2023 überall stark? Russell kündigt "kompletteren" Mercedes an

Mercedes erlebt nach sieben Jahren Dominanz in der Formel 1 2022 ein Auf und Ab - George Russell ist überzeugt, dass das Team 2023 überall stark sein wird

2023 überall stark? Russell kündigt "kompletteren" Mercedes an
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George Russell ist zuversichtlich, dass das Mercedes-Formel-1-Team in der Formel-1-Saison 2023 ein "kompletteres" Auto an den Start bringen wird, das überall konkurrenzfähig ist. Mercedes war in diesem Jahr mit am schwersten vom "Porpoising" betroffen. Auf Strecken, auf denen mit viel Abtrieb gefahren wird, waren die Silberpfeile wieder konkurrenzfähig.

Russell verspricht große Fortschritte beim W14 auch auf anderen Streckentypen: "Ich bin zuversichtlich, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben. Wir haben uns auf eine Philosophie bei der Entwicklung festgelegt, bei der ich überzeugt bin, dass wir die richtige Wahl getroffen haben."

"Wir haben uns ein klares Ziel gesetzt, was schon einmal an sich positiv ist. Das versuchen wir zu erreichen. Ob wir das erreichen können? Ich habe vollstes Vertrauen, dass wir das können. Was wir natürlich nicht wissen, ist, wie stark sich unsere Rivalen über den Winter verbessern werden. Aber ich bin überzeugt, dass wir 2023 ein kompletteres Auto für alle Strecken haben werden."

Er stützt sich dabei aus Zahlen aus dem Entwicklungsprozess. Naturgemäß sind die Entwicklungsschritte im ersten Winter nach der Einführung eines neuen Reglements am größten. Was Russell zuversichtlich stimmt, ist auch die Tatsache, dass Mercedes seinen Problemen während des "Triple-Headers" Spa-Zandvoort-Monza auf den Grund gegangen ist und sie verstanden haben will.

"Wir haben die Rennen, in denen wir konkurrenzfähig gewesen sind, und diejenigen, in denen wir zu langsam gewesen sind, intensiv analysiert. Und ich glaube, dass es uns gelungen ist, ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum wir auf manchen Strecken so viel stärker als auf anderen gewesen sind. Das ist uns erst mit der Zeit gelungen. Der 'Triple-Header' nach der Sommerpause hat uns dabei sehr geholfen."

Von Selbstgefälligkeit nichts zu spüren

Russell bestätigt, dass die Erfahrungen für das nächste Jahr gemacht wurden, also höchstens begrenzten Einfluss auf dieses Jahr haben werden: "Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, weil uns das hoffentlich für das nächste Jahr einen Vorteil geben wird. Aber wir hatten jetzt genügend Rennen und dabei so viele verschiedenen Situationen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass uns noch irgendetwas überrascht."

"Wir hatten Probleme mit dem 'Porpoising', wir hatten Probleme mit dem Fahrkomfort und wir hatten beschädigte Unterböden, weil das Auto durchgeschlagen ist. Wir hatten so viele Probleme und glauben, dass wir jetzt die Richtung eingeschlagen haben, die wir einschlagen müssen. Hoffentlich geht damit auch eine bessere Rundenzeit einher."

Den Vorwurf, dass das Mercedes-Team nach Jahren der Dominanz selbstgefällig geworden sei, will er nicht gelten lassen: "Dass sie nicht selbstgefällig geworden sind, war einer der Faktoren für ihre jahrelange Dominanz. Außerdem fand ich es sehr beeindruckend, dass wir die Philosophie ohne Seitenkasten eingeführt haben."

"Das mag für uns diese Saison nicht funktioniert haben, aber für mich zeigt das, dass das Team selbst nach so vielen Jahren des Erfolgs weiter die Grenzen verschieben und innovativ sein möchte. Das gibt mir Zuversicht im Hinblick auf die Zukunft."

"Manchmal muss man mutige Entscheidungen treffen. Mal geht das nach hinten los und mal zahlt sich das aus. Wenn man selbstgefällig ist und den einfachen Weg beschreitet, wird man nie Erfolg haben. Wir loten hingegen weiterhin die Grenzen aus."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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