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52. Todestag von Jim Clark: Warum seine Statistiken noch immer begeistern

Jim Clark verstarb heute vor 52 Jahren bei einem schweren Unfall in Hockenheim - Warum er bis heute zu den Größten zählt und was hätte sein können

James Clark Junior, den meisten als Jim Clark bekannt, zählt bis heute zu den größten Formel-1-Fahrern aller Zeiten. Warum das seine Berechtigung hat, zeigt ein Blick auf die Zahlen.

Clark fuhr in einer Zeit, in der wesentlich weniger Rennen bestritten wurden, und in der technisch bedingte Ausfälle an der Tagesordnung waren. Trotzdem taucht sein Name in den ewigen Statistiken der Königsklasse des Motorsports noch immer ganz weit oben auf.

Clark fuhr in seiner Karriere lediglich 72 zur Weltmeisterschaft zählende Formel-1-Läufe und belegt trotzdem in zahlreichen Statistiken Top-10-Plätze. Und das, obwohl Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Lewis Hamilton jeweils eine eigene Erfolgsära im modernen Grand-Prix-Sport hatten - mit wesentlich mehr Gelegenheiten, ihre Statistiken zu verbessern.

Clarks eindrucksvolle Statistiken

Der Große Preis von Südafrika 1968 in Kyalami bescherte Clark den 25. Karrieresieg. Damit schlug er Juan-Manuel Fangios Rekord, der seit 1957 gestanden hatte. Insgesamt hat Clark damit 34,7 Prozent der Rennen gewonnen, an denen er teilgenommen hat.

Bildergalerie: Fotos aus der Formel-1-Karriere von Jim Clark

Fünf Jahrzehnte später steht Clark auf Platz neun in der ewigen Liste der Grand-Prix-Sieger. Mit seinem Sieganteil steht er auf Platz drei hinter Fangio (mit wohl unerreichbaren 46,15 Prozent) und Alberto Ascari (39,39 Prozent) und knapp vor Hamilton.

Noch eindrucksvoller sind Clarks Statistikwerte an Siegen innerhalb einer Saison. Hier ist er sogar gleich zweimal in den Top 10 vertreten. Mit sieben Siegen aus zehn Rennen 1963 liegt er auf Platz drei nur hinter Ascari (sechs aus acht im Jahre 1952) und Michael Schumacher (13 aus 18 in der Saison 2004).

Sechs Siege aus zehn Rennen im Jahre 1965 sind der siebtbeste Wert in der Tabelle. Allerdings trat Clark in jenem Jahr nur bei neun Rennen an. Den Monaco-Grand-Prix ließ er für das Indianapolis 500 sausen, das er bei der Gelegenheit auch gleich gewinnen konnte. Auch gelangen ihm in jenem Jahr fünf Siege in Folge - ein Kunststück, das nur fünf weiteren Piloten gelungen ist.

 

Natürlich sind das Statistiken, die stark durch technische Probleme beeinflusst werden können. Das gilt in der Regel weniger für Bestzeiten im Qualifying, die bekanntermaßen deutlich kürzer sind.

Hier wird es noch spektakulärer: Clarks 33 Poles bringen ihm noch immer Platz fünf in der ewigen Bestenliste zusammen mit Alain Prost ein. Dass er diese in lediglich 72 Anläufen geholt hat, beschert ihm eine Quote von 45,83 Prozent. Damit liegt er nur hinter Fangio und weit vor den schnellsten Fahrern ihrer Zeit wie Alberto Ascari, Ayrton Senna oder Lewis Hamilton.

Ähnliches gilt für die Anzahl schnellster Runden: Rechnet man die Anomalie des Indy 500 heraus, das zwischen 1950 und 1960 zur Weltmeisterschaft zählte, liegt Clark mit 28 auf Rang sieben. Beim Prozentsatz (38,89) liegt er wiederum auf Platz zwei hinter Fangio.

