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18-Zoll-Reifentests von Pirelli: 2021er-Formel-1-Autos doch erlaubt

Wo die Formel-1-Regeln für 2021 ein Schlupfloch für Pirelli-Reifentests mit aktuellen Autos lassen und warum vor allem McLaren davon profitieren könnte

18-Zoll-Reifentests von Pirelli: 2021er-Formel-1-Autos doch erlaubt

Nur ältere Formel-1-Fahrzeuge dürfen für 18-Zoll-Reifentests von Pirelli verwendet werden. Eigentlich. Doch das Sportliche Reglement der Formel 1 lässt ein Schlupfloch, dass auch Autos der neuen Generation 2021 für Pirelli-Probefahrten herangezogen werden können. Und davon wiederum dürfte vor allem McLaren profitieren.

McLaren ist das einzige Team in der Formel 1, das zur Saison 2021 den Antriebspartner wechselt und von Renault- auf Mercedes-Motoren umsteigt. Das bedeutet: Der britische Rennstall verfügt zwar noch über seine Rennwagen aus der jüngeren Vergangenheit, kann sie aber aufgrund des Antriebswechsels nicht mehr einsetzen. Damit wäre McLaren von Pirelli-Reifentests ausgeschlossen.

Denn in Artikel 10.5 des Sportlichen Reglements heißt es im Abschnitt c), der Reifentests beschreibt: "Nur Autos, die in den Saisons 2018, 2019 oder 2020 angetreten sind, können - entsprechend modifiziert - an solchen [Reifen-] Tests teilnehmen, die vor der ersten Veranstaltung der Saison 2021 stattfinden."

Welche Details das Reglement festlegt

Entscheidend an dieser Formulierung ist: Sie regelt nur das Vorgehen bis zum Saisonstart 2021, nicht aber das Vorgehen während der Rennsaison. Und das kann als Freibrief für die Teams gelten, (leicht modifizierte) 2021er-Fahrzeuge für Pirelli-Reifentests zu verwenden, sobald das erste Rennen gefahren ist, zumal bislang keine Reifentests für die Zeit vor Saisonbeginn angesetzt wurden.

Für die Formel-1-Teams wäre der Einsatz der dann aktuellen Autos eine Win-Win-Situation: Sie müssten nicht ältere Fahrzeuge umrüsten und rennbereit halten, sondern könnten zusätzliche Testrunden mit ihren 2021er-Autos drehen. Und jeder Kilometer hilft bekanntlich.

Zwar heißt es hierzu ebenfalls in Artikel 10.5 c): "[Es gibt 2021] 25 Testtage, einzig zu dem Zweck, dem Reifenlieferanten die Möglichkeit zu geben, Verbesserungen am Design seiner Reifen zu testen." Doch selbst bei von Pirelli vorgegebenem Set-up und untersagten Änderungen an der Abstimmung könnten die Teams neue Erkenntnisse über ihre Fahrzeuge gewinnen.

Keine Entwicklungsteile für 2022 erlaubt

Eine Einschränkung aber trifft das Sportliche Reglement: Entwicklungsteile für 2022 sind tabu. Dazu erneut Artikel 10.5 c): "Abgesehen von den Reifen und Felgen [...] ist weder ein Auto noch eine Teilkomponente zugelassen, deren Zweck es ist, technische Informationen über das Technische Reglement 2022 zu sammeln." An den insgesamt veranschlagten 25 Testtagen von Pirelli sollen nämlich vorrangig die neuen 18-Zoll-Reifen ausprobiert werden.

Ursprünglich hätte die neue Reifengröße schon 2021 in der Formel 1 debütieren sollen, wurde aufgrund der Coronakrise aber mit dem neuen Technischen Reglement auf 2022 verschoben. Und darauf muss sich Pirelli noch vorbereiten.

Schon im November 2020 hatte Pirelli-Sportchef Mario Isola jedoch Zweifel angemeldet, ob seine Firma im Jahresverlauf 2021 überhaupt auf das volle Testprogramm kommen würde. "Die 25 Testtage unterzukriegen, das dürfte schwierig werden", hatte er gesagt. Isola deutete an, vermehrt direkt nach Grands Prix testen zu wollen. Bestätigt ist das aber bisher nicht.

Erste Tests schon 2020, aber ...

Erste 18-Zoll-Testfahrten waren im Frühjahr 2020 von Ferrari absolviert worden, noch vor dem Beginn der Coronakrise in Europa. Alle danach angesetzten 18-Zoll-Tests waren abgesagt worden.

Bis zum Abschlusstest 2021 in Abu Dhabi im Dezember muss Pirelli seine 18-Zoll-Reifen ausgereift haben, damit diese Pneus wie vorgesehen zur Formel-1-Saison 2022 eingeführt werden können.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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