4h Monza der virtuellen Le-Mans-Serie: Auftaktsiege für Redline und Porsche

Daniel Juncadella und Co. gewinnen die virtuellen 4 Stunden von Monza als das erste von fünf Rennen der virtuellen Le-Mans-Serie (LMVS) 2021/22

4h Monza der virtuellen Le-Mans-Serie: Auftaktsiege für Redline und Porsche

Das Realteam Hydrogen Redline hat die virtuellen 4 Stunden von Monza, das erste Rennen der virtuellen Le-Mans-Serie (LMVS), gewonnen. Jeffrey Rietveld, Dani Juncadella und Michal Smidl setzten sich in der LMP2-Klasse gegen GPX Rebellion Williams und Floyd ByKolles-Burst durch. In der GTE-Klasse dominierte das Auto des Porsche Esports Team mit Mitchell deJong, Mack Bakkum und Martin Krönke.

Das erste Rennen der neuen E-Sport-Langstreckenserie fand auf der virtuellen Variante des ehrwürdigen Autodromo Nazionale di Monza statt und wurde über die komplette Dauer von vier Stunden live übertragen. Der Oreca 07 von Romain Grosjeans E-Sport-Team RE8G, hatte am Freitag in den Händen von Erhan Jajovski die Pole erobert. In der GTE-Klasse war Kevin Siggy für das BMW Team Redline auf die Pole gefahren.

Niemand war sich sicher, wie das 38 Fahrzeuge umfassende Starterfeld in der ersten Runde in die Variante del Rettifilo einbiegen würde. Bei vier Stunden Renndauer und drei Fahrern pro Auto hätte die Vorsicht in den ersten Runden im Vordergrund stehen müssen.

In der LMP2-Klasse verhielt sich Jajovski vorbildlich und kontrollierte das Feld, als die Ampel auf Grün schaltete. In der GTE-Klasse, die nur wenige Augenblicke später gestartet wurde, schoss Joonas Raivio von Platz vier los und übernahm noch vor der ersten Kurve die Führung. Timotej Andonovski im BMW M8 GTE von Tesla R8G Esports gelang ein ähnlicher Schachzug, um vom achten Startplatz aus die zweite Position zu übernehmen.

Dieser Kampf sollte nur wenige Minuten später zu einer Enttäuschung führen, als der Proton-Porsche mit der Startnummer 77 von Kevin van Dooren und der schnelle Andonovski in der Variante della Roggia aneinander gerieten, zurückfielen und der Fahrer von Tesla R8G zudem eine Durchfahrtsstrafe erhielt. Nuno Pinto im LMP2-Auto des Teams Fordzilla erhielt ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe für einen Fehlstart.

An der Spitze des Feldes machte Jesper Pedersen für Floyd ByKolles-Burst Jagd auf Jajovski und kam bis auf eine halbe Sekunde heran. In diesem Kampf kamen die beiden Spitzenreiter in der ersten Kurve von der Linie ab, sodass Marcell Csincsik aus dem Team GPX Rebellion Williams nach einer halben Stunde einen Dreikampf entfachte.

Die erste Runde der LMP2-Boxenstopps begann nach 34 Minuten, wobei Jajovski seinen Vorsprung ausbaute. In der GTE-Klasse gab es weiterhin enge Kämpfe, wobei sich Porsche-Fahrer Mitchell deJong nach einem verhaltenen Start an die Spitze des Feldes setzte. Die ersten Boxenstopps wurden in dieser Klasse erst nach fast einer Stunde eingelegt.

R8G Esports wechselte daraufhin den Fahrer und Gordon Mutch übernahm das Steuer des führenden Fahrzeugs mit der Startnummer 8. Dann aber drehte er sich am Ausgang der Variante della Roggia ins Kiesbett und wurde, während er auf der anderen Seite der Strecke parkte, vom Porsche mit der Startnummer 61 (Alister Yoong) und dem Jota-Oreca mit der Startnummer 38 (Ferris Stanley) getroffen.

Jonathan Aberdein, der das Auto mit der Startnummer 44 von Michi Hoyer übernommen hatte, vermied das Chaos und übernahm die Führung, während Mutch und Stanley mit schweren Schäden an die Boxen zurückkehrten.

Aberdein hatte es allerdings nicht leicht, denn Jeffrey Rietveld war dem südafrikanischen Rennfahrer dicht auf den Fersen. Der Fahrer vom Realteam Hydrogen Redline übernahm schließlich die Führung auf der Innenseite von Kurven 1 nach zuvor mehreren Versuchen auf der Außenseite der Curva Alboreto.

Im weiteren Verlauf des Rennens wurde Marco Saupe im Auto des Team WRT Simtag Esports von Luke Browing (Team Fordzilla) in seiner Box von hinten getroffen, wobei beide Fahrzeuge beschädigt wurden. Für WRT Simtag Esports ging das Drama weiter, denn wenig später ging das Auto in der Curva Grande in Flammen auf und schied aus.

