Absprache gebrochen: Masepin attackiert Schumacher nach Vettel-Blockade

Nikita Masepin ist nach dem Qualifying mächtig sauer auf Teamkollege Mick Schumacher: Der hatte den Russen in der Outlap überholt - Leidtragender Vettel

Absprache gebrochen: Masepin attackiert Schumacher nach Vettel-Blockade

Dicke Luft beim Haas-Team nach dem Qualifying in Zandvoort! Nikita Masepin ist sauer auf Teamkollege Mick Schumacher und wirft ihm vor, seine Runde versaut zu haben. Hintergrund ist eine Absprache, die der Deutsche gebrochen haben soll.

Schumacher war in der Outlap am Russen vorbeigegangen, obwohl dieser turnusmäßig vor ihm auf die Strecke fahren durfte. Das führte am Ende beinahe zu einer Kollision und endete in einem Missverständnis mit Sebastian Vettel, der von beiden Haas aufgehalten wurde und seine Runde nicht mehr beenden konnte. Der Aston-Martin-Pilot blieb dadurch bereits als 17. in Q1 hängen.

Nach dem Qualifying hing der Haussegen bei Haas mächtig schief: "An einem Wochenende bist du das erste Auto und am nächsten bist du das zweite Auto", erklärt Masepin. "Ich sollte an diesem Wochenende das erste Auto sein, das auf der Strecke Priorität genießt und die Pace in der Outlap diktieren darf. Der andere darf dich aber nicht überholen."

Genau das hat Schumacher aber getan. Er wollte bereits in Kurve 2 an Masepin vorbei und drückte sich schließlich später durch - sehr zum Ärger des Russen: "Das ist schon das zweite Mal, dass er mich überholt und aufgehalten hat", schimpft er. "Ich werde mit dem Team sprechen und schauen, warum das passiert ist."

Schumacher: "Habe Okay vom Team bekommen"

Mick Schumacher kann die ganze Aufregung jedoch nicht verstehen: "Ich weiß nicht ganz, was er rumerzählt", sagt er und erklärt, dass er bei seinem Team nachgefragt habe, ob er überholen darf. Hintergrund: Die Reifen des Deutschen seien ziemlich kalt gewesen, und Masepin würde normalerweise eine langsamere Outlap als er fahren.

 

Ob Masepin die Nachricht nicht erhalten habe, weiß Schumacher nicht, aber er habe von seiner Crew das Okay dafür bekommen. Wenig später ging er auch noch an Lando Norris vorbei und legte einen Puffer zwischen sich und seinen Teamkollegen. "Von daher gab es keinen Grund, da ein Drama draus zu machen, weil seine Runde nicht kaputtgegangen ist dadurch", sagt Schumacher.

Er sieht auch nicht, dass Masepin auf seinem Status als Nummer eins beharren kann: "Wenn man nachfragt und das Okay bekommt vom Team, können sich Sachen ändern. Ich habe ihn auch nicht langsamer gemacht oder sowas, von daher kann ich nicht viel dazu sagen", meint er.

Gang zu den Rennkommissaren nötig

"Ich glaube, dass wir das mit dem Team intern besprechen werden und dass Günther [Steiner] sich dann auch dazu äußern wird. Aber von meiner Seite glaube ich nicht, dass wir da etwas falsch gemacht haben."

 

Am Ende fuhren jedoch beide Fahrer nebeneinander durch die vorletzte Kurve, wodurch für Sebastian Vettel die Strecke blockiert war. Die Rennkommissare untersuchen den Fall und haben beide Haas-Piloten zu sich beordert.

"Da konnte ich nicht viel machen", hadert Vettel. "Wir hatten aber nicht die Pace und waren auf der Strecke nicht schnell genug. Sicherlich hätten wir den letzten Versuch etwas besser timen können. Das ist natürlich enttäuschend."

Schumacher tut es leid für Vettel

Dass er seinen Kumpel Vettel aufgehalten hat, tut Schumacher leid: "Es ist auf dieser Strecke einfach, im Weg zu stehen. Leider war Seb der Leidtragende in dieser Situation", sagt er. "Ich habe nicht gewusst, dass ein schnelles Auto von hinten kommt. Mit unseren Seitenspiegeln ist es nicht allzu einfach immer zu sehen, ob jetzt jemand pusht oder nicht. Sehr, sehr schade."

"Ich habe auch nicht ganz verstanden, warum Nikita dann von hinten noch Norris überholt hat", nimmt er auch seinen Teamkollegen nicht aus der Pflicht.

Bei Vettel habe er sich im Anschluss auch sofort entschuldigt: "Ich weiß, dass es natürlich auf meine Kappe geht in dem Fall, und Sebastian ist der Letzte, dem ich im Weg stehen möchte. Dementsprechend tut es mir auch wirklich leid für ihn und sein Team."

Keine Strafe für Haas-Piloten

Eine Strafe fürchtet Schumacher aber nicht: "Wir sind ohnehin 19.", sagt er. "Wenn es passiert, kann es eh nicht so weit nach hinten gehen."

 

Doch die Kommissare entschieden sich gegen eine Strafe - bei beiden Haas-Piloten: Zwar besteht für die Kommissare kein Zweifel, dass Vettel von den beiden Haas beeinträchtigt wurde, allerdings zogen sie Vettels Aussage heran, dass "zu viele Autos auf einer Stelle" waren.

"Es waren mindestens sechs Fahrzeuge in einer Reihe, die sich auf eine schnelle Runde vorbereiteten, und alle waren mit langsamer Geschwindigkeit unterwegs (einige mit weniger als 50 km/h), während Auto 5 mit bis zu 240 km/h heranfuhr", heißt es in der Begründung. "Obwohl Auto 5 behindert wurde, handelte es sich unter diesen Umständen nicht um eine 'unnötige Behinderung'. Die anwesenden Fahrer und Teamvertreter stimmten dem zu."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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