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Formel-1-Liveticker: Blockiert Sainz den Fahrermarkt?

Spielberg-Sonntag in der Analyse: Muss Verstappen härter bestraft werden?

Status: Beendet

Feierabend

Wir atmen erst einmal durch und ziehen nach diesem ereignisreichen Tag einen Strich unter unserem Ticker. Morgen sind wir dann wie versprochen wieder mit einer neuen Ausgabe da, um die weiteren Themen aus Spielberg aufzuarbeiten.

Und für euch geht es um 21:45 Uhr auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de ja auch noch mit der großen Videoanalyse zum Rennen weiter. Auch dort steht der Crash zwischen Verstappen und Norris natürlich wieder im Mittelpunkt.

Viel Spaß nachher mit den Kollegen Nimmervoll und Scheuren und bis dann!

Schaden auch bei Perez

Obwohl Verstappen eine Zeitstrafe bekam und einen zusätzlichen Boxenstopp nach dem Crash einlegen musste, kam er trotzdem noch zwei Positionen vor seinem Teamkollegen ins Ziel. Der kämpfte allerdings mit stumpfen Waffen.

Denn das Perez-Auto wurde gleich zu Beginn im Duell mit Piastri beschädigt. "Er hat ziemlich an Downforce verloren, hat das ganze Rennen ein Untersteuern gehabt", berichtet Helmut Marko bei ServusTV.

"Wir wussten, wir können da nichts ändern, haben gesagt: Mach das Beste daraus. Und das ist unter diesen Umständen geschehen", so Marko, und auch Christian Horner bestätigt, dass Perez "ein ziemlich großes Loch im Seitenkasten" hatte.

Dadurch habe er unter anderem Speed auf den Geraden verloren. Und so war das Überholen natürlich fast unmöglich, weshalb er am Ende bis zur Zieldurchfahrt hinter Nico Hülkenberg im Haas feststeckte.

Verstappen: Auto war am Ende "unfahrbar"

Und damit noch einmal zurück zum Weltmeister, der glaubt, dass mit seinem Auto bereits vor dem Norris-Crash irgendetwas nicht mehr stimmte. "Heute war es einfach sehr schlecht", berichtet er.

"Ich habe ehrlich gesagt keine Erklärung dafür, warum sich das Auto plötzlich von einer anfänglich guten Balance in ein unfahrbares Verhalten verwandelt hat, was normalerweise darauf hindeutet, dass auch etwas nicht stimmte", so Verstappen.

"Es muss irgendetwas mit dem Auto passiert sein, denn es war plötzlich nicht mehr fahrbar", betont der Weltmeister. "Aber selbst damit hätten wir heute gewinnen können, wenn wir nicht so viele Fehler bei den Boxenstopps gemacht hätten", ärgert er sich.

Für die Konkurrenz ist das natürlich kein gutes Zeichen, wenn Verstappen selbst mit einem "unfahrbaren" Auto fast noch gewonnen hätte ...

Hamilton: Schaden am Unterboden

Weil wir gerade bei Mercedes sind, wollen wir auch noch schnell auflösen, warum Hamilton im Ziel 23 Sekunden auf seinen Teamkollegen fehlten. "Ich habe mir früh eine Beschädigung eingefangen", berichtet er selbst.

Andrew Shovlin präzisiert: "Lewis hatte einen schwierigeren Nachmittag. Er hat sich früh im Rennen eine Beschädigung am Unterboden zugezogen, und das hat ihn zusammen mit der Zeitstrafe [...] aus dem Rennen um die Spitzenpositionen genommen."

Woher er den Schaden hatte, das weiß Hamilton übrigens nicht. "Ich bin mir nicht ganz sicher", grübelt er und erklärt, er habe sich vermutlich in Kurve 1 ein bisschen Schaden eingehandelt. Und danach sei der Unterboden "auseinandergefallen".

Möglicherweise hat er sich den Unterboden selbst kaputtgemacht, als er in Kurve 1 neben der Strecke war und über den Randstein gefahren ist.

