ADUO: Toto Wolff warnt vor "taktischen Spielchen"
Laut Toto Wolff gibt es nur einen Hersteller, der beim Motor Aufholbedarf hat - Alle anderen sollten seiner Meinung nach keine Chance zum Nachbessern bekommen
Könnte Ferrari durch ADUO auf Mercedes aufholen?
Foto: AFP
Mercedes-Teamchef Toto Wolff wäre "enttäuscht", wenn eine FIA-Entscheidung im Hinblick auf ADUO die Wettbewerbsordnung in der Formel 1 beeinflussen würde. Seiner Ansicht nach benötigt nur ein Hersteller wirklich zusätzliche Update-Möglichkeiten.
Um eine Wiederholung der Situation aus 2014 zu verhindern, hat die FIA in den aktuellen Motorenregeln ein Sicherheitsnetz eingebaut: die sogenannten "Additional Design and Upgrade Opportunities", kurz ADUO.
Die ursprüngliche Idee war, die reine Leistung des Verbrennungsmotors alle sechs Rennen zu messen. Hersteller, die zwischen zwei und vier Prozent hinter dem besten Motor im Feld liegen, erhalten eine zusätzliche Upgrade-Möglichkeit. Bei einem Rückstand von mehr als vier Prozent sind zwei Updates vorgesehen.
Das Thema wird während der Aprilpause zwischen FIA, Teams und Motorenherstellern diskutiert - sowohl wegen des Timings, da die beiden Rennen im Nahen Osten vorerst entfallen sind, als auch wegen der Frage, welche Parteien Anspruch auf diese Vorteile hätten.
Wolff: Jede Entscheidung kann "große Auswirkungen" haben
Mercedes-Teamchef Wolff hat sich bereits zur zweiten Frage geäußert und betont, dass vollständige Transparenz und Präzision seitens der FIA entscheidend seien. "Das Prinzip von ADUO war, Teams zu helfen, die beim Antrieb im Hintertreffen sind, damit sie aufholen können - aber nicht, um andere zu überholen", betont er.
"Und es muss absolut klar sein, dass jede Entscheidung darüber, welches Team ADUO erhält, große Auswirkungen auf das Leistungsgefüge und die Meisterschaft haben kann, wenn sie nicht mit absoluter Präzision, Klarheit und Transparenz getroffen wird", warnt Wolff.
"Es muss klar sein, dass taktische Spielchen hier keinen Platz haben. Die FIA muss hier im richtigen Geist handeln, wenn sie ADUO anwendet", stellt er klar. Laut Wolff sollte der Hauptzweck von ADUO darin bestehen, Herstellern in Schwierigkeiten zu helfen. Seiner Ansicht nach trifft das aktuell nur auf Honda zu.
"Natürlich haben die Teams ihre eigenen Bilder der Performance. Aber so wie es für mich aussieht, gibt es einen Motorenhersteller mit einem Problem, dem wir helfen müssen. Alle anderen liegen ziemlich im gleichen Bereich", betont der Österreicher.
Er stellt daher klar: "Ich wäre sehr überrascht und enttäuscht, wenn ADUO-Entscheidungen zu Eingriffen in die derzeitige Wettbewerbsreihenfolge führen würden."
Qualifiziert sich Ferrari für ADUO oder nicht?
Der Blick richtet sich natürlich auf Ferrari, da das Werksteam - in Japan zusammen mit McLaren - bislang als engster Herausforderer von Mercedes gilt. Teamchef Frederic Vasseur hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass ADUO für Ferrari eine Möglichkeit sein könnte, auf Motorenseite weiter aufzuholen.
In Shanghai sagte Vasseur: "Die Einführung von ADUO wird für uns eine Chance sein, den Rückstand zu verringern." Allerdings wird die Frage, ob ein solcher Leistungsrückstand ADUO rechtfertigt, durch mehrere Faktoren kompliziert.
Rivalen argumentieren, dass Ferrari selbst bestimmte strategische Entscheidungen getroffen hat, darunter die Verwendung eines kleineren Turboladers. Das kann zwar zu Beginn Vorteile bringen, könnte aber die Gesamtleistung beeinträchtigen. Dadurch stellt sich die Frage, ob das ADUO rechtfertigt oder nicht.
Wolff sagt, dass er sich über diese spezielle Frage nicht unbedingt Sorgen macht, betont jedoch vor allem, dass ADUO so eingesetzt werden sollte, wie es ursprünglich gedacht war. "Ich würde es nicht als Sorge bezeichnen. Ich denke, wir beobachten alle genau, wie Entscheidungen getroffen werden", erklärt er.
"Wir haben präzise Daten aus unseren eigenen Analysen darüber, wo wir die Motorleistung unserer Konkurrenten und von uns selbst sehen", verrät er und betont: "In dieser Hinsicht gehe ich davon aus, dass die FIA dieselben Daten betrachtet, und ich hoffe sehr, dass sie weiterhin die Integrität des Sports schützt."
"Denn man will nicht, dass einem Team ADUO gewährt werden und es dadurch plötzlich andere überholt. Das ADUO-System war immer als Aufholmechanismus gedacht und nicht als Mittel, um andere zu überholen."
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