Alonso nimmt McLaren in Schutz: "Was habt ihr erwartet?"

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Alonso nimmt McLaren in Schutz:
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Edd Straw
12.04.2018, 12:04

Kritik am mangelnden Fortschritt McLarens möchte Fernando Alonso nicht gelten lassen: Er glaubt, dass die meisten Leute unerfüllbare Erwartungen haben

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team and Fernando Alonso, McLaren
Fernando Alonso, McLaren
Fernando Alonso, McLaren signs autographs for the fans
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault, Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09, Brendon Hartley, Toro Rosso STR13 Honda, Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18, and the remainder of the field
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault, Esteban Ocon, Force India VJM11 Mercedes, and Brendon Hartle
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault
Fernando Alonso, McLaren MCL33 pit stop
Fernando Alonso, McLaren MCL33
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault, comes in for a pit stop
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault, leads Stoffel Vandoorne, McLaren MCL33 Renault, and Max Vers

Ist der Saisonauftakt von McLaren 2018 nun als Erfolg zu werten oder nicht? Der Rennstall konnte bislang 22 Zähler einfahren und liegt auf Rang drei der Herstellerwertung, allerdings konnte man die von vielen Seiten gestellten Performance-Erwartungen nicht erfüllen - vor allem im Qualifying nicht. In Bahrain gab es ein Doppelaus in Q2 und die Top-3-Teams sind viel zu weit weg, obwohl man sich im Vorjahr stets mit Red Bull auf Augenhöhe sah, wenn man einen konkurrenzfähigen Motor gehabt hätte.

Diese Aussage hat sich 2018 bislang definitiv nicht erfüllt, weswegen 'Motorsport-Total.com'-Chefredakteur Christian Nimmervoll in seiner üblichen Montagskolumne in Melbourne am schlechtesten hat schlafen lassen. Doch Fernando Alonso sieht McLaren trotzdem auf einem guten Weg: "Ich weiß nicht, was die Leute erwartet haben, wenn es von einem Jahr auf das andere keine neuen Regeln gibt und drei Teams deutlich vor allen anderen liegen", sagt er.

Denn dass sich McLaren deutlich verbessert habe, könne man eindeutig sehen. "Wenn wir auf die Fakten schauen, war es ein sehr guter Start", betont der Spanier. 2017 hatte man nach drei Rennen noch keine Zähler, zudem schaffte es Stoffel Vandoorne in Bahrain nicht einmal an den Start. In dieser Saison brachte man in beiden Rennen beide Autos ins Ziel und liegt auf Rang drei der Konstrukteurs-Meisterschaft.

Immerhin: Die Zuverlässigkeit stimmt

Hinzu komme, dass McLaren als einziges Team bislang keine Probleme gehabt habe, obwohl das bei den Testfahrten in Barcelona noch anders aussah. "Es gibt nur ein Team, dass an beiden Wochenenden keine Probleme gehabt hat, und das ist McLaren. Selbst Mercedes hat schon ein paar Mal das Getriebe gewechselt. Es ist nur McLaren", betont der Spanier und sieht das als positives Zeichen.

Doch natürlich weiß er, dass sich das Blatt schnell wenden kann und dass McLaren noch deutlich zulegen muss. "Wir sind immer noch weit weg von den drei Topteams. Wir sind weit weg von Red Bull, die die gleiche Power-Unit besitzen, von daher gibt es keinen Zweifel, dass wir uns verbessern müssen." Allerdings muss man zur Verteidigung des Teams sagen, dass die Entscheidung erst spät auf Renault fiel und McLaren daher beim Motoreneinbau Kompromisse vornehmen musste.

Es fällt auf, dass es McLaren weiterhin an Geschwindigkeit auf den Geraden mangelt - auch das gilt es zu untersuchen. Mit Red Bull und Renault hat man zumindest nun zwei Vergleichsparameter, die die richtige Richtung vorgeben können. "Vielleicht ist es einfach eine Set-up-Philosophie oder ein echtes Problem", so Alonso, der aber überzeugt ist, dass sein Team nach einer Lösung sucht und diese in den kommenden Rennen bringen wird.

McLaren braucht wichtigere Updates

Die Hoffnung liegt ohnehin auf der Zukunft. Zwar erwartet Alonso nicht, dass das Auto in den wenigen Tagen seit Bahrain besser geworden ist, doch ansonsten möchte man zu jedem Rennen Updates bringen und sich verbessern. In Barcelona ist das nächste umfangreiche Update geplant, doch Alonso macht sich keine falschen Hoffnungen: "Ich bin jetzt 17 Jahre in der Formel 1, und in Barcelona bringen alle immer ein komplett neues Auto", sagt er.

"Wie immer der Abstand jetzt aussehen mag: Man kann sagen, dass es immer ungefähr gleich bleiben wird, außer man macht etwas Clevereres und Besseres als alle anderen", so der Spanier. Genau das sei aber das Ziel von McLaren. "Ich denke, wir werden zu jedem Rennen neue Teile bringen. Aber da das jedes Team macht, muss unser Paket wichtiger sein als bei den anderen."

Trotzdem muss McLaren gleichzeitig noch seine aktuellen Probleme in den Griff bekommen, die das Team vor allem am Samstag zurückwerfen. Zwar habe man laut Stoffel Vandoorne eine "sehr gute Basis", doch die kommt derzeit noch selten zum Vorschein. "Aber obwohl wir nicht die Pace und den Speed haben", ergänzt Alonso, "holen wir immer noch ordentlich Punkte. Das gibt uns Zuversicht für die Zukunft."

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