Analyse
Formel 1
Analyse: Wie dominant war Mercedes 2015 wirklich?
Sehr spektakulär war die Saison 2015 wirklich nicht, aber Mercedes war dominant wie kaum ein anderes Team in der Historie der Formel 1. Wir haben in den Geschichtsbüchern nachgesehen.

Jamie Klein
Bearbeitet: 08.05.2018, 23:37
Link kopieren
Auf Viber teilen
Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Qualifying
Ein einziges Mal im ganzen Jahr – bei einer wirklich bizarren Ausnahme in Singapur, wo die Silberpfeile weit weg von der Spitze waren – stand kein Mercedes auf der Pole-Position. Mercedes stellte in diesem Jahr den eigenen Rekord von 2014 und den von Red Bull Racing aus dem Jahr 2011 ein, sowohl zahlenmäßig als auch prozentual.
Einen neuen Rekord stellte Mercedes bei den ersten Startreihen auf. Nur in Malaysia, Bahrain, Monza und natürlich Singapur standen nicht beide Silberpfeile auf den Plätzen eins und zwei. In 15 von 19 Rennen war die erste Startreihe komplett in silberner Hand.
2014 standen die beiden Autos aus Brackley „nur“ 14 Mal in 19 Rennen in der ersten Startreihe. Mercedes rangiert in dieser Kategorie nun vor McLaren 1988 und Williams 1993, die beide je zwölf Mal in 16 Rennen die erste Startreihe besetzten.
Erste Startreihe Rekorde:
YearTeamDriversFront-row lockoutsPercentage****2015 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
15/19 78,9% 1988 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
12/16 75,0% 1992 Williams
Nigel Mansell
Riccardo Patrese
12/16 75,0% 2014 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
14/19 73,7% 1989 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
11/16 68,8%
Auf einem Gebiet bleiben Williams und McLaren aber unangetastet, beim durchschnittlichen Abstand im Qualifying zwischen der Pole-Position und dem schnellsten Verfolger.
Williams bleibt der König mit einem Abstand von 1,167 Sekunden im Jahr 1992, McLaren folgt dicht auf mit 1,080 Sekunden im Jahr 1988.
Beide Teams waren ähnlich dominant, wobei McLaren 1989 mit einem Schnitt von 1,053 Sekunden Vorsprung leicht hinter dem Schnitt von Williams (1,078 Sekunden) aus dem Jahr 1993 liegt.
Mercedes hatte in diesem Jahr einen durchschnittlichen Vorsprung von 0,604 Sekunden, letztes Jahr waren es noch 0,622 Sekunden. Ohne Singapur wäre der Abstand 0,716 Sekunden.
Im Vergleich dazu betrug der Abstand von Red Bull Racing im Jahr 2011 auf die Konkurrenz 0,337 Sekunden, Ferrari distanzierte die Verfolger 2002 um 0,203 Sekunden.
Größter durchschnittlicher Abstand im Qualifying:
YearTeamDriversPolesAverage margin****1992 Williams
Nigel Mansell
Riccardo Patrese
15/16 1,167s 1988 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
15/16 1,080s 1993 Williams
Alain Prost
Damon Hill
15/16 1,078s 1989 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
15/16 1,053s 2014 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
18/19 0,622s
Rennen
Wie schon letztes Jahr war Mercedes im Renntrimm beinahe ebenso dominant wie auf eine schnelle Runde. Mit 16 Siegen in 19 Rennen – Sebastian Vettel und Ferrari holten die restlichen drei – war Mercedes ebenso erfolgreich wie im Jahr zuvor und stellte den Rekord aus 2014 ein.
In Prozentzahlen ausgedrückt liegt McLaren mit 15 Siegen in 16 Rennen aus dem Jahr 1988 noch immer an der Spitze und auch Ferrari mit 15 Siegen in 17 Rennen im Jahr 2002 rangiert vor Mercedes.
Bei den Doppelsiegen überbot Mercedes die Konkurrenz aus Woking jedoch. Zwölf Mal überquerten Lewis Hamilton und Nico Rosberg die Ziellinie auf den Plätzen eins und zwei – 2014 waren es elf Mal – durch den zwölften Doppelsieg verdrängten sie auch McLaren, die 1988 einen Schnitt von 62,5 Prozent an Doppelsiegen hatten. Mercedes brachte es 2015 auf 63,2 Prozent.
Doppelsieg-Rekorde in Prozent:
YearTeamDriversOne-twosPercentage****2015 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
12/19 63,2% 1988 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
10/16 62,5% 2014 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
11/19 57,9% 2002 Ferrari
Michael Schumacher
Rubens Barrichello
9/17 52,9% 2004 Ferrari
Michael Schumacher
Rubens Barrichello
8/18 44,4%
Mit 32 von 38 möglichen Podiumsplätzen (84,2%) in der Saison 2015 führt Mercedes diese Statistik an und schlug den eigenen Rekord aus dem Vorjahr um einen Platz.
Erster Verfolger der Silberpfeile ist Ferrari mit 29 von 36 möglichen Podiumsplatzierungen (80,6%) im Jahr 2004. McLaren schaffte 1988 von 32 möglichen Podiumsplätzen „nur“ 25, was einer Prozentzahl von 78,1 entspricht.
Podiumsplatzierungen in einer Saison in Prozentzahlen:
YearTeamDriversPodiumsPercentage****2015 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
32/38 84,2% 2014 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
31/38 81,6% 2004 Ferrari
Michael Schumacher
Rubens Barrichello
29/36 80,6% 2002 Ferrari
Michael Schumacher
Rubens Barrichello
27/34 79,4% 1988 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
25/32 78,1%
Punkte
Die verschiedenen Punktesysteme, die in der Formel 1 im Laufe der Jahre in in Kraft waren, machen einen direkten Vergleich sinnlos, aber Mercedes sammelte in dieser Saison 703 Punkte – zwei mehr als 2014, als die doppelten Punkte im letzten Saisonrennen 43 Extra-Punkte möglich machten. Mercedes hat also 86 Prozent der verfügbaren Punkte geholt.
Ohne Berücksichtigung der frühen Jahre der Konstrukteurswertung, als nur der bestplatzierte Fahrer jedes Teams in die Wertung genommen wurde und es auch Streichresultate gab, erreichte Mercedes die höchste Prozentzahl der Geschichte und übertraf die 82,9 Prozent von McLaren aus dem Jahr 1988.
Ferrari ist das einzige andere Team, das die 80-Prozent-Marke knacken konnte. Die Scuderia schaffte das in den Jahren 2002 und 2004. Red Bull Racing schaffte 2011 79,6 Prozent der verfügbaren Punkte, Williams im Jahr 1996 68,4 Prozent.
Meiste Konstrukteurspunkte in Prozentzahlen:
YearTeamDriversPointsPercentage****2015 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
703/817 86,0% 1988 McLaren
Ayrton Senna
Alain Prost
199/240 82,9% 2014 Mercedes
Lewis Hamilton
Nico Rosberg
701/860 81,5% 2002 Ferrari
Michael Schumacher
Rubens Barrichello
221/272 81,3% 2004 Ferrari
Michael Schumacher
Rubens Barrichello
262/324 80,9%
Wir wollen Deine Meinung!
Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?
An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen
- Das Motorsport.com-Team
Weiterlesen :
Diese Story teilen oder speichern
Link kopieren
Auf Viber teilen
Vorheriger Artikel Renault: Erfolg erst in drei Jahren?
Nächster Artikel Sebastian Vettel: „Michael Schumacher ist bei Ferrari allgegenwärtig“

