3:0 für Piastri: Warum es bei Weltmeister Norris noch nicht läuft
Lando Norris zieht im teaminternen McLaren-Duell gegen Oscar Piastri erneut den Kürzeren: nach Problemen in den Trainings fehle dem Briten schlicht die Zeit im Auto
Aufholjagd: Lando Norris holt verpasste Suzuka-Kilometer in der Qualifikation nach
Foto: LAT Images
Lando Norris tut sich in der Anfangsphase der Formel-1-Saison 2026 weiterhin schwer. In der Qualifikation zum Großen Preis von Japan kam der Weltmeister nicht über Platz 5 hinaus. (Zum Qualifying Bericht) Der Startplatz allein wäre unter den aktuellen Umständen wohl noch zu verkraften, wenn da nicht Oscar Piastri wäre, der zeigt, was möglich ist.
Sein Teamkollege stellte den McLaren in Suzuka auf einen starken 3. Platz - nur knapp sechs Hundertstelsekunden hinter George Russell im Klassenprimus Mercedes auf Platz 2. Schlimmer noch: Norris verlor auf Piastri ganze drei Zehntelsekunden. Damit steht es im direkten Qualifying-Duell 3:0 für den Australier. (Hier geht es zu den Team-Duellen)
Macht der Weltmeister gerade ein Formtief durch? Nun, in China lag Norris nur sechs Hundertstelsekunden hinter Piastri, in Australien war es eine gute Zehntelsekunde. Ganz so klar ist die Sache also nicht. In Suzuka kam für den Briten erschwerend hinzu, dass er schon in den Freien Trainings ins Hintertreffen geriet.
Norris fehlen Runden zum Verständnis
Im 1. Freien Training hatte es Verzögerungen gegeben und auch im 2. Freien Training hatte McLaren laut Teamchef Andrea Stella einige Probleme am Boliden zu lösen. "Heute Morgen im 3. Freien Training mussten wir die Batterie noch einmal wechseln." Norris habe "sein Bestes" gegeben, "um die Auswirkungen dieser Unterbrechungen zu minimieren".
Um in Suzuka auf der Höhe des Teamkollegen sein zu können, fehlten Norris einfach Runden. Er habe viel mit dem Set-up probiert, sei keine Runden mit viel Benzin gefahren und habe keine zusammenhängenden Runden auf den Asphalt gebracht. Erst in der Qualifikation habe er verstanden, "wie ich das Auto mehr pushen kann".
Norris ist am Ende mit dem Ergebnis dennoch weitestgehend zufrieden. "Hätte ich besser sein können? Ja. Es hätte aber auch viel schlimmer kommen können. Ich werde es hinnehmen und mich so gut wie möglich auf morgen vorbereiten."
Stella gibt Hoffnung auf "normales Rennen" nicht auf
Auch Zak Brown spricht "in Anbetracht all der Umstände" daher von einem guten Wochenende für McLaren. "Und Hut ab vor dem Team, dass sie ihn [Norris] heute so schnell wieder rausgebracht haben."
"Wenn da immer wieder ein bisschen der Rhythmus gebrochen wird", sei das keine einfache Situation für Norris, resümiert auch Sky-Experte Timo Glock. Die fehlende Zeit auf der Strecke forciert die Rückstände im Verständnis mit den neuen Regularien. Auch der Weltmeister selbst ist sich sicher, dass fehlende Zeit auf der Strecke jetzt sicherlich mehr koste, als vorher.
Speziell in Suzuka sei es laut Norris mit dem neuen Asphalt und den neuen Autos schwieriger zu verstehen, "wie der Antrieb funktioniert, um die Batterie richtig hinzubekommen". "Man muss an einigen Stellen mehr lupfen." Das müsse dann wieder im Set-up angepasst werden, "weil man mehr lupfen muss".
"Ich glaube, sobald man diese Probleme bei Lando Norris im Griff hat, sind beide McLaren wieder in einer guten Position", so Glock weiter. Nach dem Doppelaus in China hat Teamchef Stella derweil nur einen Wunsch: "Hoffentlich können wir morgen ein normales Rennen haben und einige Punkte einfahren."
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