13 Mal gelang es dem Schafhirten aus Schottland, jede Runde eines Rennens anzuführen - nur Senna, Hamilton (beide 19) und Vettel (15) haben das öfter geschafft. Michael Schumacher, dessen Dominanz in den frühen 2000er-Jahren zu viel Kritik an der "langweiligen" Formel 1 geführt hat, ist das nur zehnmal gelungen. Allerdings gab es in seiner aktiven Zeit auch verschiedene Rennstrategien, die das erschwerten.

Davon abgesehen hält Clark noch immer den Rekord für die meisten angeführten Runden innerhalb einer Saison - 71,5 Prozent in der Saison 1963.

Ein Indikator, der technische Defekte nahezu ausblendet, ist die Anzahl von Rennen, in denen der Fahrer mindestens eine Runde geführt hat. Rechnet man hier das Wunder von Markus Winkelhock (dank des Regenchaos am Nürburgring 2007 uneinholbar mit 100 Prozent auf Platz eins) und die Fahrer heraus, die ausschließlich das Indy 500 bestritten, liegt Clark auf Rang drei.

Fangio führt diese Statistik mit 74 Prozent (38 von 51 Rennen) an, Zweiter ist Ascari mit 63 Prozent (21/33), dann folgt Clark mit 59,7 Prozent (43/72). Er liegt damit knapp vor Hamilton und weit vor Senna.

Jim Clark in der Formel-1-Datenbank

Bei der absoluten Anzahl angeführter Runden liegt Clark noch immer auf Position sieben. Vor ihm liegen ausschließlich Fahrer, die an zwei- bis dreimal so vielen Rennen teilgenommen haben wie er selbst.

Clark liegt auch in den Top 10 bei der Anzahl von Poles, die in Siege umgesetzt wurden (15). Er teilt sich Rang sieben in dieser Statistik mit Fangio und Nico Rosberg.

Bei der Anzahl der "Grand Slams" (Pole, Sieg und schnellste Runde) liegt Clark auf Rang drei hinter Schumacher und Hamilton. Ihm gelang dieses Kunststück elfmal. Prozentual auf die Anzahl seiner Rennen gesehen, ist er noch immer Dritter, aber diesmal hinter Fangio und Ascari.

Nimmt man noch härtere Kriterien ("Grand Slam" plus alle Runden geführt) ist Clark mit acht in seiner eigenen Liga. Die einzigen, die dem auch nur nahekommen, sind Hamilton (sechs), Ascari (fünf) und Vettel (vier). Prozentual gesehen ist Ascari besser, dessen Karriere nach lediglich 33 Weltmeisterschaftsläufen endete, was dessen fünf "Super-Grand-Slams" noch eindrucksvoller macht.

Was hätte sein sollen

Clarks Bilanzen könnten noch deutlich besser aussehen, hätte es nicht immer wieder Schicksalsschläge gegeben. Technische Defekte haben ihm mindestens drei weitere WM-Titel genommen (1962, 1964 und 1967).

Oft hatte Clark das schnellste Auto im Feld, konnte aus diesem aber noch einmal deutlich mehr rausholen als andere große Namen seiner Zeit. Graham Hill - zu diesem Zeitpunkt bereits Weltmeister von 1962 und mit zehn Grand-Prix-Siegen auf dem Konto - konnte ihn 1967 als Teamkollege kaum gefährlich werden.

Und das, obwohl Clark aus steuerlichen Gründen nicht zu Testfahrten mit dem neuen Lotus 49 nicht nach England kommen konnte. Hill machte die Abstimmungsarbeit. Wenig überraschend holte Hill dann die Pole-Position beim Debüt in Zandvoort. Clark, der sich noch auf den neuen Boliden einschießen musste, startete nur von Platz acht.

Doch binnen 16 Runden ging der Schotte an die Spitze und hielt diese bis ins Ziel. Dass er in jenem Jahr nicht zum dritten Mal Weltmeister wurde, war technischen Problemen mit dem neuen Auto plus neuem Motor geschuldet.