Piastri: Verpasster Sieg "tut ein bisschen weh"

Letztendlich staubte George Russell den Sieg heute ab, doch auch Oscar Piastri hätte wohl beste Chancen dazu gehabt - wenn seine Q3-Runde gestern nicht gestrichen worden und er weiter vorne von P3 gestartet wäre.

So fehlten ihm im Ziel knapp zwei Sekunden auf Russell. "Ich weiß, dass es erst mein viertes Podium in der Formel 1 ist, aber so knapp vor einem Sieg tut es schon ein bisschen weh", gesteht der Australier.

"Ich denke, dass wir in der zweiten Hälfte des Rennens ziemlich stark waren", betont er und erklärt, dass es am Ende auch wichtige Punkte für das Team seien. "Aber wenn es so knapp ist, tut es einfach ein bisschen weh", so Piastri.

Zumal man bei McLaren ja immer noch nicht davon überzeugt ist, dass er gestern in Q3 wirklich komplett neben der Strecke war ...

Stella: Wollen nicht noch ein 2021

Auch über seinen Vergleich zur Saison 2021 hat der McLaren-Teamchef noch einmal gesprochen. Er erklärt, man müsse jetzt über einige Dinge nachdenken, "denn wir wollen kein weiteres 2021 erleben."

Über das damalige Duell zwischen Hamilton und Verstappen sagt er: "Ich denke, das war kein guter Zeitpunkt in der Formel 1. Es mag unterhaltsam gewesen sein, aber nicht aus den richtigen Gründen."

In diesem Zusammenhang müsse man sich auch noch einmal anschauen, ob man heute die richtige Strafe gegen Verstappen gewählt habe. Denn die Zehn-Sekunden-Strafe hatte am Ende überhaupt keine Auswirkung.

Und gleichzeitig habe Verstappen seinen Vorsprung in der WM sogar noch ausgebaut.

Stella bleibt bei seiner Kritik

In seiner Medienrunde hat der McLaren-Teamchef noch einmal betont, dass man die Situation heute seiner Meinung nach nicht richtig gehandhabt habe. Zu dem Crash sei es gekommen, "weil die Regeln einfach nicht durchgesetzt wurden."

"Es hätte gereicht, Max eine Verwarnung zu geben", glaubt er. Dann wäre der Weltmeister seiner Meinung nach vorsichtiger gewesen. Stattdessen habe Norris eine Strafe bekommen, weil er beim Überholversuch von der Strecke abkam.

Wenn man einen Überholversuch so hart bestrafe, "dann frage ich mich, welche Art von Rennen wir haben werden", zuckt Stella die Schultern. Seiner Meinung nach führe das dazu, dass die Fahrer dann gar nicht mehr attackieren.

"Wir sind nicht verärgert darüber. Wir denken nur, es ist falsch", stellt er klar und betont, man müsse in Zukunft Lösungen dafür finden.

Für Alonso wird es langsam eng

Max Verstappen steht nach dem heutigen Zwischenfall jetzt bei vier Strafpunkten. Das ist aber (noch) kein großes Thema, denn eine Rennsperre gibt es erst bei zwölf Punkten innerhalb eines Jahres.

Ein Problem bekommt dagegen langsam Fernando Alonso. Der Spanier kassierte heute nämlich ebenfalls zwei Strafpunkte für seinen Crash mit Guanyu Zhou. Damit steht er jetzt schon bei acht Zählern.

Und von denen verfallen in diesem Jahr auch keine mehr. Heißt: Sammelt Alonso in diesem Jahr noch vier weitere Strafpunkte, dann muss er ein Rennen aussetzen.

Die Übersicht über alle Strafpunkte findet ihr hier!

Horner: Hätte vermutlich gereicht

Auch Teamchef Christian Horner glaubt, dass der verpatzte Boxenstopp Red Bull heute um den Sieg gebracht hat. Er erklärt: "Wären sie mit einem Abstand von sechs Sekunden aus der Box gekommen, hätte [Lando] die Lücke wahrscheinlich geschlossen."

"Aber wir hätten es wahrscheinlich hinbekommen, es in den letzten Runden zu managen", so Horner. Doch weil der Stopp von Verstappen 6,5 Sekunden dauerte, kam Norris nur rund zwei Sekunden hinter Verstappen wieder aus der Box.

