Alpine-CEO Rossi: Team soll bis 2025 wieder an der Spitze mitfahren

Das Formel-1-Team von Alpine hat große Ambitionen für die kommenden Jahre - CEO Laurent Rossi hat einen klaren Fahrplan für die Rückkehr an die Spitze

Alpine-CEO Rossi: Team soll bis 2025 wieder an der Spitze mitfahren

Die Ambitionen beim Formel-1-Rennstall von Alpine sind hoch. Der fünfte Platz, den das Team 2019 und 2020 noch unter dem Namen Renault einfuhr und der auch in diesem Jahr das Maximum wäre, ist auf Dauer nicht das Ziel des Teams. CEO Laurent Rossi, quasi der Big Boss der Marke Alpine, hat für die nächsten Jahre einen klaren Fahrplan. Und dieser sieht nichts anderes als die Rückkehr an die Spitze vor.

"Ich will, dass das Team bis zum Ende des nächsten Regelzyklus' - also 2024 oder 2025, je nachdem, wann es die neuen Regeln geben wird - um Podien und Siege mitkämpfen kann", stellt Rossi im Gespräch mit der englischsprachigen Globalausgabe von 'Motorsport.com' klar.

Noch ist nicht einmal der Anfang dieser neuen Epoche erreicht. Im kommenden Jahr werden die neuen Autos debütieren, ab 2026 soll es dann voraussichtlich ein völlig neues Paket mit neuen Motoren geben. Bis dahin soll Alpine nach den Vorstellungen von Rossi wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Alpines Plan: Von Platz fünf auf Platz eins

Doch dafür braucht es mehr als Fingerschnippen und Wunschdenken. "Wir müssen das Team weiterentwickeln. Das Team hat sich in den vergangenen Jahren von Platz neun auf Platz fünf verbessert. Aber jetzt von der Spitze der Verfolger an die Spitze des Feldes zu kommen, ist eine weitere Evolution", sagt Rossi.

Daher sei ihm auch die Verteidigung des fünften Platzes in der laufenden Saison so wichtig. "Ich möchte nicht, dass wir zurückfallen", erklärt er. Die Gefahr jedoch besteht, nur zehn Punkte liegt Alpine derzeit vor AlphaTauri, das B-Team von Red Bull verfügt dabei über das schnellere Paket.

"Wir haben in diesem Jahr viel im operativen Bereich gelernt, das ist immer ein Plus. Das müssen wir im nächsten Jahr anwenden, danach aber müssen wir Muskeln aufbauen, um von Platz fünf auf Platz eins zu kommen, Saison für Saison, Rennen für Rennen", blickt Rossi voraus.

Budgetgrenze Herausforderung und Chance zugleich

Ein Werkzeug, mit dem die Formel-1-Macher für mehr Ausgeglichenheit sorgen wollen, ist die Budgetgrenze. Damit soll verhindert werden, dass der WM-Titel durch den höheren Einsatz finanzieller Mittel "erkauft" werden kann. Vor allem Mercedes, Red Bull und Ferrari lagen dem Vernehmen nach in den vergangenen Jahren teils deutlich darüber.

Auch Alpine ist gut finanziert, der Renault-Konzern steckte ordentlich Geld in das Business, seit 2016 die Rückkehr als Werksteam erfolgte. Der damals ausgegebene Plan, 2020 wieder WM-fähig zu sein, scheiterte aber krachend.

Rossi gibt zu, dass die Budgetgrenze eine Veränderung bedeutet, begrüßt die Neuerung jedoch. "Wir müssen uns an diesen neuen Kontext anpassen, und ich bin mir sicher, dass wir die finanzielle Stärke haben, das zu schaffen. Warum? Weil es nicht mehr darum geht, für jedes Problem Geld einzusetzen. Jeder hat dieselbe Kostengrenze. Es geht eher um die Ausführung und um Entscheidungen", erklärt Rossi.

Ende der Doppelspitze Budkowski/Brivio?

Ein weiterer Vorteil sei die Situation als Werksteam. Eine effiziente Integration der Powerunit in das Chassis ist entscheidend für die Performance", sagt er. Das Team verfüge über "45 Jahre" Erfahrung, zudem sorge die Renault-Gruppe für finanzielle Stabilität.

In der Führungsetage des Teams selbst könne es im Rahmen des Entwicklungsprozesses ebenfalls zu Änderungen kommen. Nach dem Abgang von Teamchef Cyril Abiteboul Anfang 2021 übernahmen Exekutivdirektor Marcin Budkowski und Renndirektor Davide Brivio als Doppelspitze die Leitung des Teams. Rossi will nicht ausschließen, dass sich an dieser Struktur etwas ändern könnte.

"Ist es die richtige Organisation für die nächsten Herausforderungen, um die Leiter weiter nach oben zu klettern? Ich werde das am Ende der Saison bewerten", sagt Rossi. Seiner Meinung nach habe sich die Lösung zumindest für diese Saison jedoch bewährt.

Rossi lobt Brivio: "Unschätzbarer Wert"

"Ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich", meint der Franzose: "Wenn wir in 15 Rennen nacheinander in die Punkte fahren und dazu noch einen Sieg erringen, sieht es nicht so aus, als ob wir uns jedes Wochenende auf der Strecke blamieren würden."

Dennoch wurden zuletzt Gerüchte immer lauter, nach denen Brivio nach einem Jahr in der Formel 1 zurück in die MotoGP wechseln könnte. Angeblich gab es bereits Gespräche mit seinem Ex-Team Suzuki. Laut Rossi zeigten diese Spekulationen nur die Qualitäten Brivios.

"Sie zeigen, dass er vermisst wird. Das ist ein großartiger Beweis für den Wert der Person", stellt Rossi klar. Auch bei Alpine habe Brivio großen Anteil an der Entwicklung. "Er bringt definitiv eine Menge in Bezug auf das Fahrermanagement mit. Und auch das Wissen, das er dem Team auf der Strecke vermittelt, wie seine sportliche Erfahrung, ist von unschätzbarem Wert", sagt er.

Dennoch, betont Rossi, werde er sich die gesamte Struktur und Organisation des Teams genau ansehen, auch Brivios Rolle. "Er ist nicht anders als der Rest der Mannschaft", stellt er klar.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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