Alex Palou gegen McLaren: Zoff um Millionen-Urteil
Gericht spricht McLaren über 12 Millionen Dollar zu. Alex Palou nennt Forderungen "völlig überzogen" und verweist auf seinen Nachfolger Piastri
Alex Palou und Zak Brown (Fotomontage)
Foto: Getty Getty
Der Rechtsstreit zwischen McLaren und Alex Palou hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ein britisches Gericht sprach dem Team eine Schadenersatzsumme von über 12 Millionen Dollar zu. Dies soll den kommerziellen Verlust ausgleichen, den Palous Vertragsbruch verursacht hat.
Der Spanier hatte damals eine Vereinbarung für ein Renncockpit mit McLaren nicht eingehalten und blieb stattdessen bei seinem Team Chip Ganassi Racing. Ein Urteil, das auf den ersten Blick wie ein klarer Sieg für McLaren aussieht. Doch die Reaktion der Gegenseite offenbart die ganze Komplexität des Falles.
McLaren CEO Zak Brown bezeichnete das Ergebnis als "völlig angemessen". Er betonte, man habe dem Gericht dargelegt, jede vertragliche Verpflichtung erfüllt zu haben. "Wir danken dem Gericht für die Anerkennung der erheblichen kommerziellen Auswirkungen", so Brown.
Palou schießt zurück
Alex Palou zeichnet in seinem Statement ein völlig anderes Bild. Laut seiner Aussage hat das Gericht die ursprünglichen Formel-1-Forderungen von McLaren über fast 15 Millionen Dollar vollständig abgewiesen. Die Entscheidung zeige, dass die Ansprüche "völlig überzogen" waren.
Er sei enttäuscht, dass überhaupt eine Entschädigung fließen soll. "Sie haben keinen Verlust erlitten durch das, was sie mit dem Fahrer, der mich ersetzt hat, gewonnen haben", lautet sein härtester Vorwurf. Eine klare Anspielung auf den Australier Oscar Piastri.
Piastri, der das Cockpit übernahm, wäre letztes Jahr beinahe Formel-1-Champion geworden. Palous Argument: Sportlich und kommerziell hat McLaren durch den Wechsel eher einen Hauptgewinn gezogen. Er selbst wurde nach dem geplatzten Deal übrigens mehrmaliger IndyCar-Champion, was auch erklärt, warum McLaren damals so interessiert an ihm war.
Besondere Ironie: der Fall Piastri
Die Personalie Piastri verleiht dem Fall eine besondere Ironie. Piastri war seinerseits in einen ähnlichen Rechtsstreit verwickelt. Als Alpine-Junior hatte er hinter den Kulissen bei McLaren unterschrieben, obwohl Alpine glaubte, einen gültigen Vertrag mit ihm zu haben.
Der Fall landete ebenfalls vor dem Contract Recognition Board (CRB) der FIA. Das Schiedsgericht entschied zugunsten von McLaren. Der Rennstall profitierte also davon, dass ein Fahrer eine Vereinbarung mit einem Team brach, um zu ihnen zu wechseln. Ein hochbrisanter Umstand.

Da war die Welt noch in Ordnung: Alex Palou in der McLaren-Box
Foto: Getty Images
McLaren verklagte nun Palou erfolgreich für exakt einen solchen Sachverhalt auf eine zweistellige Millionensumme. Zusätzliche Würze erhält die Angelegenheit durch einen Namen, den Palou explizit nennt. Er bedankte sich bei Otmar Szafnauer für dessen "fachmännische Unterstützung".
Haifischbecken Formel 1
Szafnauer war damals Teamchef bei Alpine und verlor seinen Starpiloten Piastri an McLaren. Dass er nun Palou im Kampf gegen McLaren berät, schließt einen Kreis voller sportpolitischer Feindseligkeiten. Palou selbst kündigte an, seine rechtlichen Optionen zu prüfen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die knallharten Vertragspraktiken in der modernen Formel 1. Teams schützen ihre Investitionen in junge Piloten immer aggressiver. Die Entscheidung zeigt jedoch auch, dass nicht jede astronomische Forderung vor einem ordentlichen Gericht uneingeschränkt Bestand hat.
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