Alpine-Teamorder: Wie Fernando Alonso dazu steht

Warum Alpine beim Heimrennen eine Stallorder gegen Fernando Alonso ausgesprochen hat, Esteban Ocon aber trotzdem den schlechteren Grand Prix hatte

Alpine-Teamorder: Wie Fernando Alonso dazu steht

Runde 17 im Frankreich-Grand-Prix 2021 in Le Castellet: Fernando Alonso kommt der Aufforderung seines Teams Alpine nach und lässt Esteban Ocon ziehen. Stallregie gegen den zweimaligen Formel-1-Weltmeister! Aber: Ocon hatte davor drei Runden lang im Getriebe von Alonso gehangen, mit weniger als einer Sekunde Rückstand. Fühlte er sich aufgehalten?

Ocon selbst meint: "Ich war sicherlich leicht schneller als Fernando, weil ich auf der härteren Mischung fuhr und weniger Verschleiß hatte als er." Doch Alonso ließ den Teamkollegen nicht sofort ziehen. Erst, als ihn das Team zum Boxenstopp hereinbat, gab er die Position auf.

"Wir hatten natürlich darüber gesprochen, dass [Stallregie] ein Thema werden könnte im Rennen", meint Alonso. "Wir sind ja auf unterschiedlichen Reifen losgefahren. Da war klar, wir könnten uns im Rennen begegnen."

Wie Alonso und Ocon auf die Situation reagieren

Davon, dass er den Teamkollegen aufgehalten haben könnte, will Alonso aber nichts wissen: "Ich denke, es war die beste Entscheidung, ihm freie Fahrt zu verschaffen. Hätte ich ihn nicht hinter mir gehabt, hätte ich idealerweise erst später an die Box kommen können. Wir wollten ihn aber eben nicht aufhalten."

Ocon nimmt die ganze Szene gelassen: "Wir müssen schauen, was wir hätten besser machen können in dieser Situation. Ich denke aber nicht, dass es viel für unser Rennen verändert hätte, um ehrlich zu sein." Denn am Ende steht P14 für Ocon, der wohl auch durch eine raschere Umsetzung der Stallregie keine Punkte geholt hätte.

Es sei "definitiv nicht unser bestes Rennen" gewesen, meint der Franzose, der kurz vor dem Grand Prix in Frankreich seinen Alpine-Vertrag verlängert hatte. "Wir haben die Reifen recht früh beschädigt. Danach war die Pace nicht mehr gut genug. Es hat etwas gefehlt in diesem Rennen, und dem müssen wir noch auf den Grund gehen."

Alonso: Mehr war nicht drin für Alpine

Während Ocon "nicht das Tempo [hatte], das wir hätten haben sollen", ging bei Alonso die genau gegensätzliche Strategie auf: Nach Medium im ersten Stint nahm Alonso Hard für den zweiten und erzielte so sein zweites Top-10-Ergebnis in Folge - begünstigt auch durch die schwache Ferrari-Leistung, weil Charles Leclerc und Carlos Sainz aus den Punkterängen herausfielen.

Unterm Strich spricht Alonso von einem "guten Sonntag, mit guten Punkten für das Team. Wir haben wieder vier Zähler in der Tasche. Von P9 vor auf P8. Da haben wir ein gutes Rennen gefahren, finde ich. Und wir sind vor beiden Ferrari und vor beiden Aston Martin angekommen. Damit bin ich zufrieden."

Wie Alonso seinen Instinkt einsetzt

Den Grundstein für ein gutes Rennen habe er bereits am Start gelegt, betont Alonso. Das habe ihn aber nicht weiter überrascht: "Die Starts sind schon seit 20 Jahren eine meiner größten Stärken, also warum nicht auch jetzt?"

Alonso schwärmt: "Das ist der Moment im Rennen, in dem du ein bisschen improvisieren musst. Du musst kreativ sein. Es geht nicht um die Reifenleistung oder die Autoleistung. Es geht nur um dich und deinen Instinkt. Das gefällt mir. In der ersten Rennrunde war ich schon immer stark. Und jetzt fühle ich mich auch wohler im Auto und mit den Reifen."

Sehr viel mehr als ein Platz weit hinten in den Top 10 sei in Le Castellet aber nicht möglich gewesen. "Im Rennen", erklärt Alonso, "fällst du allmählich auf die Position, die du verdienst. Das war P10 oder P11 im ersten Stint und im zweiten Stint dann eben P8 oder P9."

"Natürlich müssen wir noch besser werden, wir hatten hier aber auch ein gutes Wochenende von Anfang bis Ende. Ich denke, wir werden besser und besser."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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