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Nach zwei Abflügen von Max Verstappen wächst bei Red Bull die Sorge um den Heckflügel: Wie das Team jetzt reagiert und welcher Schritt für Belgien denkbar ist

"Alle Optionen offen": Red Bull prüft Probleme mit Heckflügel von Verstappen

Max Verstappen ist in Spielberg und Silverstone zweimal abgeflogen

Foto: LAT Images

Red Bull hat derzeit eine große Sorge, und dabei geht es nicht um die Zukunft des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Max Verstappen, sondern um dessen Arbeitsgerät: Denn sowohl beim Großen Preis von Österreich als auch in Großbritannien verunfallte der Niederländer infolge eines Problems mit dem Heckflügel.

Zwar bestätigte Verstappen nach seinem Ausfall in Silverstone, dass es sich um "ein etwas anderes Problem" gehandelt habe als eine Woche zuvor in der Steiermark, doch in beiden Fällen landete der Red-Bull-Pilot mit seinem RB22 im Kiesbett. "Irgendwann wird das einfach super gefährlich", schimpft der 28-Jährige nicht ohne Grund.

Auch deshalb setzt Red Bull alles daran, die Probleme mit dem Heckflügel so schnell wie möglich zu beheben. "Wir werden den gesamten Bereich überprüfen, um sicherzustellen, dass wir keinerlei Möglichkeit lassen, dass so etwas noch einmal passiert", sagte Teamchef Laurent Mekies bereits am Sonntagabend in Silverstone.

"Für eine abschließende Analyse ist es noch zu früh, um festzustellen, ob es ein Problem des Konzepts selbst oder etwas anderes ist", ergänzt der Ingenieur, der offenbar schon eine klare Vermutung für den Grund hat. "Aber wir werden ganz sicher keinen Stein auf dem anderen lassen. Und alle Optionen sind offen."

Verzichtet Red Bull vorerst auf den Heckflügel?

Das bedeutet, dass tatsächlich sämtliche Optionen auf dem Tisch liegen, einschließlich eines vorübergehenden Verzichts auf den drehbaren Heckflügel in Spa, obwohl das System dabei hilft, den Luftwiderstand des RB22 effektiv zu reduzieren. Red Bull hatte die eigene Version des innovativen Ferrari-Flügels erstmals beim Miami-Grand-Prix eingeführt.

"Wir sind inzwischen einige Rennen mit diesem Konzept gefahren. Das sind [seit Miami] schon mehrere Grands Prix", erinnert Mekies daran, dass es sowohl in Miami als auch in Kanada, Monaco und Barcelona keinerlei Probleme gegeben hatte. "Wir werden alles tun, was nötig ist, um auf der sicheren Seite zu sein."

Red Bull glaubt weiterhin an das Konzept, weiß aber zugleich, dass man sich keinen weiteren Defekt leisten kann - insbesondere vor dem Hintergrund von Verstappens wachsender Unzufriedenheit. Dennoch würde das Technikteam um Pierre Wache den Flügel gerne weiter einsetzen, weil ein Wechsel mit Blick auf den Luftwiderstand - und damit auf die Gesamtperformance - einen spürbaren Rückschritt bedeuten würde.

Gerade in Spa dürfte der Heckflügel eine besonders wichtige Rolle spielen. Auf der energieintensiven Strecke wird das Energiemanagement voraussichtlich erneut zu einem entscheidenden Faktor - ausgerechnet in einem Bereich, in dem Red Bull in dieser Saison bislang nicht zu den stärksten Teams zählt. Jede zusätzliche Reduzierung des Luftwiderstands wäre daher von großem Wert.

McLaren hat ersten Test des Heckflügels verschoben

Sollten jedoch Zweifel an der aktuellen Spezifikation des Heckflügels bestehen bleiben und sich diese in den kommenden zwei Wochen nicht ausräumen lassen, bleibt Red Bull wohl kaum eine andere Wahl, als auf Nummer sicherzugehen. Denn ein weiterer Rückschlag wie in Spielberg oder Silverstone wäre das Letzte, was das Team derzeit gebrauchen kann.

Auch McLaren wollte in Spielberg erstmals einen eigenen drehbaren Heckflügel an die Strecke bringen und im Freien Training testen. Das Team entschied sich letztlich jedoch dagegen, den neuen Flügel einzusetzen, weil die Konstruktion offenbar noch nicht den gewünschten Reifegrad erreicht hatte.

Auch in Silverstone kam der Flügel aufgrund des Sprintformats nicht zum Einsatz. Damit könnte Spa nun zum ersten echten Praxistest werden. Angesichts der jüngsten Probleme bei Red Bull wirkt der vorsichtige Ansatz von McLaren im Nachhinein umso nachvollziehbarer.

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