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ADUO: Dürfen bald alle Mercedes-Verfolger nachrüsten?

Laurent Mekies ist der Ansicht, dass Mercedes auf der Motorenseite einen klaren Vorsprung hat - Er ordnet Ferrari, Red Bull und Audi in derselben Gruppe ein

Wer qualifiziert sich für ADUO? Red Bull teilt seine Rangordnung

Wie weit liegt Mercedes wirklich vor den anderen Herstellern?

Foto: LAT Images

Der Große Preis von Kanada war das letzte Rennen, das für die erste ADUO-Bewertungsperiode der FIA zählt. Der Weltverband hatte ursprünglich geplant, vier Blöcke mit jeweils sechs Rennwochenenden zu verwenden, passte den Zeitplan jedoch nach der Absage der beiden Grands Prix im Nahen Osten im April an.

Jeder Hersteller, der zwischen zwei und vier Prozent hinter dem besten Verbrennungsmotor im Feld liegt, erhält bei ADUO ein zusätzliches Upgrade für die laufende Saison und eines für die folgende Saison. Zudem erhöht sich sein Entwicklungsbudget um drei Millionen US-Dollar.

Liegt der Rückstand bei mehr als vier Prozent, steigt die Anzahl der erlaubten Upgrades auf zwei pro Saison, und der zusätzliche Budgetrahmen wächst auf 4,65 Millionen Dollar.

Noch vor der eigentlichen Entscheidung der FIA ist das politische Spiel im Fahrerlager bereits in vollem Gange. Toto Wolff argumentierte, ADUO dürfe nicht zu einem "Überhol-Mechanismus" werden und nur ein Hersteller (Honda) benötige zusätzliche Upgrade-Möglichkeiten.

Charles Leclerc ergänzte später, dass Ferrari in Bezug auf die reine Verbrennerleistung sogar hinter Red-Bull-Ford liege. Diese Aussagen zeigen, dass alle Teams versuchen, sich als Außenseiter darzustellen, und haben innerhalb der FIA für einige hochgezogene Augenbrauen gesorgt, da ihre ADUO-Entscheidungen ausschließlich auf Daten basieren und öffentliche Aussagen keine Rolle spielen.

Als Laurent Mekies bei der Pressekonferenz der Teamchefs in Kanada am Freitag gefragt wurde, wie genau er die Kommentare rund um die Red-Bull-Powerunit und ADUO verfolgt habe, lachte der Teamchef: "Jetzt wollt ihr also, dass wir in dieses Spiel einsteigen?"

"Nein, im Ernst: So wie wir es sehen, kann ich euch nur sagen, wie wir die Rangordnung einschätzen. Macht damit, was ihr wollt", so Mekies, der zunächst betonte, dass es bereits ein Erfolg sei, dass Red-Bull-Ford als Neueinsteiger überhaupt konkurrenzfähig sei.

"Wir glauben, dass die Leute bei Red-Bull-Ford-Powertrains einen außergewöhnlichen Job gemacht haben, uns in eine Position zu bringen, in der wir mithalten können - ausgehend von einem leeren Feld, das vor ein paar Jahren [hinter der Fabrik von] Red Bull Racing lag. Das war schlichtweg phänomenal."

Red Bull in einer Gruppe mit Ferrari und Audi?

Dennoch sieht Mekies den eigenen Verbrennungsmotor nicht an der Spitze der Rangordnung: "Dann schaut man auf den Abstand zur besten Konkurrenz. Und aktuell glauben wir, dass Mercedes bei der Powerunit vorne liegt. Das betrifft acht Autos, also ist der Unterschied sehr bedeutend."

"Wir glauben, dass dahinter eine Gruppe folgt, in der wir uns, Ferrari und Audi sehen. Fragt mich nicht nach konkreten Zahlen, das würde nur taktisches Spiel eröffnen, aber wir sehen definitiv einen konstanten Rückstand auf die Mercedes-Benz-Autos."

Red Bull geht davon aus, dass der Abstand zu Mercedes mehr als zwei Prozent beträgt, was bedeuten würde, dass die gesamte von Mekies genannte Gruppe für ADUO infrage käme. Die tatsächliche Differenz und ihre Folgen muss jedoch die FIA bestimmen.

Ford-Performance-Direktor Mark Rushbrook deutete an, dass das Bild auf Basis der Red-Bull-Daten auch von den Bedingungen abhängt. Er forderte die FIA auf, dies zu berücksichtigen, doch Einsitzer-Direktor Nikolas Tombazis erklärte, dass das Verfahren nach Gesprächen mit allen Teams und Herstellern bewusst so einfach wie möglich gehalten wurde.

Es werde ausschließlich auf die Daten geschaut, ohne eine sogenannte "Korrekturmethodik" anzuwenden, so Tombazis. Abschließend stimmt Mekies Wolff zu, dass Honda den größten Bedarf an Zugeständnissen hat, auch wenn sich der japanische Hersteller am Donnerstag nicht dazu äußern wollte.

Die FIA hat angekündigt, spätestens zwei Wochen nach dem Großen Preis von Kanada Klarheit zu schaffen. Eine Entscheidung sollte somit vor dem Start der Europasaison in Monaco feststehen.

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