Alonso: Hamilton & Verstappen haben getan, was sie tun mussten

Rennunfall oder nicht? Die Fahrerkollegen in der Formel 1 haben unterschiedliche Meinungen zum Unfall zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton

Alonso: Hamilton & Verstappen haben getan, was sie tun mussten

Der erneute Unfall zwischen den beiden Formel-1-Dominatoren Max Verstappen und Lewis Hamilton in Monza beschäftigte nicht nur die aufgeheizten Fanlager beider Fahrer, sondern auch die Fahrerkollegen. Wer hat Schuld? Oder war es ein Rennunfall? Die Meinungen gehen auseinander.

Für Carlos Sainz etwa "ist der Unfall ziemlich klar", sagt der Spanier, ohne aber seine Meinung zur Schuldfrage öffentlich zu äußern. "Ich denke, es muss im nächsten Fahrer-Meeting ein paar Gespräche geben", sagt Sainz. Ein einfacher Rennunfall sei es aber ganz sicher nicht gewesen. "Ein Unfall ist immer vermeidbar. Wenn einer es nicht will, dann werden zwei auch nicht crashen", formuliert er es philosophisch.

In der ersten Schikane der Highspeed-Strecke fuhren Verstappen und Hamilton nebeneinander, der Niederländer versuchte, seinen britischen Rivalen zu überholen. Dabei kam Verstappen auf den Kerb, er wurde ausgehebelt und landete schließlich auf dem Mercedes von Hamilton.

Leclerc: Mir ginge es ähnlich

Verstappen monierte, Hamilton habe ihm keinen Platz gelassen. Die Rennkommissare belegten aber den Red-Bull-Piloten mit einer Strafversetzung von drei Plätzen beim kommenden Rennen in Sotschi. Verstappen trage laut den Stewards die Hauptschuld an dem Crash, weil er nicht auf Augenhöhe gewesen war.

Die Wogen zwischen den Beteiligten schlugen hoch, wie bereits nach der ersten Kollision der beiden Fahrer in Silverstone. Für Charles Leclerc ist es "normal, solche Unfälle zu sehen. Sie kämpfen um die Weltmeisterschaft und beide wollen unbedingt gewinnen. Mir ginge es in der Position genauso", gibt der Monegasse zu. Solche Kämpfe seien daher "verständlich", aber wie auch Sainz will er sich nicht zur Schuldfrage äußern.

Einer, der genau weiß, wie es ist, im WM-Kampf zu sein, ist Fernando Alonso. Der Spanier kennt die besondere Situation aus vielen Jahren bei Renault, McLaren und Ferrari. "Sie sind beide Champions und kämpfen am Limit", stellt Alonso zunächst einmal klar.

Alonso: Unfall war nicht gefährlich

Der Unfall selbst sei in einer "unglücklichen Position" passiert. "Aber es ist eine geringe Geschwindigkeit, sie hatten 30 oder 40 km/h drauf, da gab es keine Gefahr, nichts. Daher denke ich, dass es keine große Sache war. Silverstone ja, aber das hier war nur ein Rennunfall", meint der 40-Jährige.

Diese Meinung vertraten vor allem in der Nachbetrachtung des Unfalls viele Beobachter nicht. So bestand Einigkeit darüber, dass Hamiltons Halo-System den Briten wohl vor schweren Verletzungen bewahrt hat, als Verstappens Bolide auf ihm landete. Hamilton selbst sprach davon, dass er froh sei, noch am Leben zu sein.

Für Alonso war der Unfall aber auch eine Art Machtdemonstration beider Fahrer, um dem Rivalen eine klare Botschaft zu vermitteln. "Lewis hat versucht, in Kurve 1 weit zu fahren, um Max dazu zu zwingen, die Kurve zu schneiden. Aber er hat die Kurve nicht geschnitten, sondern ist außen geblieben. Aber dann war keine Möglichkeit da, innen in Kurve 2 zu fahren", meint Alonso.

Für den zweimaligen Weltmeister steht fest: "Sie beide haben getan, was sie tun mussten. Und leider haben sie sich dabei berührt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Ferrari-Junioren ohne F1-Cockpit: Binotto fordert mehr Hilfe für junge Fahrer
Vorheriger Artikel

Ferrari-Junioren ohne F1-Cockpit: Binotto fordert mehr Hilfe für junge Fahrer

Nächster Artikel

Ralf Schumacher: Hatte "ein bisschen Sorge" um Sebastian Vettel

Ralf Schumacher: Hatte "ein bisschen Sorge" um Sebastian Vettel
Kommentare laden