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Adrian Newey & Ferrari: So knapp war es wirklich!

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Adrian Newey & Ferrari: So knapp war es wirklich!
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14.01.2019, 14:40

Immer wieder versuchen andere Teams, Adrian Newey von Red Bull abzuwerben, doch so knapp wie im Frühjahr 2014 war das noch nie ...

Im Jahr 2014 stand Adrian Newey offenbar knapp davor, von Red Bull zu Ferrari zu wechseln. Das enthüllt der 60-jährige Stardesigner in seinem Buch "Wie man ein Auto baut" (Sponsored Link: Die faszinierende Biografie jetzt online bestellen!) und ist schon länger bekannt. Recherchen von 'Motorsport.com' haben nun jedoch ergeben, wie knapp es damals wirklich war.

Newey war schon vor 2014 mehrfach von Ferrari kontaktiert worden. 1985 wurde er zu einem Meeting in Maranello eingeladen, weil ihn Enzo Ferrari als Designleiter für das Ferrari-IndyCar engagieren wollte. 1995 gab es dann im Landhaus von Jean Todt ein weiteres Treffen. Newey hätte den Formel-1-Ferrari für Michael Schumacher bauen sollen, lehnte aber erneut ab.

Nach seinen Erfolgen mit Williams führte Newey auch McLaren und Red Bull an die Spitze der Formel 1 und erwarb sich den Ruf als "Michelangelo des Motorsports" (Copyright: 'New Yorker'). In all den Jahren gab es mehrere Abwerbungsversuche; zuletzt, so hört man, erst 2018 von Renault. Doch knapper als im Frühjahr 2014 war es nie.

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko erklärt auf Anfrage von 'Motorsport.com': "Wir haben bis jetzt alle Abwerbungsversuche abgewendet." Im Jahr 2014 waren es gleich deren drei, allesamt von namhaften Marken. Newey selbst schreibt in seinem Buch von Treffen mit Niki Lauda (Mercedes) und einem deutschen LMP1-Hersteller (Porsche).

Und von Ferrari: "Jetzt meinten sie es ernst." Also fuhr er in die Toskana, um sich auf dessen Landsitz mit Luca di Montezemolo zu treffen. "Wir verhandelten ernsthaft, das Angebot war erstaunlich großzügig", so Newey. "Ich hätte den Lebensstil eines Filmstars pflegen und ein ungeheures Gehalt einstreichen können, weit mehr als das Doppelte des schon großzügigen, das ich bei Red Bull bekam."

Barcelona 2014: Montezemolo war wegen Newey da ...

Dazu kommt: Hatten frühere Interessenten in erster Linie versucht, ihn mit mehr Geld von Red Bull wegzulocken, hatte Montezemolo diesmal auch karrieretechnisch eine interessante Perspektive zu bieten: "Luca wollte mir die gesamte Marke Ferrari anvertrauen - Sportwagen und Rennwagen", schreibt Newey in seiner 2018 im Pantauro-Verlag erschienenen Biografie.

Montezemolo reiste am 9. Mai 2014, es war der Freitag des Grand Prix von Spanien, nach Barcelona. Am Samstag wollte er Neweys Verpflichtung bekannt geben. Doch dazu kam es nicht: Über Nacht gelang es den Red-Bull-Verantwortlichen mit Unterstützung von "Oberbulle" Dietrich Mateschitz, Newey von einem Verbleib zu überzeugen. Montezemolo reiste unvollendeter Dinge wieder ab.

Helmut Marko. Red Bull, Peter Schöggl, AVL

Helmut Marko. Red Bull, Peter Schöggl, AVL

Foto: Nils Rüstmann

Seither sucht sich Newey weitgehend selbst aus, in welchem Umfang er für Red Bulls Formel-1-Team arbeitet. Marko erklärt im Interview mit 'Motorsport.com': "Wir haben eine Regelung gefunden, die seinen persönlichen Bedürfnissen entgegenkommt. Auf der anderen Seite aber für uns den entsprechenden Wert für das Team bringt."

"Newey will keinen normalen Arbeitstag mehr. Er hat eine Tagespauschale, wenn man so will", verrät der Österreicher. Und attraktive Sonderaufgaben. Zum Beispiel durfte er den futuristischen X2010 für die Gran-Turismo-Reihe auf der PlayStation entwickeln. Oder zuletzt den Aston Martin Valkyrie bauen. "Das hat ihn sehr fasziniert und interessiert", sagt Marko.

Neuerdings hat Newey aber auch wieder große Lust auf die Formel 1. Die Perspektive, mit einem neuen Motorenhersteller (Honda statt Renault) endlich eine Chance gegen Mercedes und Ferrari zu haben, motiviert ihn. Und "einen motivierten Newey zu haben", lächelt Marko, "ist ein großes Asset ..."

Wechsel zu Honda motiviert Newey

"Wenn Newey weiß, dass du mit dem Motor keine Chance hast, dann hast du nicht den gleichen Newey wie jetzt", gibt der Red-Bull-Motorsportkonsulent zu. "Newey ist ein ganz entscheidender Faktor. Als die neuen aerodynamischen Regeln gekommen sind, waren wir völlig daneben. Bis Barcelona hatten wir wieder ein wettbewerbsfähiges Auto. Das ist Newey."

"Er sieht, was nicht richtig ist, und zwar schon in der Konzeption, ohne die ganzen technischen Daten. Er kann dir sagen: 'Das wird nicht funktionieren.' Er hat keinen Computer - in seinem Büro fühlt man sich richtig wohl! Er hat nur ein großes Zeichenbrett. Ein anderer übersetzt das dann in die Computersprache, damit es die anderen auch verstehen. Und was er da so entwirft, ist zu 95 Prozent richtig."

Sebastian Vettel, Ferrari und Adrian Newey, Red Bull Racing

Sebastian Vettel, Ferrari und Adrian Newey, Red Bull Racing

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Wie sehr Newey gerade auf das Thema Formel 1 brennt, zeigt sich auch daran, dass er nach Ende der Saison 2018 den langen Flug nach Japan antrat, um sich im Entwicklungszentrum in Sakura mit den Honda-Ingenieuren kurzzuschließen. Das hätte ihm vor einem Jahr noch keine Freude bereitet.

Außerdem reizen ihn die neuen Formel-1-Regeln, die 2019 (und dann noch einmal im Jahr 2021) kommen. Und mit denen scheint er auf einem guten Weg zu sein: Bereits zu Weihnachten hatte Red Bull im Designprozess des 2019er-Autos das gleiche Downforce-Niveau erreicht wie im August 2018 ...

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