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AlphaTauri: Die "blonde Amerikanerin", die Kwjat in Monza rettete

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AlphaTauri: Die "blonde Amerikanerin", die Kwjat in Monza rettete
Autor:
Co-Autor: Oleg Karpow

Warum AlphaTauri am Formel-1-Kommandostand einer "blonden Amerikanerin" hörig ist und wie eben diese das Team in Monza vor einem Regelverstoß bewahrte

Ausgerechnet Mercedes hat es erwischt. Beim Italien-Grand-Prix in Monza übersah das Weltmeisterteam eine Nachricht des Automobil-Weltverbands, wonach die Boxengasse geschlossen war - und holte Spitzenreiter Lewis Hamilton im Rennen trotzdem zum Reifenwechsel herein. AlphaTauri unterlief dieser Fehler nicht, aus gutem Grund.

Teammanager Graham Watson erklärt im Gespräch mit 'Motorsport.com', welch clevere Lösung AlphaTauri nutzt: "Vor etwa drei Jahren habe ich an unserem Kommandostand eine Vorlese-Automatik für Nachrichten von der FIA eingerichtet."

"Wenn die FIA also auf Seite drei meldet, 'die Boxengasse ist geschlossen', dann werde ich von einer computergenerierten Stimme darauf hingewiesen."

Eine Frau sagt an, was zu tun ist

Watson sagt weiter, er habe sich für eine Frauenstimme entschieden. "Ich nenne sie die 'blonde Amerikanerin', aufgrund ihres Dialekts."

In Monza habe ihn eben diese Frauenstimme im entscheidenden Moment darauf aufmerksam gemacht, dass die Boxengasse geschlossen sei. "Die Ingenieure aber meinten, wir könnten Daniil unter Safety-Car-Bedingungen hereinholen", sagt Watson.

"Also rief ich: 'Nein, nicht reinkommen, nicht reinkommen, nicht reinkommen!' Alle haben sie mich dann angeschaut. Und ich sagte nur, die Boxengasse sei geschlossen. Wir blieben also draußen, aber Hamilton kam herein."

Trotzdem: Zweifel bei AlphaTauri-Sportchef

"Ich dachte mir: Shit, habe ich als Sportdirektor versagt und einen gewaltigen Fehler gemacht? Ein Team wie Mercedes macht doch eigentlich solche Fehler nicht. Dann warf ich nochmals einen Blick auf den Monitor und sagte: 'Nein, nein, Leute. Hundert Prozent. Nicht reinkommen. Ihr müsst draußenbleiben!'"

Und Watson lag richtig mit seiner Einschätzung, und seinem Vertrauen auf die Frauenstimme am Kommandostand.

"Ich vermute, Mercedes hat nichts Ähnliches", meint er. "Sonst hätten sie Bescheid gewusst." Zumindest das dürfte AlphaTauri Mercedes also voraushaben.

Doch inzwischen ist auch Mercedes gewappnet, sagt Lewis Hamilton. In der Pressekonferenz vor dem Toskana-Grand-Prix in Mugello meinte er: "Das Team hat direkt nach dem Rennen entsprechende Maßnahmen ergriffen. Und so ist es eben mit Fehlern: Man wächst als Team daran."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Urheber Stefan Ehlen