Doch auch mit unterlegenem Material wusste Clark zu überzeugen: Als die Formel 1 zur Saison 1966 von 1,5- auf 3-Liter-Motoren umstellte, machte Jack Brabham mit seinem Brabham-Repco das Feld nieder.

Jim Clark, Colin Chapman

Jim Clark und Colin Chapman: Wie wäre die Story ohne Clarks Tod weitergegangen?

Foto: Rainer W. Schlegelmilch

Lotus hatte keinen Motor mit drei Litern Hubraum und musste den größten Teil der Saison mit 2-Liter-Climax-Motoren klarkommen. Trotzdem holte Clark damit zwei Pole-Positions. Noch erstaunlicher: Er brachte ein Rennen in Watkins Glen mit BRMs überkomplizierten, überreizten und übergewichtigen H16-Aggregat nicht nur zu Ende, sondern gewann es auch noch.

Zu Clarks 25 Grand-Prix-Siegen kommen 19 weitere in Formel-1-Fahrzeugen bei Rennen, die nicht zur Weltmeisterschaft zählten. Er holte diese bei 53 Starts. Damit kommt er auf eine Siegquote von 35,8 Prozent - bemerkenswert ähnlich zu seinen 34,7 Prozent bei Weltmeisterschaftsläufen. Hinzu kommen 28 Poles (52,8 Prozent).

Clark war nicht nur ein Meister des Grand-Prix-Sports, sondern brachte unglaubliche Allrounder-Qualitäten mit: Er triumphierte in IndyCars, Tourenwagen, Sportwagen und bei Rennen der Tasman-Serie.

Seinen letzten Sieg holte Clark beim Neujahrsrennen in Südafrika 1968 - dem letzten Rennen der Lotus-Boliden im klassischen grün-gelben Design. Als die Formel 1 zum zweiten Rennen nach Jarama kam, waren die Lotus in den rot-goldenen Farben von Gold Leaf Tobacco gehalten, der größte Fahrer der Formel 1 tot und Colin Chapman am Boden zerstört.

Am Samstag, den 7. April 1968, flog Jim Clark bei einem Formel-2-Rennen in Hockenheim mit seinem Lotus 48 mutmaßlich aufgrund eines Reifenschadens in die Bäume und hatte keine Überlebenschance. Dan Gurney sagte mehrere Jahrzehnte später in einer Dokumentation über seinen Freund: "Die Welt war nicht mehr dieselbe."

Was hätte sein können

Angesichts der Tatsache, dass er Graham Hill, der 1968 zum zweiten Mal Weltmeister wurde, im Jahr zuvor dominiert hatte, kann man davon ausgehen, dass Clark 1968 wohl Weltmeister geworden wäre. Darüber hinaus gibt es aber zahlreiche Möglichkeiten.

Manche sagen, dass Clark bereits in seinen letzten Wochen und Monaten über den Rücktritt nachgedacht habe. Ein dritter WM-Titel hätte ihn womöglich dazu bewegt, zurück zu seinen Schafen nach Fife zurückzukehren.

Andere, darunter Clarks Freund, Landsmann und Rivale Jackie Stewart, widersprachen. Stewart zufolge brannte in Clark nicht nur die Leidenschaft für den Sport weiter. Er soll den Lebensstil eines erfolgreichen Sportlers in Paris auch zunehmend genossen haben.

Jim Clark

Jim Clark hat die Formel 1 geprägt - ohne Hockenheim '68 sicherlich noch mehr

Foto: Rainer W. Schlegelmilch

Clark scheute immer zurück vor dem Glanz und Glamour, der mit zunehmenden Erfolgen zwangsläufig Einzug hielt. Zwar waren ihm die Gefahren seines Sports bewusst, aber er war nicht von Gedanken über seine Sterblichkeit zerfressen wie beispielsweise Jochen Rindt.

