"Wirklich brutal": Warum Cairoli um seinen DTM-Debütsieg zittern musste
Matteo Cairoli feiert seinen DTM-Debütsieg, aber der Erfolg war weniger souverän als es schien: Warum die letzten Runden für den Ferrari-Piloten "wirklich brutal" waren
Matteo Cairoli musste um seinen DTM-Debütsieg zittern
Foto: ADAC Motorsport
Es schien, als hätte Matteo Cairoli die Situation am Steuer seines Emil-Frey-Ferrari souverän im Griff, doch der 29-jährige Italiener musste in den Schlussrunden des ersten DTM-Rennens in Zandvoort (hier zum Rennbericht) tatsächlich noch um seinen Debüterfolg zittern! "Es war überhaupt nicht einfach", meint Cairoli.
Der Weg zu seinem ersten Sieg in der DTM sei "nicht wirklich" einfach gewesen, berichtet der Ferrari-Pilot und ergänzt: "Solange die Reifen noch frisch sind, ist es okay. Aber sobald der Verschleiß einsetzt, wird es extrem schwierig zu managen. Die letzten vier Runden waren wirklich brutal."
"Ich habe mit dem Auto gesprochen, gebetet und gesagt: 'Bitte halte einfach noch ein paar Runden durch.' Denn irgendwann dachte ich, der linke Hinterreifen würde kollabieren", verrät Cairoli. "Umso besser, dass wir es bis zur Zielflagge geschafft haben."
Der Italiener feiert damit in seinem erst dritten DTM-Rennen bereits den ersten Sieg. "Ich bin sprachlos", sagt der Emil-Frey-Pilot, der in der DTM-Gesamtwertung auf den dritten Rang nach vorne geklettert ist. "Ich genieße diesen Moment einfach in vollen Zügen."

Ein Doppelsieg durch Cairoli und Vermeulen blieb Emil Frey Racing verwehrt
Foto: ADAC Motorsport
"Als wir hier nach Zandvoort gekommen sind, wussten wir, dass wir ein konkurrenzfähiges Auto haben - oder zumindest die Chance, stark zu sein. Und genau das hat sich bestätigt", meint Cairoli, der sich bereits am Freitag die Trainingsbestzeit sicherte und am Samstagvormittag auch die Poleposition holte.
Warum Vermeulen beim Start hinter Auer zurückfiel
Noch besser hätte es für die Emil-Frey-Truppe nur laufen können, wenn Teamkollege Thierry Vermeulen den zweiten Platz und damit den Doppelsieg eingefahren hätte. Der Niederländer startete von Position zwei, musste sich jedoch schon auf dem Weg zur ersten Kurve Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) geschlagen geben.
"Es war schade, dass ich beim Start meine Position verloren habe", gibt Vermeulen zu, der anschließend hinter dem fahrenden "Schuhkarton" des Österreichers festhing. "Die Position auf der Strecke ist nämlich ziemlich wichtig, wenn man hinten liegt. Ich war einfach nicht schnell genug."

Lucas Auer schiebt sich auf der Innenseite an Thierry Vermeulen vorbei
Foto: ADAC Motorsport
Doch wie kam es überhaupt dazu, dass der Ferrari-Pilot zurückfiel? "Ich habe die Traktionskontrolle beim Start einfach zu stark aktiviert, was ziemlich ungewöhnlich ist, da wir normalerweise nicht genug Leistung haben, um die Räder bei einem rollenden Start durchdrehen zu lassen", erklärt Vermeulen.
"Es ist das erste Mal, dass ich dieses Problem beim Start hatte", ergänzt der Niederländer, der bis zum zweiten Rennen am Sonntag (hier im Livestream!) noch Ursachenforschung betreiben will. "Ich werde mir das Video ansehen, um zu sehen, ob ich oder wir etwas an den Systemen verbessern können."
"Das ist mir in den letzten drei Jahren normalerweise nie passiert ist. Ich bin mir also nicht sicher, woran das lag. Entweder habe ich etwas falsch gemacht oder die Einstellungen stimmten nicht; dadurch verliert man natürlich jeglichen Schwung, und ich habe meine Position eingebüßt. Das war zwar etwas ärgerlich, aber so ist es nun mal."
Thierry Vermeulen gibt zu: "Es hat richtig Spaß gemacht"
Bereits in der ersten Kurve war der mögliche Doppelsieg für Emil Frey praktisch dahin. "Ich denke, selbst wenn unsere Pace etwas besser gewesen wäre, wäre es schwer gewesen zu überholen", gibt der drittplatzierte Vermeulen zu. "Nach dem Stopp habe ich alles gegeben, um den Abstand zu Luggi so gut wie möglich zu verringern."
"Aber es hat heute nicht gereicht." Auch der Niederländer muss zugeben, dass das Rennen zumindest an der Spitze "von außen betrachtet etwas langweilig gewirkt" haben könnte, "aber jede Runde war wirklich am Limit. Man musste den Grip optimal nutzen, besonders im mittleren Sektor."
"Und man durfte keine Fehler machen." Die Temperaturen seien sehr hoch gewesen, was bedeutete, dass man sich im Cockpit maximal konzentrieren und extrem präzise fahren musste. "Rückblickend hat es aber richtig Spaß gemacht", sagt Vermeulen grinsend.
Lucas Auer bestätigt: "Reifenverschleiß war Herausforderung"
Und was sagt Lucas Auer zum Rennen am Samstag? "Ja, erstmal Glückwunsch an Matteo", lobt der AMG-Pilot. "Wir sind im letzten Jahr zusammen ein Auto gefahren, und ich bin wirklich stolz auf ihn und freue mich sehr für ihn. Er hat eine fantastische Leistung gezeigt."
"Und für uns war es ein richtig gutes Rennen: ein guter Start, eine gute Strategie und ein entscheidender Boxenstopp", resümiert der Österreicher, der nun sogar die Tabellenführung übernommen hat. "Wie Matteo schon sagte, war der Reifenverschleiß eine Herausforderung, daher war es im Auto sehr ereignisreich."
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