Formel 1
Alpine holt Colapinto als Reservefahrer: Briatore macht Druck auf Doohan
Franco Colapinto wechselt von Williams zu Alpine und unterschreibt einen Vertrag als Reservefahrer - Druck auf Neuling Jack Doohan steigt, Flavio Briatore hocherfreut
Frederik Hackbarth Norman Fischer
Bearbeitet: 09.01.2025, 19:04
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Die Zukunft von Franco Colapinto liegt bei Alpine
Foto: LAT Images
Nach nur einem Rennen in der Formel 1 ist Alpine-Rookie Jack Doohan bereits gehörig unter Druck. Der Grund: Alpine hat am Donnerstag die Verpflichtung von Franco Colapinto als Reservefahrer bestätigt.
Der Argentinier kommt von Williams, wo er in den letzten neun Saisonrennen 2024 erste Erfahrungen in der Königsklasse sammeln durfte, und nach dem Rauswurf von Logan Sargeant immerhin fünf WM-Punkte einfuhr.
Durch die Ankunft von Carlos Sainz musste Colapinto sein Cockpit beim Team aus Grove für 2025 jedoch wieder räumen. Jetzt beginnt für den 21-Jährigen mit dem Wechsel zum französischen Rennstall aber ein neues Abenteuer in der Formel 1.
"Ich bin extrem aufgeregt, die Möglichkeit zu haben, dem BWT Alpine Formel-1-Team beizutreten. Zuerst möchte ich mich aber bei Williams bedanken, für die ganze Unterstützung, seit ich Teil der Akademie wurde bis zum letzten Rennen in Abu Dhabi: Sie haben mein Traum, in der Formel 1 zu fahren, zur Realität gemacht - dafür werde ich ihnen immer dankbar sein", erklärt Colapinto zu seinem Wechsel.
"Nun ist es an der Zeit für ein neues Kapitel", sagt der Argentinier, der die Unterschrift bei Alpine als "Ehre" bezeichnet: "Ein großes Dankeschön an Luca (de Meo), Flavio (Briatore) und Oliver (Oakes), dass sie an mich glauben und mich im Team mit offenen Armen willkommen heißen. Ich kann es kaum erwarten loszulegen und zu sehen, wo uns diese Reise hinführt."
Briatore stellt weiter fleißig ein: Bei Alpine wird's voll
Alpine-Sonderberater Briatore, der Colapinto schon länger schöne Augen gemacht hatte, zeigt sich entsprechend hocherfreut über den Neuzugang: "Wir sind sehr zufrieden, dass wir uns mit Williams über die Verpflichtung von Franco Colapinto einigen konnten. Franco gehört im Moment zu den besten jungen Talenten im Motorsport", sagt der einstige Förderer von Michael Schumacher: "Man kann schon sagen, dass sein Auftritt im Formel-1-Feld letztes Jahr viele überrascht hat, mich eingeschlossen", gibt Briatore zu.
Für den Italiener steht fest: "Seine Leistungen waren für einen Rookie sehr beeindruckend." Klar ist damit aber auch: Jack Doohan muss jetzt schleunigst nachziehen. Denn auf den Australier, der nach der vorzeitigen Trennung von Esteban Ocon erst beim Saisonfinale in Abu Dhabi sein Formel-1-Debüt gab, und als Stammpilot an der Seite von Pierre Gasly in die neue Saison geht, steigt der Druck damit gewaltig.
Briatore macht keine Gefangenen, wenn er in Bezug auf Colapinto sagt: "Wir haben ein Auge auf die Zukunft und seine Unterschrift bedeutet, dass wir einen großartigen Pool an Fahrern haben, auf die wir zurückgreifen können, und mit denen wir arbeiten können, um eine erfolgreiche Zukunft für das Team zu entwickeln." Eine große Überraschung wäre es jedenfalls für die wenigsten Experten im Fahrerlager, wenn Colapinto noch im Laufe des Jahres zum Einsatz käme ...
Allein: Bei Alpine reiht sich nicht nur der Argentinier in die Schlange hinter Doohan ein, stattete das Team zuvor auch Formel-2-Pilot Paul Aron mit einem Vertrag als Reservepilot aus. Der Este hat mit Neu-Teamchef Oakes bereits bei Hitech zusammengearbeitet und dort offenbar Eindruck hinterlassen. Darüber hinaus wurde auch Ryo Hirakawa von Alpine am Donnerstag als Reservefahrer verpflichtet, der Japaner soll Testfahrten in älteren Autos und im Simulator bestreiten.
Vowles: Alpine "Francos beste Chance" auf Cockpit
Trotz der vielen Alternativen wollte Alpine sich Colapinto offenbar nicht entgehen lassen - und war sogar bereit dazu, Geld auf den Tisch zu legen, um den Argentinier von Williams loszueisen. Williams Teamchef James Vowles erklärt in Bezug auf den Deal: "Wir sind erfreut, dass wir mit Alpine zu einer Übereinkunft gekommen sind, sodass Franco dem Team ab 2025 mit einem mehrjährigen Vertrag beitritt."
"In neun erinnerungswürdigen Rennen mit Williams hat er ganz klar bewiesen, dass er einen Platz in der Formel 1 verdient, und wir haben immer betont, dass wir ihn dabei unterstützen würden", erklärt der Brite, warum man das Talent ziehen lässt. In Bezug auf die eigenen Fahrerpaarung mit Sainz und Alex Albon fügt Vowles an: "Deshalb glauben wir, dass Alpine Francos beste Chance darstellt, um 2025 oder 2026 ein Renncockpit zu bekommen."
Abschließend heißt es vom Williams-Teamchef: "Wir sind stolz darauf, dass wir Argentinien wieder ins F1-Fahrerfeld gebracht haben, wollen Franco für alles danken, was er dem Team gebracht hat - und wir freuen uns auf zukünftige Kämpfe auf der Strecke."
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