Pole wegen Vettel verloren? Das steckt hinter Max Verstappens Ärger

Max Verstappen hadert nach der Qualifikation mit Sebastian Vettel, der ihn im letzten Sektor aufgehalten haben soll - Poleposition dadurch verloren?

Pole wegen Vettel verloren? Das steckt hinter Max Verstappens Ärger

Nach seinem Tracklimit-Vergehen im ersten Versuch in Q3 musste Max Verstappen alles geben, um sich die Poleposition für den Großen Preis von Portugal zu sichern. Doch nach einer unsauberen Runde kam der Red-Bull-Pilot mit vier Zehntelsekunden Rückstand nur auf Rang drei. Dafür macht der Niederländer unter anderem Sebastian Vettel verantwortlich, auf den er im letzten Sektor auflief.

Der Aston-Martin-Pilot war auf seiner Aufwärmrunde und blockierte ein wenig den Scheitelpunkt in Kurve 15 - sehr zum Ärger von Verstappen: "Ich war innerhalb einer Zehntelsekunde meiner Runde und habe dann im letzten Sektor die ganze Zeit durch den Aston Martin vor mir verloren, der sich dann auch noch in meinen Windschatten gehängt hat", hadert er.

Doch Vettel störte Verstappen nicht nur dadurch, dass er etwas im Weg stand. Durch die Verwirbelungen des Autos verlor der Red Bull zudem eine Menge Grip: "Das stört dich einfach, und mit dem ohnehin geringen Grip und dem starken Wind hat mich das eine Menge gekostet. Aber es ist, wie es ist."

Allerdings sprechen die Daten im ersten Moment gegen Verstappens Vorwurf: Dem Niederländer fehlten nach dem zweiten Sektor ohnehin bereits 0,364 Sekunden auf die Bestzeit von Valtteri Bottas. Und in beiden Sektoren war er langsamer als auf seinem ersten Versuch in Q3.

Aber: Im ersten Versuch nahm Verstappen Bottas exakt jene 0,364 Sekunden im letzten Sektor ab. Wäre ihm noch einmal die gleiche Sektorenzeit gelungen, dann wären er und Bottas zeitgleich gewesen. Natürlich kann man sich aber darüber streiten, ob ihm Vettel wirklich vier Zehntelsekunden gekostet hat oder ob er nicht einfach generell langsamer war.

Tracklimits kosten mögliche Pole

Bitter für Red Bull: Verstappens erste Zeit hätte für die Poleposition gereicht, wenn sie ihm nicht wegen Tracklimits in Kurve 4 gestrichen worden wäre. 1:18.209 Minuten hatte Verstappen da gebraucht, was knapp eineinhalb Zehntelsekunden schneller als die eigentliche Pole-Zeit von Valtteri Bottas (1:18.348) gewesen wäre.

"Es ist natürlich frustrierend, wenn man eigentlich die Bestzeit fährt", sagt Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko bei 'Servus TV'. "Aber in Kurve 4 hat er einen Windstoß von hinten bekommen, und dadurch hat es ihn rausgetragen. Er hat dadurch Zeit verloren, nicht gewonnen."

"Die Kurve geht eigentlich Vollgas, aber aus dem Nichts ist das Auto einfach ausgebrochen und ich kam etwas zu weit raus", schildert Verstappen selbst. "Ich war eigentlich ziemlich zuversichtlich, dass ich eine weitere schnelle Runde schaffen würde", doch das gelang ihm aus genannten Gründen nicht.

Marko verärgert: "Sehr sportlich ..."

Doch nicht nur Vettel ärgerte Red Bull, auch McLaren zog sich den Ärger der Bullen zu. "Max muss eine Runde fahren. Tu ihm keinen Gefallen", funkte das Team an Lando Norris, der vor Verstappen auf der Strecke war - sehr zum Missfallen von Marko: "Sehr sportlich die Mercedes-Riege", grummelt er. Und dann kam auch noch Vettel - ebenfalls ein Auto mit Mercedes-Motor im Heck.

 

"Der war natürlich beschäftigt mit dem Auto, dass er das auf der Straße hält", lästert der Österreicher. "Es ist etwas unglücklich gelaufen."

Und so blieb am Ende nur der dritte Platz und die Tatsache, dass Verstappens erste Zeit eigentlich für Platz eins gereicht hätte. Doch darauf angesprochen, winkt der Niederländer ab: "Ich rede nicht gerne über hätte, wäre, wenn. Das hasse ich."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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