Andrea Stella: Diese zwei Teams sind schneller als McLaren
McLaren-Teamchef Andrea Stella sieht Ferrari und Mercedes im Renntrimm vorne - und mahnt zugleich dringenden Handlungsbedarf bei Sicherheitsfragen an
Laut Andrea Stella konnte Lewis Hamilton im Longrun überzeugen
Foto: Formel 1
McLaren-Teamchef Andrea Stella hat nach den ersten Testfahrten in Bahrain ein bemerkenswert offenes Zwischenfazit gezogen. Aus reiner Performance-Sicht sieht er Ferrari und Mercedes derzeit vor seinem Team.
"Ich kann bestätigen, dass die Rennpace von Ferrari sehr konkurrenzfähig aussieht", erklärt Stella. Die Rennsimulation von Lewis Hamilton sei am Freitag ebenso schneller gewesen wie jene von Andrea Kimi Antonelli im Vergleich zu McLarens Simulation mit Oscar Piastri. Bereits am Vortag habe auch Charles Leclerc ein starkes Rennprogramm absolviert, das auf einem ähnlich starken Niveau gelegen habe.
Zwar mahnt Stella zur Vorsicht bei der Interpretation von Testzeiten, doch die ersten Hinweise seien klar: "Ferrari und Mercedes stehen im Moment ganz oben auf der Liste, was die reine Wettbewerbsfähigkeit betrifft."
Produktiver Test - aber noch Luft nach oben
Trotz der defensiven Einordnung spricht Stella von einer konstruktiven ersten Testphase. Insgesamt legten Lando Norris und Piastri über 2.283 Kilometer zurück. Besonders die umfangreichen Aero-Programme hätten wertvolle Daten für die Weiterentwicklung des MCL40 geliefert.
Dennoch gibt der Teamchef zu: "Wir haben noch Arbeit vor uns, um Performance zu finden - sowohl vor dem zweiten Test als auch vor dem ersten Rennen in Melbourne."
Für das amtierende Weltmeisterteam ist das zumindest ein vorsichtiger Dämpfer. McLaren ist nach dem Titelgewinn mit entsprechend hohen Erwartungen in die neue Saison gestartet.
Sicherheitsbedenken im neuen Reglement
Neben der reinen Performance sprach Stella auch grundsätzliche Themen an, die aus seiner Sicht dringend Aufmerksamkeit verdienen. Besonders die Startprozedur müsse so gestaltet sein, dass alle Power-Units rechtzeitig einsatzbereit sind. Die Startaufstellung sei nicht der Ort, an dem Autos verzögert losfahren dürften - hier gehe es um Sicherheit, nicht um Wettbewerbsvorteile.
Darüber hinaus sieht er Handlungsbedarf beim Überholen und beim Thema Energierückgewinnung. Wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug zum Laden plötzlich vom Gas geht und ein eng folgender Konkurrent überrascht wird, könne das gefährliche Situationen provozieren.
Stella erinnert dabei an frühere Zwischenfälle wie den Unfall von Mark Webber in Valencia oder Szenen mit Riccardo Patrese in Portugal - Bilder, die man in der modernen Formel 1 nicht mehr sehen wolle.
Sein Appell richtet sich an alle Teams und die FIA: In einer komplexen neuen Reglement-Ära müsse Sicherheit oberste Priorität haben - unabhängig vom sportlichen Wettbewerb.
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