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Wirbel nach Fanpodium-Debüt: Wollte Manthey neue Reifen herausschinden?

Nach dem Oschersleben-Sieg von Thomas Preining gab es Diskussionen um beschädigte Reifen: Wollte Manthey wie zuletzt Schubert einen Vorteil herausholen?

Fanpodium-Premiere sorgt für Wirbel: Wollte Manthey neue Reifen?

Holte sich Preining auf der Zufahrtsstraße zum Podium zwei Reifenschäden?

Foto: ADAC Motorsport

Wollte das Porsche-Topteam Manthey nach Thomas Preinings Samstag-Sieg in Oschersleben einen Reifenvorteil herausholen? Nachdem es bereits auf dem Norisring einen ähnlichen Verdacht beim BMW-Team Schubert gab, beklagte sich Preining darüber, dass am Samstag der Zufahrtsweg zur erstmals im Fanbereich ausgetragenen Siegerehrung nicht sauber war und die Reifen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

"Vielleicht könnt ihr ein bisschen zusammenkehren, denn gestern hatten wir zwei Reifenschäden durch das Podest", beschwerte sich der "Grello"-Pilot, der die Idee für die Fans grundsätzlich positiv sieht. Wie Motorsport-Total.com recherchiert hat, gab es am Samstag tatsächlich Diskussionen zwischen Manthey und den DTM-Verantwortlichen wegen der Reifen.

Denn durch den neuen Ablauf mit der Siegerehrung im Fanbereich wurden die Piloten nach der Auslaufrunde zunächst durch die Boxengasse geleitet und fuhren anschließend über eine Zufahrtstraße, die auch von Fans benutzt wurde, zum neuen Parc Ferme, der sich direkt neben der Siegerehrung befand.

Manthey-Beschwerde bei den Regelhütern

Dieser asphaltierte Weg wurde vor Rennende vom Streckenpersonal von Hand gekehrt. Dennoch beschwerte sich Manthey daraufhin - wie man hört - bei den Verantwortlichen und wurde beim Regelhüter DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) vorstellig.

Dabei kam wohl der Verdacht auf, dass es das Porsche-Team auf einen neuen Reifensatz abgesehen hatte, da der Fehler nicht im Bereich des Teams war. Ob das wirklich das Ziel von Manthey war, kann jedoch nicht verifiziert werden. Das liegt daran, dass sich das Team "zu den Details gerne enthalten" möchte, wie eine Manthey-Sprecherin Motorsport-Total.com mitteilte.

Fakt ist, dass Manthey tatsächlich zwei beschädigte Reifen beim DMSB meldete. Da der Technische Delegierte die Schäden bestätigte, durfte Manthey bei Preining die zwei betroffenen Reifen mit Pneus aus dem Freien Training ersetzen.

Lag es wirklich an der schmutzigen Zufahrtsstraße?

Laut dem DMSB ähnelten die Beschädigungen jedoch jenen Schäden, die bei vielen Fahrzeugen in Oschersleben auftraten - und vermutlich auf die hohen Randsteine zurückzuführen waren. Sie würden demnach anders aussehen, wenn sie bei langsamer Fahrt durch Schmutz verursacht worden wären.

Aber wie wirkte sich die verschmutzte Zufahrtsstraße auf die Reifen von Luca Engstler und Maro Engel aus, die Zweiter und Dritter wurden? "Beschädigungen wäre übertrieben", richtet ein Abt-Sprecher aus. "Gröbere Druckstellen ja, aber keine krassen Beschädigungen."

Thomas Preining

Der Parc Ferme befand sich rechts neben der Siegerehrung im Fanbereich

Foto: ADAC Motorsport

Und laut dem Winward-Team gab es auch bei Engel keinerlei Beschädigungen. Die Reifen seien jedoch zum Beispiel durch am Boden liegende Zigarettenstummel stark verschmutzt gewesen. Die Verantwortlichen reagierten entsprechend und ließen vor der Siegerehrung am Sonntag die Kehrmaschine über die Zufahrtstraße fahren. (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Warum ein neuer Reifensatz so attraktiv ist

Aber wieso ist es so attraktiv, einen neuen Reifensatz ins Kontingent der Renntage zu bringen? Das liegt daran, dass jeder Fahrer in Oschersleben, auf dem Nürburgring, auf dem Norisring und auf dem Lausitzring nur drei Reifensätze für beide Renntage erhält und damit zwei Qualifyings und zwei Rennen bestreiten muss, während an den anderen Wochenenden vier Sätze zur Verfügung stehen.

Dadurch sind die Reifen am Sonntag bereits in einem schlechten Zustand. Wie groß der Vorteil ist, zeigt auch der Fall Nicki Thiim; Der Aston-Martin-Pilot erhielt als Entschädigung für den Pirelli-Fauxpas beim Samstags-Qualifying, als die Italiener seine Reifen auf die falschen Felgen montierten, einen komplett neuen Satz - und fuhr damit am Sonntag die schnellste Rennrunde.

Schubert-Versuch wurde am Norisring vereitelt

Dem Schubert-Team wäre es - wie Motorsport-Total.com bereits berichtete - auf dem Norisring bei Marco Wittmann beinahe gelungen, einen nahezu neuen Reifensatz ins Kontingent zu bringen. Der Franke verzichtete am Freitag in den Freien Trainings auf eine Qualifying-Simulation und fuhr nur eine Runde mit dem neuen Satz.

Nach dem Samstag wollte das BMW-Team dann wegen vermeintlicher Schäden bei einem kompletten Satz einen Tausch mit dem angefahrenen Satz aus dem Freien Training vornehmen. Das erlaubt das Reglement grundsätzlich, da sonst die Gefahr besteht, dass manche Piloten wegen der zwei Pflichtstopps am Sonntagsrennen gar nicht teilnehmen können.

Der Technische Delegierte vereitelte jedoch den Plan und entschied, dass zwei der vier Reifen nicht stark genug beschädigt waren, um einen Tausch zu rechtfertigen, weshalb nur zwei Reifen getauscht werden durften. Dadurch wurde möglicherweise ein wichtiges Exempel statuiert, denn sonst hätten womöglich auch andere Teams am Freitag auf Qualifying-Simulationen verzichtet, um sich im Rennen einen Reifenvorteil herauszuholen.

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