Alonso über Vorfall mit Räikkönen: Geht um Fairness, nicht um Frust

Fernando Alonso hat seine Meinung über den Vorfall mit Kimi Räikkönen auch nach zwei Wochen nicht geändert - Ein Gespräch zwischen beiden gab es nicht

Alonso über Vorfall mit Räikkönen: Geht um Fairness, nicht um Frust

Die Aufregung um den Vorfall zwischen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen in Austin und besonders die Reaktion des Spaniers danach schlugen in der Formel 1 hohe Wellen. Auch zwei Wochen danach erhielten beide Fahrer noch einige Fragen zu der Thematik.

Der Finne selbst gab sich dabei wie erwartet recht einsilbig. "Es ist nicht viel passiert. Ich habe versucht, zu überholen. Und er hat versucht, zu verteidigen. Dafür gibt es Stewards. Ich habe versucht, innerhalb der weißen Linie zu bleiben, aber es waren zehn, vielleicht 20 Zentimeter außerhalb. Mehr gibt es nicht zu sagen", sagt Räikkönen. Ein Gespräch mit Alonso danach habe es nicht gegeben. "Nein, warum?", sagt er nur.

Rückblick: In Austin griff Alfa-Romeo-Pilot Räikkönen in Kurve 1 auf der Außenbahn den Alpine von Alonso an. Der Spanier drängte Räikkönen ab und drückte in raus. Der Finne blieb jedoch auf dem Gas und zog schlussendlich an Alonso vorbei. Der Spanier beschwerte sich danach im Funk über das Manöver und reagierte auf seine ganz eigene Weise später im Zweikampf gegen Räikkönens Teamkollegen Antonio Giovinazzi.

Alonso lobt konstruktiven Dialog mit der FIA

An Alonsos Meinung zur besagten Szene änderte sich im Verlauf der zwei Wochen nichts. "Wenn man außerhalb überholt, muss man die Position eigentlich zurückgeben. Wenn wir das Thema bei der Fahrerbesprechung anbringen, erhalten wir dieselbe Antwort. Daher werden wir es nicht anbringen", sagt Alonso und verweist erneut auf die angeblich klare Handspielregel im Fußball.

Diese spezielle Szene sei für ihn damit aber abgehakt, stattdessen wolle er es nun sehen, dass allgemeinere Themen zur Ansprache kommen. "Es gibt viele andere Dinge, über die wir diskutieren sollten, wie zum Beispiel Runde 1", sagt Alonso mit Blick auf Austin oder auch Sotschi, wenn Fahrer in der Anfangsphase die Strecke verlassen und sich dadurch einen Vorteil verschaffen.

Alonso betont in dieser Hinsicht die "konstruktiven und positiven" Reaktionen von den FIA-Delegierten um Rennleiter Michael Masi. "Wir alle wollen so faire Rennen wie möglich und wollen diese Probleme angehen. Manchmal geht es nicht um den Input der Fahrer oder um die Rennen, sondern um die Strecke selbst", schildert der 40-Jährige: "In Sotschi wird man immer mehr Probleme haben als in Silverstone oder bei anderen Strecken."

Alonso will faire Show für die Zuschauer

Wichtig ist es Alonso dabei, zu betonen, dass es sich bei seinen Reaktionen wie etwa beim Vorfall mit Räikkönen nicht um Frust oder Ärger handle. "Versteht es nicht falsch, das ist keine Frustration. Es geht nur darum, zu versuchen, fair zu bleiben und den Leuten auf den Tribünen oder vor dem Fernseher eine gute Show zu liefern", sagt er.

Einer, der nach eigener Aussage schon so manche Frustsituation im Cockpit erlebte, ist Charles Leclerc. "Manchmal ist man schon frustriert, vor allem im Auto. In der Hitze des Moments hat man manchmal nicht das komplette Bild der Situation. Manchmal bin ich im Auto frustriert, wenn eine Entscheidung getroffen wird und ich nicht das komplette Bild sehe", erklärt der Ferrari-Pilot.

Über die besagte Szene zwischen Alonso und Räikkönen konnte Leclerc nicht viel sagen, weil er sie schlicht selbst nicht gesehen hatte. Er selbst erlebte 2019 in Österreich aber einen ähnlichen Vorfall mit Max Verstappen. "Es ist schwierig, eine allgemeingültige Regel dafür aufzustellen, denn jede Rennstrecke ist anders und jede Situation ist anders", sagt der Monegasse.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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