Zur Strafe sagt Horner, dass diese "etwas hart" sei. Letztendlich sei die ganze Situation "sehr frustrierend" gewesen, erklärt er. Seiner Meinung nach sei der Crash "ein Rennunfall" gewesen.

Mit einem besseren Stopp wäre es aber wohl gar nicht erst zu diesem gekommen.

Red Bull: Rennen schon vorher verloren

Laut Helmut Marko war der Norris-Crash zumindest nicht alleine dafür verantwortlich, dass man das Rennen heute nicht gewonnen hat. Bei ServusTV erklärt er: "Den Sieg gekostet haben mehrere Faktoren."

Entscheidend sei zum Beispiel gewesen, "dass der Boxenstopp daneben gegangen ist, dadurch ist Lando ins DRS-Fenster reingerutscht", erklärt Marko. Zudem habe man sich bei den Reifen vertan.

"Unsere Vermutung, dass bei heißem Wetter der harte Reifen die bessere Wahl sein wird, das war nicht der Fall", gesteht Marko. So musste Verstappen am Ende einen gebrauchten Medium nehmen.

Norris dagegen hatte noch einen frischen. "Das war auch so ein Faktor", so Marko. "Aber sehen wir es positiv. Wir haben die WM-Führung ausgebaut, sowohl in der Konstrukteurs-WM als auch in der Fahrer-WM", erinnert er.

Wolff widerspricht Stella

Toto Wolff ist übrigens nicht der Meinung, dass es nicht zum heutigen Crash gekommen wäre, wenn die FIA früher schon härtere Strafen gegen Verstappen ausgesprochen hätte. Das glaubt ja bekanntlich Andrea Stella.

"Ich glaube nicht, dass man diese Schlussfolgerung ziehen kann", grübelt er und erklärt: "Es braucht zwei, um Tango zu tanzen. Ich habe das Rennen von Lando und Max nicht gesehen, ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist."

"Also muss ich es erst sehen, bevor ich mir eine Meinung bilden kann", betont Wolff noch einmal. Aber er glaube nicht, dass es "eine Korrelation" zwischen dem heutigen Unfall und Vorfällen aus 2021 gebe.

Die Bilder zum Unfall ...

... haben wir in dieser Fotostrecke einmal für euch zusammengestellt:

Fotostrecke: Der Unfall von Lando Norris und Max Verstappen in Spielberg Motorsport Images

Foto: Motorsport Images

Nach dem letzten Boxenstopp ist Norris schneller als Verstappen und schafft es ins DRS des Weltmeisters. Mehrere Runden lang attackiert er den Niederländer und ...

Verstappen vs. Norris

Die wichtigsten Aussagen der beiden Protagonisten haben wir ja bereits im Ticker zusammengefasst. Mein Kollege Norman Fischer hat in diesem Artikel aber jetzt noch einmal ganz genau aufgearbeitet, was sich die beiden nach Rennende gegenseitig an den Kopf geworfen haben.

Warum es keine unsichere Freigabe war

Bereits beim ersten Boxenstopp zuvor gab es eine knifflige Szene, als Red Bull Verstappen aus der Box ließ und dieser fast in Norris gekracht wäre, der gerade selbst in seine Box einbiegen wollte.

Die Stewards sahen sich das an, sprachen letztendlich aber keine Strafe aus. Im Urteil heißt es zwar, dass es "die Möglichkeit" gebe, dass Verstappen Norris bei der Anfahrt zum Boxenstopp behindert habe.

Eine Strafe gebe aber nur dann, wenn eine Aktion in der Boxengasse potenziell gefährlich für Teampersonal oder andere Fahrer sei. Und das sei hier nicht der Fall gewesen: Hier die Begründung im Wortlaut:

"Car 1 was released from its pit stop station when Car 4 was approaching. There is a possibility that Car 1 hindered Car 4 on its approach to the pit stop. However, Article 34.14 a) specifies that a car is considered to be released in an unsafe manner if it could endanger pit lane personnel or another driver. This was not the case and therefore no further action is taken."