Eine Stunde vor Schluss kam das Auto mit der Startnummer 70 an die Box und lieferte sich einen spannenden Dreikampf um den zweiten Platz, den zu diesem Zeitpunkt Yifei Ye, der ELMS-Champion von 2021, anführte.

Kurz darauf erinnerte Rennleiter Eduardo Freitas eindringlich daran, dass die blauen Flaggen respektiert werden müssen, da die Autos in jeder Klasse anfingen, sich gegenseitig zu überholen. Beitske Visser (Mahle Racing Team) auf Platz acht war das letzte Auto in der Führungsrunde, als man sich dem letzten Viertel des Rennens näherte.

Als es auf die letzte Stunde zuging, hatte sich der in der GTE-Klasse führende Porsche einen Vorsprung von 30 Sekunden herausgefahren. Der Fokus lag nun auf den beiden BMW, die sich um die Plätze zwei und drei duellierten. Der M8 vom BMW Team GB von Sami-Matti Trogen lag vor Enzo Bonito vom BMW Team Redline, doch nach einer Lichthupe kam Bonito in der ersten Kurve vorbei.

Als das Rennen tatsächlich in die letzte Stunde ging, saß Dani Juncadella im führenden LMP2-Auto des Realteam Hydrogen und hielt den Rückstand auf die Verfolger auf 17 Sekunden. Der hart kämpfende Jiri Toman, der in diesem Jahr ein Rennen in der GT-Pro-Series gewonnen hatte, war zu diesem Zeitpunkt Zweiter für GPX Rebellion Williams. Der führende GTE-Porsche kam eine Runde früher an die Box als die verfolgenden BMW, übernahm aber nach dem vierten Stopp wieder die Führung.

Knapp 30 Minuten vor Schluss stand der letzte Boxenstopp für Toman an. Da er später als der Führende an die Box kam, sollte sein Stopp schnell erfolgen und Juncadellas Vorsprung verringert werden. Am Ende erwies sich diese Strategie als richtig, denn der Rückstand verringerte sich auf knapp über acht Sekunden.

Damit ergab sich für den letzten Stint ein einzigartiges Szenario, denn das Rennen wurde von einem Profi-Motorsportler angeführt, der sich gegen einen E-Sport-Experten in Topform verteidigte. Auch in der GTE-Klasse hatte sich das BMW Team Redline während des gesamten Rennens für längere Stints als seine Konkurrenten entschieden und verließ die Boxen zum letzten Mal als Zweiter, nur zwei Sekunden hinter dem führenden Porsche von Mack Bakkum.

Juncadella aber war der Aufgabe mehr als gewachsen und gewann mit seinen Teamkollegen Jeffrey Rietveld und Michal Smidl für das Realteam Hydrogen Redline mit 7,8 Sekunden Vorsprung. Toman geriet noch unter Druck von Jernej Simoncic, den aktuellen Meisterschaftsführenden der GT-Pro-Series. Doch ein überrundetes GTE-Auto zur Unzeit beendete den Kampf.

"Wir hatten ein sehr, sehr ruhiges Rennen. Das war der Schlüssel", so Juncadella. "Jeffrey fuhr einen tollen ersten Stint und Michal übernahm seine Reifen, was nie einfach ist. Zum Ende hin musste ich es einfach nur noch nach Hause fahren. Es war ein schönes Rennen."

In der GTE-Klasse war es eine meisterhafte Leistung des vom Hersteller unterstützten Porsche-Teams, das die Führung von der ersten Minute an bis zum Ende behauptete. "Mitchell und Martin haben einen großartigen Job gemacht, bevor ich das Auto übernommen habe, und am Ende ging es wirklich darum, es nach Hause zu bringen", so Bakkum. "Am Ende gab es eine Überraschung mit dem BMW Team Redline, als sie den Reifenwechsel ausließen, aber wir wussten, dass wir selbst bei einem kleinen Rückstand einen großen Vorteil gehabt hätten."

Ergebnis 4h Monza der LMVS (LMP2):

1. #70 Realteam Hydrogen Redline - 147 Runden

2. #22 GPX Rebellion Williams +7,865 Sekunden

3. #4 Floyd ByKolles-Burst +9,853

4. #444 Alpha Ind. ByKolles-Burst +27,063

5. #1 Rebellion GPS Esports +49,913

Ergebnis 4h Monza der LMVS (GTE):

1. #91 Porsche Esports Team - 133 Runden

2. #71 BMW Team Redline +7,530 Sekunden

3. #88 Proton Competition +1 Runde

4. #55 BMW Team GB +1 Runde

5. #89 BMW Team BS+COMPETITION +1 Runde

Mit Bildmaterial von Motorsport Games.

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