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Wittmann kämpft um BMW-Titelchance: "Nürburgring muss ein Kracher werden"

56 Punkte fehlen Marco Wittmann auf die DTM-Spitze: Vor dem Nürburgring spricht der BMW-Pilot Klartext über die BoP und erklärt, warum er den Titel nicht abschreibt

Wittmann kämpft um BMW-Titelchance: "Nürburgring muss ein Kracher werden"

Marco Wittmann vor Thomas Preining und Maro Engel: Schlägt BMW noch zurück?

Foto: ADAC Motorsport

Was den Titelkampf angeht, steht die DTM vor einem Schlüssel-Wochenende: Denn während sich die von DTM-Leader Maro Engel angeführten Top 4 sechs Rennen vor Schluss etwas abgesetzt haben, benötigen die Verfolger auf dem Nürburgring (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) dringend zwei Topergebnisse. Das weiß auch Marco Wittmann, der in der Eifel für BMW um die letzte Chance kämpft.

"Wenn wir eine Chance haben wollen und vielleicht noch ein Wörtchen mitreden wollen, dann muss der Nürburgring ein richtiger Kracher werden", weiß der zweimalige Champion, der in der Meisterschaft auf Platz sieben bester BMW-Pilot ist und 56 Punkte zurückliegt.

Selbst wenn er die maximale Punktzahl holt und Engel komplett punktelos bleibt, würde er ihn also bloß einholen. "Es ist schade, dass innerhalb von zwei Wochenenden so ein riesiger Punkteabstand zustande gekommen ist, und ich glaube, ein Teil davon ist durch die BoP entstanden - da muss man auch kein Blatt vor den Mund nehmen", findet Wittmann, der vor dem Heimspiel am Norisring nur sieben Punkte Rückstand hatte, klare Worte.

"Musst ab Freitag Möglichkeit bekommen, bei der Musik zu sein"

Generell rechnet sich Wittmann für den Nürburgring, auf dem der BMW M4 GT3 in den vergangenen Jahren konkurrenzfähig war, Chancen aus, aber die Einstufung der Autos ist für ihn der entscheidende Faktor. "Vom Layout passt's, da waren wir in der Vergangenheit stark, aber wir haben an den letzten Wochenenden oft die Erfahrung gemacht, dass wir erst am Sonntag bessere Einstufungen bekommen haben und dann konkurrenzfähig waren."

Das reiche allerdings nicht, wenn man um die Meisterschaft mitreden will. "Da musst du auch mal die Möglichkeiten bekommen, ab Freitag bei der Musik dabei zu sein, über das ganze Wochenende performen oder das in Resultate ummünzen zu können. Und ich glaube, dass das teilweise nicht in unseren Händen lag."

"Unsere Ansprüche sind sicher keine 18. Startplätze"

In Oschersleben habe Wittmann zumindest der Sonntag, als er im Qualifying von Startplatz drei losfuhr und als Vierter ins Ziel kam, aber durch die Disqualifikation von Sieger Mirko Bortolotti nachträglich Platz drei erhielt, positiv gestimmt. "Das sollte für uns eigentlich immer der Fall sein, denn wir haben bei BMW mit Kelvin und mir einen starken Fahrerkader - und ich glaube, unsere Ansprüche sind sicher keine 18. Startplätze", stellt er klar.

Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass Schubert mit Kelvin van der Linde und Wittmann neben Dörr das einzige Team war, das im Vorfeld auf dem Kurs getestet hat. "Wir konnten uns auf das Rennwochenende einschießen, was sicher auch eine kleine Hilfe ist gegenüber der Konkurrenz", so Wittmann.

"In dieser Ausgangslage war der BMW bisher noch nicht"

Dennoch sei es nun ein bisschen seine "Hoffnung, dass vielleicht auch wir mal den Zug bekommen", wünscht er sich ein Wochenende, an dem der BMW konstant konkurrenzfähig ist.

Damit will er die Leistungen von Nicki Thiim und Thomas Preining in Nürnberg und Oschersleben "nicht schmälern", betont der Routinier. "Nicki Thiim hat komplett abgeliefert am Norisring - und das musst du erstmal machen", sagt er. "Aber es ist auch klar, dass das Auto sehr stark eingestuft war."

Auch Preining habe in Oschersleben "abgeliefert, vor allem auch gegenüber seinen anderen zwei Markenkollegen, das darf man nicht vergessen", sagt Wittmann. "Aber trotzdem: Auch er hätte fast die maximale Punktzahl geholt. Und in dieser Ausgangslage war der BMW - oder waren wir - bisher noch nicht dieses Jahr."

Wittmann schreibt den DTM-Titel 2026 noch nicht ab

Ob er noch an seine Titelchance glaube? "Er ist mathematisch möglich - und es sind noch sechs Rennen zu fahren", sagt er. "Aber es ist nicht einfacher geworden, sondern die Ausgangslage ist deutlich schwieriger. Wir müssen auch ein bisschen auf das Pech der anderen hoffen", weiß Wittmann, dass er Glück benötigt.

Doch der Franke hat in Oschersleben, als er unter einer Magendarm-Erkrankung litt und sogar Infusionen erhielt, einmal mehr seine Kämpfernatur erwiesen. "Das geht in den gleichen Satzbau wie mit der Krankheit: Aufgeben gibt's nicht", kündigt er an. "Wir kämpfen, solange es möglich ist."

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