Alonso-Ärger: Rennleiter Masi kündigt Fahrergespräch an

Wie Formel-1-Rennleiter Michael Masi zu den strittigen Überholszenen in Austin steht und was er von der Kritik von Alpine-Fahrer Fernando Alonso hält

Alonso-Ärger: Rennleiter Masi kündigt Fahrergespräch an

"Er hat mich außerhalb von Kurve 1 überholt!" Mit diesem Funkspruch hat Fernando Alonso im USA-Grand-Prix in Austin eine neue Diskussion angestoßen. Nach dem Motto: Was ist im Zweikampf eigentlich erlaubt und wo sind die Grenzen? Denn er selbst fühlte sich von Kimi Räikkönen unrechtmäßig um die Position gebracht. Und das wird noch Folgen haben.

Wie Formel-1-Rennleiter Michael Masi vom Automobil-Weltverband (FIA) ankündigt, wird er bei der nächsten Gelegenheit in Mexiko das Gespräch mit den Fahrern suchen, und zwar "mit allen", wie er sagt. Begründung: "Ich sehe da zwei Facetten, nennen wir es mal so."

Masi erklärt: "Es gibt einerseits das Überholmanöver und das Runterdrücken von der Strecke, und dann noch das Überholen [abseits der Strecke]." All das werde Thema sein, wenn er sich das nächste Mal mit den Formel-1-Fahrern austausche.

Warum der Zwischenfall "grenzwertig" war

Was genau seine Botschaft an die Fahrer dann sein wird, dazu schwieg sich Masi in Austin aus. Er sagte aber, er könne Alonsos Ärger "natürlich verstehen". Mehr noch: Die Szene zwischen ihm und Räikkönen sei "sicherlich grenzwertig" gewesen, meint Masi.

Man könne bei diesem Zwischenfall auch argumentieren, Räikkönen sei nur außenrum an Alonso vorbeigefahren, weil dieser ihn über den Streckenrand hinausgedrückt habe. "Genau deshalb ist es grenzwertig", sagt Masi. "Man kann die Szene eben so oder so sehen."

Die Sportkommissare sahen darin keinen Handlungsbedarf und verzichteten auf eine Untersuchung. Und Alonso? Er machte es wenige Runden nach der strittigen Szene mit Räikkönen-Teamkollege Antonio Giovinazzi nicht viel anders, als er seinerseits beim Überholen von der Strecke abkam. Absicht sei das aber nicht gewesen, versichert Alonso.

Nicht, weil es schon wieder Alonso ist, sondern ...

Das nimmt ihm Rennleiter Masi ab, doch schmunzeln muss er schon, weil wieder einmal Alonso mit einer solchen Aktion aufgefallen ist. Es sei "witzig, wie es zu diesen Zwischenfällen [mit Alonso] kommt", meint Masi. Er sagt aber auch: "Ich betrachte jeden einzelnen Zwischenfall für sich, und zwar unabhänig davon, wer darin verstrickt ist."

Entscheidend für die Beurteilung einer Situation durch die Sportkommissare sei darüber hinaus auch der jeweilige Kontext. Sprich: die Entstehungsgeschichte eines Zwischenfalls. Ausgehend davon spreche er gegenüber den Teams eine "Handlungsempfehlung" aus, so Masi.

Das heißt konkret: Er ordne keinen Rücktausch der Positionen an, sondern lege das den Betroffenen nur nahe. "Es ist eine Empfehlung", erklärt Masi. "Die Teams können meinen Rat natürlich auch nicht befolgen. Ich kann sie nicht zwingen, meinen Rat zu beherzigen. Ich schlage nur etwas vor."

In Austin gab Masi einmal an Alpine und einmal an Alfa Romeo den Hinweis, die außerhalb der Rennstrecke eingenommene Position jeweils zurückzugeben. Alonso und später Giovinazzi taten das auch.

"Tun sie das nicht, übergebe ich die Situation an die Sportkommissare, die dann ein Urteil fällen", sagt Masi. Denn er als Rennleiter trifft solche Entscheidungen nicht. Seine Aufgabe ist es aber, für Klarheit bei den Fahrern zu sorgen. Zum Beispiel mit einem neuen Gespräch in Mexiko.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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