2026er-Regeln: F1-Teamchefs fordern Geduld und Besonnenheit
Komatsu, Briatore, Mekies und Wheatley sind sich einig: Fünf Rennen braucht die Formel 1, bevor Regeländerungen für 2026 beschlossen werden
Das seltsame Überholen war in Melbourne das große Thema
Foto: AFP
Ayao Komatsu mahnt zur Geduld, und er steht damit nicht allein. Der Haas-Teamchef sowie Alpine-Boss Flavio Briatore, Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies und Audi-Teamchef Jonathan Wheatley sprechen sich gegen übereilte Änderungen am neuen Formel-1-Regelwerk 2026 aus.
Die neuen Vorschriften haben die Formel 1 grundlegend verändert. Chassis und Antriebseinheit wurden überarbeitet, und der stark erhöhte Anteil elektrischer Energie macht das Batterie-Management zur zentralen Herausforderung. Fahrer müssen auf Geraden herunterschalten oder vor dem Apex früh das Gas lupfen, um Energie zurückzugewinnen.
Das sorgt für Kritik. Max Verstappen bezeichnete das neue Regelwerk als "Formel E auf Steroiden", Lando Norris schloss sich dem an. George Russell und Kimi Antonelli hingegen verteidigten die neuen Regeln. Beim Saisonauftakt in Melbourne zeigte das sogenannte "Yo-yo-Racing" seine volle Wirkung und komplexere Starts führten fast zur Kollision zwischen Franco Colapinto und Liam Lawson.
Stetiger Dialog mit der FIA

Der Start in Melbourne wäre beinahe schiefgegangen
Foto: LAT Images
Komatsu erkennt die Kritik, warnt aber vor überstürzten Reaktionen. "Wir haben uns in der F1-Kommission in Bahrain darüber ausgetauscht. Wir waren uns einig, dass wir nicht kniereflexartig handeln sollten. Wenn wir etwas ändern, dann einmal und richtig", sagte der Japaner.
Laurent Mekies sieht das ähnlich. "Wir führen sehr offene Gespräche. Die Botschaft war klar: Lasst uns diese ersten Rennen abwarten und schauen, was wir daraus lernen. Wenn Anpassungen nötig sind, wird der Wille dazu auf dem gesamten Grid vorhanden sein", so der Red-Bull-Teamchef. Nach dem China-Grand-Prix wolle man erneut zusammenkommen und mögliche Anpassungen kurz-, mittel- und langfristig besprechen.
Jonathan Wheatley betonte die technische Komplexität des neuen Reglements. "Jede neue Strecke legt weitere Bereiche frei, in denen das Auto anders abgestimmt werden muss. Das sind ambitionierte Vorschriften, und die Autos sind extrem komplex zu managen", sagte der Audi-Teamchef. Er lobte die offene Kommunikation zwischen Teams und FIA als ermutigend.
Bessert sich das Ganze auf anderen Strecken?
Flavio Briatore hielt sich kurz, traf aber den Kern. "Es ist viel zu früh für ein abschließendes Urteil. Es gibt Gespräche mit der FIA und den Teams, und gemeinsam wird man die beste Lösung für den Sport, die Teams und die Zuschauer finden", sagte der Alpine-Boss
Entscheidend ist für Komatsu die Streckenabhängigkeit des neuen Reglements. Melbourne sei frontlastig und für Überholmanöver schwierig. Shanghai biete lange Geraden und bessere Bedingungen zur Energierückgewinnung.
Suzuka ähnele eher Melbourne, Bahrain als hecklastige Strecke mache das Fahren spürbar leichter. Dschidda und Miami böten erneut völlig andere Voraussetzungen auf der Aero-Map.
"Grob gesagt sind es etwa fünf Rennen", erklärte Komatsu. "Wenn man diese Strecken absolviert hat, haben wir eine gute Basis für eine fundierte Entscheidung." Ob Bahrain und Dschidda wegen des anhaltenden Nahostkonflikts überhaupt stattfinden, ist derzeit noch offen. Das neue Regelwerk soll mindestens bis 2030 gelten, was für alle Beteiligten ein weiteres Argument für Sorgfalt vor Schnelligkeit ist.
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