27. September: Sauber-Team plant Bekanntgabe (aber noch nicht Audi)

Korrektur: In diesem Artikel hatten wir ursprünglich über einen Audi-Einstieg bei Sauber berichtet, dabei sind wir jedoch Falschinformationen aufgesessen

27. September: Sauber-Team plant Bekanntgabe (aber noch nicht Audi)
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Das Schweizer Sauber-Team hat auf seinem Twitter-Kanal am Donnerstagmorgen eine "Bekanntgabe in Kürze" angekündigt, und zwar konkret für den 27. September. Der Tweet steht unter dem Hashtag #KeepMakingHistory - also frei übersetzt: "Lasst uns weiterhin Geschichte schreiben!"

In einer früheren Version dieses Artikels hatte 'Motorsport.com' berichtet, dass es sich dabei um die Verlautbarung des Audi-Deals handelt. Dies ist jedoch nicht korrekt. Vielmehr wird eine andere Bekanntgabe des Sauber-Teams erwartet, womöglich eine Nachricht über die Fahrerbesetzung 2023 oder einen neuen Partner.

Ein Audi-Einstieg bei Sauber wird davon unabhängig weiterhin erwartet, bleibt vorerst aber Gegenstand von Spekulationen. Zuletzt war von einer Übernahme von letztendlich 75 Prozent der Teamanteile die Rede (bis 2026), mit einer in mehreren Tranchen durchgeführten Transaktion, die zunächst bei einer Stufe von 25 Prozent beginnen könnte.

Die restlichen 25 Prozent, so zumindest der letzte Wissensstand von "Radio Fahrerlager", möchte der bisherige Teameigentümer Finn Rausing (Tetra Pak) für sich behalten. Dennoch wird das Team, so berichten es gut informierte Kreise, Audi heißen und als "reinrassiges" Werksteam auftreten.

Neues Kapitel in der Geschichte von Sauber Motorsport

Für das Sauber-Team bricht damit ein neues Kapitel an. Firmengründer Peter Sauber hat 2016 seine letzten Anteile an die Investmentgesellschaft Longbow Finance verkauft, innerhalb derer auch die Rausing-Familie erstmals als Teilhaber auftrat.

Seit 2018 ist Alfa Romeo Titelsponsor des Schweizer Rennstalls, seit 2019 auch alleiniger Namensgeber. Die Zusammenarbeit mit der Marke Alfa Romeo endet jedoch Ende 2023 - eine unweigerliche Konsequenz des Audi-Einstiegs, weil sonst zwei konkurrierende Automobilhersteller am gleichen Team beteiligt wären.

Was gibt's Neues von Porsche?

Während der Audi-Einstieg in die Formel 1 ab 2026 damit bereits sehr konkrete Formen annimmt, gibt's von Konzernschwester Porsche weiterhin keine handfesten Neuigkeiten. Dem Vernehmen nach wird nach dem Platzen des Red-Bull-Deals keine Partnerschaft mit einem bestehenden Team in Betracht gezogen, sondern es werden alternative Szenarien geprüft.

Ebenfalls kein Thema ist, so zumindest Informationen von 'Motorsport.com', ein Joint-Venture mit Michael Andretti, der genau wie Porsche in die Formel 1 einsteigen möchte. Dabei hätte Andretti-Porsche sowohl unter Fans als auch im Formel-1-Paddock durchaus seine Fans.

Warum Wolff gegen Andretti, aber für Andretti-Porsche ist

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte sich zum Beispiel stets klar dagegen deklariert, mit Andretti ein privat geführtes Team als elften Teilnehmer in den exklusiven Klub der Formel 1 einzulassen. Sollte Andretti jedoch einen global bekannten OEM wie Porsche im Schlepptau haben, würde er seine Meinung ändern.

"Wenn jemand neu in die Formel 1 einsteigen möchte, steht es jedem frei, sich bei der FIA zu melden", sagt Wolff. "Dann müssen die FIA und die Formel 1 verstehen, ob ein solches Team für unser Business gewinnbringend sein könnte. Das war bisher nicht der Fall."

"Wenn jetzt aber ein Team mit einem OEM daherkommt, sind das ganz andere Voraussetzungen. Ich sage das aus meiner Sicht als Anteilseigner eines Teams: Wenn der Kuchen größer wird, habe ich kein Problem damit, den Kuchen mit mehr Leuten als bisher zu teilen."

Was Wolff damit meint: Während ein Andretti-Team zwar zweifellos bei Fans beliebt wäre, ist der finanzielle Benefit, den es in die Formel 1 einbringen könnte, mutmaßlich überschaubar. Ein Hersteller wie Porsche hingegen hat in der Regel große Blue-Chip-Sponsoren im Schlepptau, die zum Beispiel Bandenwerbung an Rennstrecken buchen und so den Kuchen so für alle vergrößern.

Wird der Kuchen nicht größer, haben die bestehenden Teams nachvollziehbarerweise ein Interesse daran, nicht mit mehr Leuten zu teilen. Wolff erklärt: "Die Formel 1 prosperiert, weil wir zehn Teams mit einer eigenständigen DNA haben, die über viele Jahre hinweg mehrere Milliarden in die Formel 1 investiert haben. Das hat die Formel 1 zu dem gemacht, was sie heute ist."

Wolff: Viel Polemik im Gerede um seinen Einfluss

Ein Investment, das diejenigen, die es getätigt haben, schützen wollen. Wolff hat aus seiner Position bei diesem Thema nie einen Hehl gemacht. Gleichzeitig betont er aber, dass er keinerlei Entscheidungsgewalt besitzt: "Ich kann meine Meinung abgeben. Aber ich glaube, Mohammed (bin Sulayem, FIA-Präsident) und Stefano (Domenicali, Formel-1-CEO; Anm. d. Red.) werden ihre eigenen Entscheidungen treffen."

"Ganz egal, was ich sage: Wenn Stefano glaubt, dass dadurch mehr Sponsorengeld reinkommt, wird er dafür sein. Und wenn die FIA glaubt, dass ein elftes Team gut für die Formel 1 wäre, werden sie auch dafür sein. Die Teams haben da kein Mitspracherecht. Dieses ganze Gerede, dass Toto so großen Einfluss darauf hat, andere Teams auszusperren, ist reine Polemik", sagt Wolff.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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