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Wut über Reifenwahl: Duval faltet Crew am Funk zusammen

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Wut über Reifenwahl: Duval faltet Crew am Funk zusammen
Autor:
Co-Autor: Sven Haidinger

Audi-Pilot Loic Duval rastet bei der DTM in Assen am Funk aus, weil ihm seine Crew nicht die gewünschten Reifen gibt - Er irrte, doch die Tirade blieb nicht ohne Folgen

Am Ende kriegte er sich gar nicht mehr ein und verpasste sogar fast das Losfahren vom Boxenplatz. "Das ist ein großer Fehler. Regenreifen sind ein großer Fehler. Ich habe euch gesagt, dass die Strecke abtrocknet!" Loic Duval war beim Boxenstopp beim Sonntagsrennen der DTM in Assen ungehalten, wie man es von dem sonst eher ruhigen Franzosen gar nicht kennt.

Letztlich musste ihm sogar der Ingenieur mit dem Kommando "Go! Go! Go!" ins Wort fallen. doch Duval kriegte sich nicht mehr ein. "Vergesst die App und schaut euch einfach das Wetter an!"

Was er für einen strategischen Fehlschuss hielt, entpuppte sich letztlich als genau richtig. Loic Duval schlägt daher nach dem Rennen ganz leise Töne an: "Letztlich muss ich mich entschuldigen. Sie haben die richtige Entscheidung getroffen und mein Rennen gerettet."

Warum Duval so überzeugt war

Um den Vorfall zu verstehen, müssen wir bis zum Samstag zurückblicken. "Da hatten wir im Vorfeld des Rennens einen Regenschauer", erklärt der 38-Jährige. "Und wir haben gesehen, dass es ziemlich schnell abtrocknet. Wir sind ja alle mit Regenreifen in die Startaufstellung gefahren und haben erst dort entschieden, auf Slicks [Trockenreifen] zu gehen."

‘¿’Auch am Sonntag regnete es, bevor die Fahrzeuge aus der Boxengasse fuhren. "Als wir in die Startaufstellung fuhren, war es ab Kurve 6 bis zur letzten Schikane trocken", so Duval. Natürlich hat es dann noch einmal heftiger geregnet, was zur Startverzögerung und zum Start hinter dem Safety-Car führte.

"Wir sind auf Regenreifen gestartet, aber haben damit gerechnet, dass es schnell abtrocknen würde - so wie gestern und früher am heutigen Tag", sagt Duval, der drei Jahre DTM- und fünf Jahre LMP1-Erfahrung in Le Mans auf sich vereint. Hinzu kam, dass seine Regenreifen nach starker Anfangsphase einbrachen. "Das müssen wir noch analysieren, denn ohne das wäre es ein leichter Sieg geworden."

Jedenfalls zeichnete sich eine trockene Linie ab und die Reifen waren hinüber. Zwar zeigte die Wettervorhersage Regen an, aber Duval hatte diese Information im Cockpit nicht. Und über die Wetterapp hatte er sich im Vorfeld des Rennen skeptisch geäußert: "Ich bin schon älter; ich ziehe es vor, rauszugehen und mir die Wolken anzusehen. Bei diesen Apps kann man sich nie sicher sein."

Duval rechnete fest mit trockener Strecke zum Ende des Rennens. "Und zum Zeitpunkt meines Stopps war nicht mehr so viel Zeit bis Rennende. Man will kein weiteres Mal stoppen. Ohne den [erneuten] Regen wäre es abgetrocknet und ich wäre mit Trockenreifen besser dran gewesen als auf Regenreifen. Aber ich hatte die Informationen nicht. Ich war überzeugt, dass es abtrocknen würde."

Teamkollege bekommt Slicks und greift ins Klo

So bleibt nur der Gang nach Canossa: "Ich muss mich beim Team entschuldigen, so hätte ich mich nicht verhalten sollen. Letztlich haben sie die richtige Entscheidung getroffen. Es war ein Fehler meinerseits." Duval fuhr mit einer starken Schlussphase auf regennasser Fahrbahn noch Platz vier ein.

Die Boxenfunk-Geschichte blieb aber nicht ohne Folgen. Und die musste Teamkollege Mike Rockenfeller ausbaden. Nachdem Duval dermaßen auf Slicks gedrängt hatte, bekam der eine Runde später stoppende Teamkollege Trockenreifen vom Team montiert.

Rockenfeller, der ohnehin nicht in Schlagdistanz für den Sieg gewesen ist, sieht die Sache mit Humor: "Ich glaube, Loic hat ziemlich sichergestellt, dass auf meinem Auto Slicks landen."

Er gibt aber zu, ein ähnliches Gefühl wie Duval gehabt zu haben: "Die Strecke ist abgetrocknet und wir beide hatten das Gefühl, dass der Slick der richtige Reifen wäre. Es war also nicht das Team [alleine], das bei meinem Auto entschieden hat, auf Slicks zu gehen."

Auf den Slicks verlor er sehr viel Zeit, weil die Ideallinie zwar trockener, aber eben nicht wirklich trocken war. "Ohne weiteren Regen wäre es am Ende die richtige Wahl gewesen. Aber die verlorene Zeit hätte ich nie aufholen können." Zu allem Überfluss kam der Regen doch noch, sodass er auf Regenreifen zurückwechseln musste. "Da war das Rennen gelaufen", so der Meister von 2013.

Mit Bildmaterial von Audi.

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Artikel-Info

Rennserie DTM
Event Assen
Subevent Rennen 2
Fahrer Loic Duval
Teams Phoenix Racing
Urheber Heiko Stritzke