Alonso: Formel 1 hat durch Hybrid ein Jahrzehnt gutes Racing verloren
Fernando Alonso lässt kein gutes Haar am eingeschlagenen Weg der Formel 1 und glaubt nicht, dass die Änderungen für 2027 viel bringen werden
Fernando Alonso hatte in den vergangenen Jahren wenig Spaß am Racing
Foto: LAT Images
Die Hybridära hat Fernando Alonso in der Formel 1 bislang kein Glück gebracht. Sportlich lief es für den Spanier seit 2014 selten rund, und wirklich Spaß hat ihm das Racing auch nicht gebracht. Stattdessen sagt er, dass die Formel 1 durch die Hybrid-Technologie ein Jahrzehnt an purem Racing verloren habe.
Für ihn ist dabei auch klar, dass die anvisierten Anpassungen für die Saison 2027 auch nicht dabei helfen werden, die Hauptprobleme des aktuellen Reglements zu lösen. "Warten", lautet die Antwort des Spaniers auf die Frage, ob mögliche Regeländerungen für die kommende Saison helfen werden oder ob man auf den nächsten Reglementzyklus warten müsse.
"Die DNA dieser Antriebseinheiten bleibt immer dieselbe. Und sie wird immer dafür belohnt, in den Kurven langsam zu fahren", meint er. Also wird sich 2027 grundlegend nichts ändern? "Ich glaube nicht", winkt er ab.
Echtes Racing verloren
Schon vor dem Rennen in Miami hatte die FIA einige kleinere Anpassungen vorgenommen. Für 2027 ist ein weiterer Schritt geplant, um die größten Bedenken im Fahrerlager bezüglich des aktuellen Reglements auszuräumen.
Es gibt eine grundsätzliche Einigung darauf, das Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Leistung auf eine 60-40-Aufteilung zugunsten des Verbrenners zu ändern.
Die technischen Details müssen zwar noch finalisiert werden, die Diskussionen konzentrieren sich jedoch auf den Kraftstoffdurchfluss, um den Verbrennungsmotor stärker in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig den Anteil der elektrischen Leistung um 50 Kilowatt zu reduzieren.
Die zweistufigen Änderungen zeigen zumindest, dass die FIA auf die Kritik der Fahrer hört, wobei Alonso nicht glaubt, dass dies jemals das größte Problem war.
"Ich meine, sie hören immer zu. Die Sache ist nur: Die Welt ist in Richtung Elektrifizierung gegangen oder dachte, das sei die Zukunft. Aber das lässt sich nicht auf den Rennsport übertragen. Rennsport ist ein anderes Kaliber."
"Jetzt gehen wir ein kleines Stück zurück auf 60-40 und in Zukunft vielleicht auf immer weniger [elektrische Leistung]. Leider hatten wir diesen Zeitraum seit 2014 mit der Turbo-Ära, und jetzt sogar noch mehr, in dem wir fast ein Jahrzehnt oder sogar noch länger an echtem Racing verloren haben", so der Aston-Martin-Pilot.
Ausweich- statt Überholmanöver
Das aktuelle Reglement hat zwar zu deutlich mehr Überholmanövern geführt, doch Alonso argumentiert, dass das allein nicht viel zu bedeuten habe. Auf die Frage, wo auf dem Circuit Gilles-Villeneuve, wo die Formel 1 an diesem Wochenende zu Gast ist, die besten Überholmöglichkeiten seien, erklärt der Spanier, dass Überholen heutzutage keine Kunst mehr sei.
"Auf den Geraden, wenn du mehr Batterie hast als die anderen. Das wird sehr einfach. Und das ist dann kein Überholen mehr, sondern nur noch ein Ausweichmanöver."
"Wenn du mehr Batterie hast als die anderen, dann clippen die anderen, also wird die Leistung um 500 PS reduziert. Dann hast du plötzlich 500 PS mehr als der andere, du vollführst ein Ausweichmanöver und ziehst am Auto vorbei."
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