Zwei Teams bislang ohne Joker-Test: Hat Nicki Thiim ein Ass im Ärmel?
Während fast alle Teams ihren Joker auf Strecken ohne offizielle Tests genutzt haben, gibt es zwei Ausnahmen: Was hinter der ungewöhnlichen Strategie steckt
Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim kam bislang ohne privaten DTM-Test aus
Foto: ADAC Motorsport
Was steckt hinter der Teststrategie des Aston-Martin-Rennstalls Comtoyou von Titelkandidat Nicki Thiim und des Lamborghini-Rennstalls Grasser? Neben den vier offiziellen Testtagen (Spielberg, Lausitzring, Sachsenring, Hockenheim) haben die Teams 2026 auf DTM-Strecken einen privaten Testtag zur Verfügung. Während alle anderen von diesem sogenannten Joker-Test bereits Gebrauch gemacht haben, ist dieser bei Comtoyou und Grasser immer noch ungenutzt.
Dabei stehen nach dem Nürburgring-Wochenende mit dem Sachsenring und Hockenheim nur noch zwei Strecken auf dem Programm, auf denen im Vorfeld ohnehin je ein offizieller Testtag stattfindet. Wie gehen die beiden Teams also im Hinblick auf den Joker-Testtag vor?
"Wir werden ihn eher nicht nutzen", kündigt Teamchef Gottfried Grasser eine unkonventionelle Herangehensweise an. "Stattdessen möchten wir dieses Reifenkontingent lieber in den Freien Trainings verfahren."
Was dafür spricht, auf den Joker-Testtag zu verzichten
Die Teams erhalten pro Testtag für ein Fahrzeug vier neue Reifensätze. Da die Reifen für Testfahrten und Freie Trainings seit dieser Saison aus demselben Kontingent stammen, dürfen die Sätze auch an den Freitagen eingesetzt werden, an denen jeder Piloten einen neuen Satz erhält.
Der Nachteil: Statt eines ganzen Testtags hat man am Freitag nur insgesamt 1:40 Stunden Zeit auf der Rennstrecke, wodurch Experimente kaum möglich sind. Der Vorteil: Die Bedingungen sind am Freitag oft repräsentativer für das Rennwochenende als bei einem privaten Test.
"Ich sehe das genauso. Außerdem kannst du in jedem Freien Training einen neuen Reifen fahren", sagt Grasser, dessen Team zuletzt nach Maximilian Pauls Verletzung nur mit Mirko Bortolotti am Start war. "Das hilft am Rennwochenende schon sehr. Und auf dem Sachsenring, wo es für unser Auto einen erhöhten Testbedarf gibt, findet ohnehin ein Test statt."
Thiim-Truppe Comtoyou erwägt Doppeltest vor Titelfinale
Das Comtoyou-Team hatte hingegen ursprünglich vor, auf dem Nürburgring für DTM und GT-World-Challenge Europe gleichzeitig zu testen, verwarf diesen Gedanken aber wieder, weil sich das mit den zahlreichen Programmen nicht vereinbaren ließ.
"Sachsenring und Hockenheim sind gesetzt, also überlegen wir, ob wir in Hockenheim vielleicht einen zweiten Test durchführen", kündigt Mario Schuhbauer an, der bei Comtoyou das DTM-Projekt leitet. Das würde vor allem dann Sinn ergeben, wenn Thiim beim Finale um den DTM-Titel kämpft, was aus aktueller Sicht nicht unrealistisch ist.
Die Aston-Martin-Truppe könnte zum Beispiel direkt anschließend an den 23. September, an dem der vom ADAC ausgetragene DTM-Test in Hockenheim stattfindet, als einziges Team zusätzlich privat testen und sich dabei noch besser vorbereiten. "Es ist aber auch noch nicht ausgeschlossen, dass wir die Reifen in den Freien Trainings nutzen", will sich Schuhbauer noch nicht festlegen.
Nürburgring beliebtester Ort für Joker-Test
Das bislang letzte Team, das seinen Joker-Testtag genutzt hat, war die HRT-Truppe, die sich am 2. August mit Arjun Maini und Finn Wiebelhaus auf dem Nürburgring vorbereitete. (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)
"Das Wetter war gut, wir sind viel zum Fahren gekommen, und es war sehr ordentlich", zieht HRT-Teamchef Ulrich Fritz ein positives Fazit. "Wir haben auch ein bisschen was rausgefunden."
Vor dem HRT-Duo hatten bereits die Teams Manthey, Land und Winward ihren Joker-Test in der Eifel eingesetzt, wodurch der Nürburgring diesbezüglich die erste Wahl der Teams war. In Zandvoort testeten mit den Teams Landgraf, Abt und Emil Frey sechs Piloten, in Oschersleben mit Schubert und der Dörr-Truppe vier Fahrer.
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