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"Wollen dabei sein": Audi-Teams kämpfen um DTM-Verbleib

Wie Abt, Rosberg und Phoenix dafür sorgen wollen, dass sie auch 2021 in der DTM starten, wo die größte Herausforderung liegt und welche Fragen offen sind

"Wollen dabei sein": Audi-Teams kämpfen um DTM-Verbleib

Nach der Bekanntgabe, dass Audi und BMW Gerhard Berger die Möglichkeit geben, die DTM 2021 mit einem neuen Reglement fortzuführen, zeigen auch die aktuellen Audi-Werksteams großes Interesse an diesem Format. Vor allem die Abt-Truppe, die aktuell die Meisterschaft anführt, glaubt an eine Zukunft in der DTM.

"Wir sind seit dem Jahr 2000 Teil der DTM", sagt Abt-Sportdirektor Thomas Biermaier. "Wenn das Paket stimmt, wollen wir auf jeden Fall auch im kommenden Jahr dabei sein. Wir haben vollstes Vertrauen in Gerhard uns sein Team. Er hat hart gekämpft, um die DTM am Leben zu erhalten." Natürlich müsse die Finanzierung gewährleistet sein, "aber wir sind interessiert".

Wie viel Geld man dafür als Privatteam aufbringen muss? "Wir haben grobe Überlegungen, aber keine detaillierten Zahlen", sagt Biermaier. Noch sei zu viel unklar. "Gibt's die Reifen weiterhin kostenlos und wie schaut es mit dem Benzin aus?", fragt er sich. "Muss ich für einen Startplatz zahlen oder kriege ich den kostenlos? Wegen dieser Fragezeichen wissen wir nicht, wie hoch der Preis ist."

Abt-Team: "Haben guten Typen zuhause in Kempten"

Man könne nur sagen, "dass es billiger wird - aber nicht, um wie viel." Die von Berger genannte Summe, dass sich die Einsatzkosten pro Auto im Bereich von 700.000 Euro bewegen sollten, während es bei einem Class-1-Auto über zwei Millionen Euro waren, hält Biermaier im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' für "gar nicht so unrealistisch".

Während man aber bisher als Werksteam von Audi finanziert wurde, muss man 2021 alles selbst organisieren. "Eines ist klar", holt Biermaier aus. "Die Hersteller werden nicht so intensiv dabei sein. Da müssen wir schauen, dass das ganze sehr vernünftig und kosteneffizient aufgestellt ist." Zumal die Luft bei der Sponsorensuche auch wegen der Coronavirus-Krise dünn ist.

"Wir haben da aber einen guten Typen zuhause in Kempten", verweist Biermaier auf den erfahrenen Abt-Marketingchef Harry Unflath. "Er kümmert sich um Partner und Sponsoren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir selbst in den schwierigen Zeiten mit Corona ein paar gute Partner finden, mit denen wir weitermachen können." Zudem sei die DTM "eine der erfolgreichsten Motorsportserien in Europa" - auch das helfe.

Thomas Biermaier, Harry Unflath

Thomas Biermaier (li.) setzt bei der Sponsorensuche auf Harry Unflath (re.)

Foto: Audi AG

Und man wolle auf jeden Fall wieder mit einem Audi an den Start gehen, stellt Biermaier klar, dessen Truppe erst vergangene Woche das Extreme-E-Projekt mit Audi-Legende Mattias Ekström präsentierte und in der Formel E das Engagement der Ingolstädter umsetzt: "Es liegt immer nahe, dass wir was mit Audi machen. Wir arbeiten schon so lange mit ihnen zusammen, daher liegt das nahe."

Rosberg: Finanzierung als großes Fragezeichen

Aber wie sieht die Rosberg-Truppe die Perspektive, in einer auf GT3-Boliden basierenden DTM als Privatteam an den Start zu gehen? "Das ist natürlich eine Option und wir hoffen, dass wir was machen können, aber es gibt ein paar Fragezeichen", sagt Kimmo Liimatainen, der dieses Jahr das Zepter von Langzeit-Chef Arno Zensen in Neustadt an der Weinstraße übernommen hat.

Zudem müsse man "auch noch mit Audi sprechen", spielt er darauf an, dass noch nicht klar ist, inwiefern das Werk unterstützen bieten kann und welche Änderungen an den GT3-Autos notwendig sein werden. Das größte Fragezeichen für den finnischen Teamchef?

"Ganz einfach - die Finanzierung", antwortet er. "Derzeit sind wir zu 100 Prozent ein Werksteam, das von Audi finanziert wird. Die Frage ist also, wie wir das bezahlen sollen. Es wird sich um GT3-Autos handeln, die günstiger sind, aber man muss trotzdem die Gehälter bezahlen, auch die Logistik muss passen und die Reifen müssen bezahlt werden. All das muss geklärt werden."

Auch er könne noch nicht sagen, ob Bergers genannte Summe von 700.000 Euro Einsatzkosten pro Auto realistisch ist. "Man weiß nicht, ob es ein Testverbot gibt oder ob man so viel testen kann wie man will", nennt er nur einen Aspekt, der für Unklarheit sorgt. Für die Truppe wäre es aber wichtig, eine Perspektive zu haben, denn das Team arbeitet zwar im Hintergrund an neuen Projekten, hat aber noch keine Alternative zur DTM präsentiert.

Phoenix will mehrgleisig fahren

Anders die Lage bei Phoenix: Die Truppe von Ernst Moser stellte erst kürzlich den Plan vor, sich innerhalb von drei Jahren über das neue LMP2-Projekt mit einem Oreca-Boliden einen Le-Mans-Startplatz zu erkämpfen und sich so die Gunst eines Herstellers für einen LMDh-Werkseinsatz zu sichern.

Die DTM habe man aber weiterhin auf dem Schirm, offenbart Moser, dessen Team vor 20 Jahren als Opel-Werksmannschaft agierte. "Wenn es mit der DTM weitergeht, dann wird Phoenix definitiv versuchen, weiterhin dabei zu sein", verspricht Moser. "Es ist gut, dass alle daran arbeiten, dass wir diese Plattform behalten können."

Ob man bereits Gespräche geführt habe, um ein Paket für 2021 zu schnüren? "Wir fangen jetzt damit an, denn diese Information ist ganz neu für uns", sagt er. Auch wenn man mit dem Prototypen-Projekt und dem Engagement in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN) genug um die Ohren hat, hält Moser die Bemühungen um die DTM für wichtig.

"Ich werde mich um alle drei Projekt bemühen, denn man weiß nie, was in den kommenden zwei, drei Jahren passiert. Ich muss also an allen Optionen arbeiten, die sich uns bieten", stellt er klar. Ob er zuversichtlich ist, dass die DTM eine gute Zukunft hat? "Wenn BMW und Audi die Serie unterstützen, dann habe ich ein gutes Gefühl", sagt Moser.

Mit Bildmaterial von ITR.

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Urheber Sven Haidinger