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Andrea Stella überrascht mit klarer Diagnose: Hier verliert McLaren die Zeit

Trotz gleicher Motoren verliert McLaren rund eine halbe Sekunde auf Mercedes: Die Analyse der GPS-Daten zeigt, wo der MCL40 besonders Zeit einbüßt

Andrea Stella überrascht mit klarer Diagnose: Hier verliert McLaren die Zeit

McLaren vor Mercedes: Aktuell nur eine Momentaufnahme

Foto: Getty Getty

McLaren-Teamchef Andrea Stella sieht den Hauptgrund für den Rückstand seines Teams auf Mercedes in der Formel 1 primär in der Aerodynamik des aktuellen Boliden. Beim Qualifying in Shanghai musste sich das Team aus Woking mit der dritten Startreihe begnügen. Oscar Piastri sicherte sich den fünften Platz vor Lando Norris, wobei beide rund eine halbe Sekunde auf den Polesetter Kimi Antonelli im Mercedes verloren.

Obwohl deutliche Fortschritte im Vergleich zum Saisonauftakt in Melbourne erkennbar sind, deckte das Qualifying in China die spezifischen Schwachstellen des MCL40 auf. Während das Team in Australien noch massiv damit beschäftigt war, die komplexe neue Mercedes-Power-Unit zu verstehen, liegt der Fokus nun wieder verstärkt auf dem Chassis.

Die Auswertung der GPS-Daten zeigt, dass Piastri und Norris vor allem im berüchtigten ersten Kurvenkomplex von Shanghai Zeit auf die Mercedes-Piloten und in geringerem Maße auch auf Ferrari verloren haben. Auch in anderen Passagen mit mittlerem bis hohem Abtrieb, wie der schnellen Kombination der Kurven 7 und 8 sowie der finalen Linkskurve, zeigt sich ein Defizit gegenüber der Konkurrenz.

Zwar verfügt der McLaren über eine starke Traktion und gute Beschleunigung aus langsamen Kurven heraus, wird jedoch auf der langen Gegengeraden von den Mercedes-Werksautos wieder eingeholt. Trotz identischer Motorenleistung von Mercedes behält McLaren zwar einen kleinen Vorsprung gegenüber Ferrari, dieser ist jedoch deutlich geringer als der des Werksteams.

Fokus verschiebt sich vom Motor zur Aerodynamik

Ein Teil des Rückstands lässt sich dadurch erklären, dass Mercedes bei der Nutzung der Energierückgewinnung noch einen Vorsprung hat. Laut Andrea Stella zeigen die Daten jedoch ein tiefgreifenderes Problem auf.

"In Australien entfielen 50 Prozent des Defizits auf Mercedes auf die Nutzung der Antriebseinheit und die anderen 50 Prozent auf den Grip in den Kurven", erklärt Stella. "Ich denke, wir haben die Lücke bei der Nutzung des Antriebs ein wenig geschlossen, aber was die Kurven angeht, ist der Abstand ziemlich ähnlich wie in Australien."

Der Italiener führt dies auf einen Mangel an aerodynamischer Last zurück. "Es gibt natürlich Grip, den man generiert, indem man die Reifen im richtigen Fenster nutzt, aber ich denke, wir verstehen mittlerweile alle ziemlich gut, wie man diese Reifen im Qualifying einsetzt. Daher ist das Qualifying eine gute Referenz, um zu sehen, wie groß das Defizit aus aerodynamischer Sicht tatsächlich ist."

Keine Kritik an Motorenpartner Mercedes

Stella stellt zudem klar, dass es innerhalb des Teams keine Unzufriedenheit über die Zusammenarbeit mit Mercedes gibt, auch wenn sowohl McLaren als auch das Kundenteam Williams in Australien über den Vorsprung des Werksteams bei der Motorennutzung staunten.

Andrea Stella

Andrea Stella betont die gute Zusammenarbeit mit Mercedes

Foto: LAT Images

"Ich glaube nicht, dass ich jemals ein Wort wie Unzufriedenheit verwendet habe, nicht einmal indirekt", sagt der Italiener. "Es ist eine sehr komplexe Antriebseinheit. Wenn man in der Position eines Kundenteams ist, muss man lernen, und das ist völlig natürlich."

Stella betont die Einzigartigkeit der aktuellen Antriebseinheit: "Ich kann mich nicht erinnern, jemals etwas Vergleichbares bei Antrieben in früheren Meisterschaften gesehen zu haben. Man muss eine Lernkurve durchlaufen und wir sind Mercedes HPP dankbar für ihre Unterstützung."

Potenzial für die kommenden Rennen

Dass ein Werksteam durch die vollständige Integration und den uneingeschränkten Datenaustausch einen Vorteil hat, sieht Stella als gegeben an. "Es ist nur fair, dass es unter diesem Gesichtspunkt einen kleinen Vorteil gibt. Wir beschweren uns nicht darüber."

Positiv stimmt den Teamchef, dass McLaren aus dem aktuellen Paket noch weitere Leistung beim Antrieb herausholen kann, während Verbesserungen an der Aerodynamik erst durch geplante Upgrades im Mai und darüber hinaus realisiert werden müssen.

"Wir sind in einer besseren Position als in Australien und können nun mehr Leistung aus der Antriebseinheit abrufen. Es sieht so aus, als hätten wir noch Reserven, die wir mobilisieren können. Das ist positiv, da wir die Rundenzeiten weiter verbessern können. Da kommt in den nächsten Rennen noch mehr", verspricht Stella.

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