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McLaren-Teamchef Andrea Stella hat weiterhin Sorgen um die Sicherheit

Foto: LAT Images

Vor dem ersten Saisonrennen der Formel 1 2026 hatte McLaren-Teamchef drei Kritikpunkte am neuen Reglement aufgestellt - beziehungsweise eher Sorgen, die er mit der Welt geteilt hatte. Ihm ging es dabei um die Gefahr bei Starts, große Geschwindigkeitsunterschiede am Ende von Geraden durch das Energiemanagement und mangelnde Überholaction.

Nach dem ersten Rennen hat der Italiener ein paar Antworten bekommen. Bezüglich Punkt eins, den Starts, sieht er sich bestätigt: "Die Sorge bleibt bestehen", sagt er, nachdem es zwischen Liam Lawson und Franco Colapinto beinahe zu einem schweren Unfall gekommen war. "Heute sind wir beim Start nur knapp an einem Unglück vorbeigeschrammt."

Stella bemängelt große Geschwindigkeitsunterschiede im Feld, da manche Fahrer deutlich besser wegkommen als andere. "Wir können jetzt entweder auf das Beste hoffen, oder wir unternehmen proaktiv etwas, um sicherzustellen, dass wir diese Differenzen verringern. Das ist eine hochgradig technische Angelegenheit", sagt er.

"Wir sollten uns nicht darin verlieren, ob wir nun dies oder jenes tun müssen. Mein Appell ist schlicht: Wir müssen mehr tun. Wir müssen den Fokus auf den Start richten, denn irgendwann wird das zu einem echten Problem werden."

Sorge um Geschwindigkeitsunterschiede

Sein zweiter Punkt betraf das dichte Hinterherfahren und die Tatsache, dass es auf der Strecke zu großen Geschwindigkeitsunterschieden zwischen den Autos kommen kann, da Autos am Ende von langen Geraden der Saft ausgehen kann.

"Das war aus meiner Sicht heute vor allem in der ersten Runde ein Grund zur Sorge", sagt Stella. "Lando [Norris] hat insbesondere betont, wie tückisch es ist, wenn man Autos sehr dicht hinter sich hat, die vielleicht noch elektrische Leistung freisetzen oder eben nicht mehr."

"Diese Geschwindigkeitsunterschiede machen das Ganze unvorhersehbar", kritisiert er. "Auch hier gilt, was Lando bereits sagte: Wir sollten nicht zufrieden sein, nur weil heute nichts passiert ist. Wenn es um die Sicherheit geht, müssen wir immer einen Schritt voraus sein."

Überholmanöver zu künstlich

Als drittes hatte Stella das Thema Überholen angesprochen, das ohne DRS und mit aktiver Aerodynamik bei allen Fahrzeugen zu schwierig sein könnte. Es hatte das Gefühl, dass der implementierte Boost-Modus keinen ausreichenden Unterschied macht, um das fehlende DRS auszugleichen, da die Autos im Allgemeinen ohnehin nicht genug Energie übrig haben, um sie zu verbrauchen.

Seine Meinung dazu: "Zu Beginn des Rennens war es definitiv spannend, besonders bei den Duellen zwischen Mercedes und Ferrari", sagt er, kritisiert aber auch, dass die Überholmanöver für ihn zu künstlich waren. "Es ist ein Überholen, das primär darauf basiert, wie wir die Batterie nutzen", so der Teamchef.

"Sobald sich die Pace setzt und jeder dem gleichen Muster bei der Energiefreigabe folgt, wird das Überholen meiner Meinung nach extrem schwierig. Daher müssen wir diesen Punkt weiterhin kritisch beobachten."

Wird es auf anderen Strecken besser?

Natürlich war Australien nur ein Rennen und die Dinge könnten auf anderen Kursen schon ganz anders liegen, doch dass die Kritikpunkte geringer werden oder verschwinden, glaubt Stella nicht. "Der Start hängt nicht davon ab, ob eine Strecke extrem viel Energie frisst oder nicht", sagt er.

"Auch die Geschwindigkeitsunterschiede mögen ein wenig variieren, sind aber eher im Reglement selbst verankert als im Streckenlayout. Ähnliches gilt für das Überholen."

"Die grundlegenden Kritikpunkte bleiben also bestehen. Wenn überhaupt etwas vom Layout beeinflusst wird - wie etwa in Bahrain -, dann würde ich sagen, dass das Racing dort eher dem entsprach, was wir von früher kennen, weil man das Auto traditioneller fährt: Man gewinnt Energie beim Bremsen und setzt sie beim Herausbeschleunigen wieder ein", meint er.

"Hier in Australien ist die Fahrweise weit weg von allem Traditionellen, weil man ständig die Batterie 'fahren' muss - man lupft, nutzt Super-Clipping und kann in den schnellen Passagen nicht voll pushen. Das Fahren und das Racing wirken hier also eher künstlich erzeugt", so Stella.

"Aber meine drei Hauptbedenken sind völlig unabhängig von der Rennstrecke", stellt er klar. "Diese drei Schwerpunkte bestehen für mich nach wie vor, und das erste Rennen hat das bestätigt."

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