Und alle sind sich darüber einig, dass Clark noch immer viel Befriedigung aus dem Rennsport zog. So soll er sehr enthusiastisch über das Turbinenauto Lotus 56 gewesen sein, das er 1968 beim Indy 500 hätte steuern sollen. Es war jenes Auto, in dem sein Ersatzfahrer Mike Spence tödlich verunglückte und mit dem Joe Leonard beinahe den Sieg geholt hätte.

Die offene Frage bleibt: Hätte Clark als bester Formel-1-Fahrer seiner Zeit aufgehört? Besser als der schnell aufsteigende Stern von Jackie Stewart, der sensationell schnelle Rindt und die beiden Ferrari-Asse Chris Amon und Jacky Ickx? Diese schnellen "Youngster" zu schlagen, hätte ihm wohl die Motivation gegeben, weiter Energie zu investieren.

Nur, wäre Clark Lotus-Fahrer geblieben? Alle seine WM-Läufe plus weitere Formel-1-, Formel-2-, IndyCar- und Tourenwagenrennen fuhr er für Colin Chapman. Trotzdem sollten wir nicht ausschließen, dass er seine nahezu telepathische Beziehung mit Chapman aufgegeben hätte - besonders, wenn man sich vor Augen führt, dass die Lotus-Boliden notorisch unzuverlässig waren.

Clarks Ersatzmann Jackie Oliver hatte das ganze Jahr 1968 über mit den technischen Gebrechen des Lotus 49 zu kämpfen, was sich auch 1969 fortsetzte. Olivers Ersatzmann Rindt holte zwar fünf Poles, aber nur einen Sieg nebst desaströsen sieben Ausfällen. So eine Bilanz wäre Grund für genug für jedes Ass, sich nach Alternativen umzusehen.

Ab 1969 hatten auch Brabham und McLaren Zugriff auf den Cosworth-DFV-Motor und beide Teamchefs hielten große Stücke auf Clark. Außerdem galten ihre Fahrzeuge als zuverlässiger. Diese Perspektive wäre für einen Fahrer durchaus verlockend gewesen, der einen leichten Performance-Nachteil des Autos mit seinem eigenen Speed wettmachen konnte.

Es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben. Hätten Ken Tyrrell und Elf mit reichlich Geld für eine der großartigsten Fahrerpaarungen aller Zeiten sorgen können - Clark und Stewart? Hätte Gurney seinen Freund und Rivalen zu weiteren IndyCar-Einsätzen in den 70ern überreden können? Vielleicht nicht für Vollzeit, aber der eine oder andere Anlauf auf weitere Indy-500-Siege hätte ebenso interessant sein können wie andere lukrative Einmalstarts.

Eine Trennung von Chapman hätte aber auch bedeutet, dass Clark ein weiteres bahnbrechendes Fahrzeug verpasst hätte - den Lotus 72. Was für eine Kombination das gewesen wäre, hätte sich der Schotte dazu entschieden, loyal zu bleiben.

Fangios Siege hat Clark in seinem letzten Formel-1-Rennen schon geschlagen, aber hätte er auch seine fünf Titel einholen können? Wenn man sich die Erfolgsrate des Lotus 49 und 72 in den Händen von Rindt, Emerson Fittipaldi und Ronnie Peterson vor Augen führt, müsste man wohl auf "Ja" tippen. Und das trotz der verpassten WM-Titel von 1962, 1964 und 1967, an deren Verlust er keine Schuld trug.

Schlussendlich ließe sich festhalten, dass Jim Clark wohl am Ende der Saison 1974, dem letzten Jahr, in dem der Lotus 72 konkurrenzfähig war, seine Karriere im Alter von 38 Jahren beendet hätte. Er wäre noch jung und stark genug gewesen, um eine zweite Karriere als Schäfer zu starten. Wenn es nur so gekommen wäre ...

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Jim Clark
Teams Team Lotus
Urheber David Malsher