Wolff entschuldigt sich bei Russell

Der Mercedes-Teamchef bekam den Crash gar nicht mit und verrät bei Sky: "Ich habe es gar nicht gesehen. In meiner Aufregung habe ich nur gesehen, dass einer einen Reifenschaden hatte und der andere glaube ich auch."

"Wie es passiert ist, weiß ich nicht. Sie sind gute Freunde. Sie werden heute im Flieger nach Hause sicherlich einiges zu besprechen haben", so Wolff, der nach dem Unfall selbst etwas übermotiviert war.

Er funkte Russell in seiner Euphorie nämlich mitten in der Bremszone an, dass dieser das Rennen gewinnen könne. "Das war eines der dümmsten Dinge, die ich je gemacht habe, muss ich wirklich sagen", schmunzelt Wolff.

"Ich habe überhaupt nicht geschaut, wo er ist. Ich habe nur gesehen, dass die beiden sich in die Kiste fahren. Das ist mir zum ersten Mal in zwölf Jahren passiert. Er steht voll auf der Bremse aus 320 km/h und ich berichte ihm da, dass die beiden kollidiert sind."

Dafür entschuldigte er sich dann nach Rennende erst einmal.

Warum Verstappen bestraft wurde

Wir haben von Timo Glock ja schon sehr gut erklärt bekommen, warum Verstappen sich nicht korrekt verhalten hat. In diesem Zusammenhang wollen wir auch noch die offizielle Begründung der Rennkommissare für die Zehn-Sekunden-Strafe nachreichen.

Diese kamen zu dem Schluss, dass Verstappen "überwiegend" der Schuldige sei, da Norris bereits neben ihm gewesen und Verstappen dann nach links gefahren sei. Hier die komplette Begründung im Wortlaut:

"Car 1 was approaching turn 3 with Car 4 alongside on his left. Before turning in, the driver of Car 1 moved to the left, causing a collision with Car 4. The Stewards determine that the driver of Car 1 was predominantly at fault and therefore impose the above mentioned penalty in line with precedents."

Glock: Darum war Verstappens Aktion problematisch

Experte Timo Glock sagt bei Sky über die Situation: "Er geht von der Seite aus erst nach links rüber, nach innen, sieht, dass Lando Norris nach außen geht und lässt sich dann wieder diese halbe Wagenbreite nach außen tragen."

"Jetzt ist die Frage: Wo soll Lando Norris da hingehen? Er fährt ihm dann sozusagen vors Auto. Dadurch der Schaden", so Glock, der erklärt: "Die Problematik ist erst einmal der DRS-Überschuss von über 24 km/h."

"Dann kommst du in die Position, nah dran zu sein und willst überholen. Mit dem Überschuss positionierst du dich, willst ein bisschen später bremsen, und dann kannst du nichts mehr machen."

"Wenn dir der Vordermann dann vors Auto oder ins Auto fährt, dann kommt es zum Unfall. Deswegen hat man gesagt, mit diesem DRS-Effekt und dem späten Bremsen mit dem Überschuss, ist es nicht mehr erlaubt, auf der Bremse das Auto zu bewegen."

"Du musst dich einmal entscheiden, einmal sagen: Ich fahre auf die Kurve drauf zu und verteidige auf der Innen- oder der Außenseite. Und das hat Max Verstappen sozusagen ausgereizt bis in den Graubereich", so Glock.

Und letztendlich sei der Weltmeister dann sogar etwas über dem Limit gewesen.

Norris: Verstappen soll Fehler einsehen

Auch der Brite selbst war bei den Kollegen von Sky im Interview und hat auf die Frage, ob er noch immer den gleichen Respekt vor Verstappen habe, geantwortet: "Es kommt darauf an, was er sagt."

"Wenn er sagt, dass er nichts Falsches getan hat, dann werde ich viel Respekt vor ihm verlieren", so Norris, der erklärt, Verstappen solle gestehen, dass die Aktion "etwas dumm" gewesen sei.

Außerdem sei der Niederländer "etwas rücksichtslos" gefahren, findet er und erklärt, er würde es respektieren, wenn Verstappen das zugeben würde. Aktuell sei ihm das aber auch egal.

"Mir tut es einfach nur leid für das Team", so Norris.