAC Motorsport

"Ich bin am Donnerstagmorgen einmal über die Strecke gejoggt", beschreibt Wiebelhaus seine Vorbereitung und zuckt dabei mit den Schultern. "Das war es tatsächlich." Der sonst so akribische Wiebelhaus hatte durch das dichte GT3-Programm im Vorfeld keine Zeit, weil am Wochenende davor das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps auf dem Programm stand.

Oschersleben als größte Herausforderung für den Mustang

"Ich kam direkt aus Spa, davor hatten wir Lausitzring und dann war ich die ganze Zeit unterwegs", sagt er. "Ich habe überlegt, noch Simulator zu fahren, aber diesmal war ich nicht so wirklich vorbereitet, weil ich nicht die Zeit dazu hatte."

Am kommenden Wochenende hat Wiebelhaus, der bei Halbzeit in der Meisterschaft 54 Punkte hinter DTM-Leader Thiim auf Platz zehn liegt, die nächste Chance, seinen Traum vom ersten Sieg wahrzumachen.

Auf dem winkeligen Kurs in Oschersleben ist die Ausgangslage für den langen Ford Mustang GT3 Evo aber - zumindest der Papierform nach - schwieriger als in Nürnberg, denn die Strecke gilt als größte Herausforderung für den V8-Boliden aus den USA.

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