Alain Prost: McLaren-Vertrag für 1994 war schon unterschrieben

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Alain Prost: McLaren-Vertrag für 1994 war schon unterschrieben
28.09.2018, 14:17

Alain Prost offenbart, wie es 1994 beinahe zum spektakulären Cockpittausch mit Ayrton Senna gekommen wäre - Zwei Jahre später scheiterte sein Comeback bei Ferrari

Ende 1993 trat Alain Prost mit seinem vierten WM-Titel als Champion ab. Dabei hätte der Franzose beinahe seine Karriere bei McLaren durch einen spektakulären Cockpittausch mit Ayrton Senna fortgesetzt, wie er nun offenbart. "Wir haben einen Vertrag gemacht, für 1994 und darüber hinaus. Das wäre der bestdotierte Vertrag meiner ganzen Karriere gewesen", verrät der "Professor" im Podcast "Beyond the Grid". "Wir haben ihn unterschrieben."

Der damalige McLaren-Teamchef Ron Dennis wusste, dass Senna 1994 zu Williams gehen würde und in seinem Vertrag eine Klausel hatte, die den Verbleib von Erzfeind Prost in Didcot verhindern würde.

Also war der 38-Jährige wieder auf dem Markt - und als Dennis auch noch einen Deal mit Peugeot als Motorenhersteller unter Dach und Fach brachte, sah er im Franzosen, der mit McLaren seine größten Erfolge gefeiert hatte, den idealen Nachfolger für Senna.

Warum der Cockpittausch mit Senna platzte

"Ron wollte, dass ich ihm bei der Entwicklung des Autos helfe", erzählt Prost. "Also haben wir einen Vertrag für drei Testtage in Estoril gemacht. Nach diesen drei Tagen hätte ich den Rennvertrag für 1994 unterschreiben können."

Also ließ Prost Anfang Februar 1994 in der McLaren-Fabrik in Woking einen Sitz anpassen und testete im März in Portugal den brandneuen McLaren MP4/9 mit Peugeot-Motor. "Hoffentlich führt der Test dazu, dass Alain diese Saison für uns fährt", erklärte Dennis damals. Zum endgültigen Deal kam es aber nicht. "Ich habe ihm dann schon nach dem ersten Tag gesagt: 'Okay, ich mache die drei Tage hier. Aber ich werde nicht für dich fahren'", erzählt Prost. Der Grund: "Das Auto war nicht konkurrenzfähig."

 

Abgesehen davon hätte es noch eine weitere Hürde gegeben: Prost, der bei Williams eigentlich einen Zweijahresvertrag unterschrieben hatte, wurde vom Team 1994 fürs Nichtstun bezahlt. Wäre er zurückgekehrt, hätte er über fünf Millionen Pfund an den Rennstall von Frank Williams überweisen müssen.

Wie es 1996 beinahe zu Prosts Ferrari-Comeback gekommen wäre

Die Comebackgerüchte um Prost verstummten aber auch nach dem tragischen Tod Sennas 1994 in Imola nicht: Im Alter von 40 Jahren testete er im Sommer 1995 den McLaren-Mercedes in Silverstone und wurde mit einem Cockpit im Jahr 1996 in Verbindung gebracht. Erneut scheiterten Dennis' Bemühungen, dafür wäre eine Rückkehr zu Ferrari beinahe erfolgreich gewesen.

Das offenbart Ex-Ferrari-Pilot Gerhard Berger in seiner Biographie "Zielgerade": "Im Frühjahr 1995 lief alles in Richtung 'Prost-Comeback bei Ferrari'. Todt führte ein Gespräch mit Alain, der zeigte sich interessiert". Außerdem sei der Österreicher selbst gefragt worden, was er vom Franzosen als Teamkollegen halten würde. Seine damalige Antwort? "Im Gegenteil, ich finde das super."

Doch auch diese Bemühungen scheiterten, denn Ferrari fühlte gleichzeitig bei Michael Schumacher vor, und es gelang tatsächlich, den damaligen Topstar von einem Wechsel nach Maranello zu überzeugen.

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