Mehr von
Jamie Klein

Machtwort von Akio Toyoda: Der Grund für das Rovanperä-Aus in Japan
Super Formula
Super Formula 6 M.
Machtwort von Akio Toyoda: Der Grund für das Rovanperä-Aus in Japan

Verliert IndyCar 2026 ein Team? Indy-500-Sensation wackelt
IndyCar
IndyCar 10 M.
Verliert IndyCar 2026 ein Team? Indy-500-Sensation wackelt

Doohans Ausweg aus Formel-1-Krise: Japan als neues Sprungbrett?
Formel 1
Formel 1 11 M.
Doohans Ausweg aus Formel-1-Krise: Japan als neues Sprungbrett?

Mehr von
Lewis Hamilton

"Schmerzhafte Lektion": Lewis Hamilton nimmt Schuld an Strategiefehler auf sich
Formel 1
Formel 1
Singapur
4 h
"Schmerzhafte Lektion": Lewis Hamilton nimmt Schuld an Strategiefehler auf sich

Singapur-Debakel von Lewis Hamilton: "Senior Moment" oder Vertrauensbruch?
Formel 1
Formel 1
Singapur
13 h
Singapur-Debakel von Lewis Hamilton: "Senior Moment" oder Vertrauensbruch?

Toto Wolff: Kontroverse in Abu Dhabi 2016 "war meine Schuld"
Formel 1
Formel 1 14 h
Toto Wolff: Kontroverse in Abu Dhabi 2016 "war meine Schuld"

Mehr von
Mercedes

"Unheimlich schmales Band": Mercedes zieht Bilanz über Malaysia-Update
Formel 1
Formel 1
Singapur
1 T.
"Unheimlich schmales Band": Mercedes zieht Bilanz über Malaysia-Update

George Russell schreibt WM-Titel ab: Warum Mercedes jetzt andere Sorgen hat
Formel 1
Formel 1
Singapur
1 T.
George Russell schreibt WM-Titel ab: Warum Mercedes jetzt andere Sorgen hat

Viermal Tracklimits bei Kimi Antonelli? Warum es keine Strafe gab
Formel 1
Formel 1
Singapur
1 T.
Viermal Tracklimits bei Kimi Antonelli? Warum es keine Strafe gab
Aktuelle News

"Schmerzhafte Lektion": Lewis Hamilton nimmt Schuld an Strategiefehler auf sich
Formel 1
F1 Formel 1
Singapur
4 h
"Schmerzhafte Lektion": Lewis Hamilton nimmt Schuld an Strategiefehler auf sich

Brandbrief an die Politik: So soll der Motorsport überleben
Formel 1
F1 Formel 1 4 h
Brandbrief an die Politik: So soll der Motorsport überleben

Reifenschaden in Singapur hat Oscar Piastri "wahrscheinlich sogar geholfen"
Formel 1
F1 Formel 1
Singapur
5 h
Reifenschaden in Singapur hat Oscar Piastri "wahrscheinlich sogar geholfen"

Night of the Champions: Feierliche Ehrung der ADAC GT Masters Meister
ADAC GT Masters
GTM ADAC GT Masters 5 h
Night of the Champions: Feierliche Ehrung der ADAC GT Masters Meister
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.
Du hast 2 Optionen:
- Registrieren
- Deaktiviere bitte Deinen Adblocker.
Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!
Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden
Benachrichtigungs-Einstellungen
Registrieren