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Andreas Seidl: F1 nur interessant, wenn wir Mercedes einbremsen

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Andreas Seidl: F1 nur interessant, wenn wir Mercedes einbremsen
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper

Mit den neuen Regeln ist McLaren-Teamchef Andreas Seidl sicher, dass in der Formel 1 mehr Rennen wie in Monza geben wird - Bis dahin müssen Alternativlösungen her

Der Grand Prix von Italien hat die Formel 1 nach der Langeweile in Spa wieder wachgerüttelt und aufgezeigt, wohin sich die Königsklasse künftig entwickeln soll. Drei verschiedene Teams auf dem Podium, und keines davon heißt Mercedes. In Monza war das dank Safety-Car, roter Flagge und einer Strafe für Lewis Hamilton möglich.

In Zukunft sollen ein neues Reglement und die Budgetobergrenze dafür sorgen, dass das Feld wieder enger zusammenrückt und die Rennen weniger vorhersehbar werden. McLaren-Teamchef Andreas Seidl ist zuversichtlich, dass das gelingen kann.

"Bei der Dominanz von Mercedes, für die sie mehrere Jahre lang hart gearbeitet haben, um diese Dominanz zu erreichen, verdienen sie es natürlich auch, dort zu fahren, wo sie fahren, und das führt leider zu langweiligen Rennen", sagt er. "Also ist es im Moment offensichtlich gut, wenn so etwas wie Monza passiert."

Andreas Seidl: Müssen Mercedes künstlich verlangsamen

"Und ich bin absolut davon überzeugt, dass wir mit dem, was ab 2022 kommt, mit der Budgetobergrenze, mit einem anderen technischen Reglement, bei dem wir auf der Strecke näher aneinander herankommen sollten, alles dafür tun werden, um dies öfter zu haben oder um in der Formel 1 hoffentlich eine neue Normalität zu haben."

Nämlich eine Normalität, bei der das Feld näher beieinander liegt und mehr Teams um den Sieg kämpfen können. Doch bis es so weit ist, müssten alternative Lösungen her, um die Mercedes-Dominanz zu durchbrechen, meint Seidl.

"Ich glaube, dass die einzige Möglichkeit, in den nächsten eineinhalb Jahren interessantere Rennen zu fahren, darin bestehen wird, Mercedes künstlich zu verlangsamen oder mit umgekehrten Startaufstellungen eine Art Zufall zu schaffen. Das ist die Realität, in der wir uns befinden", sagt der Deutsche, dessen Team ab 2021 auch mit Mercedes-Motoren unterwegs sein wird.

Brawn will Reverse-Grid-Rennen auf den Weg bringen

"Ich glaube nicht, dass man dieses Problem zum Beispiel dadurch lösen kann, dass man verschiedene Reifen entwickelt, sodass man mehr Stopps machen muss. Denn dann gibt Mercedes die ersten zehn Runden einfach Vollgas, und schon vor dem ersten Boxenstopp haben sie den Rückstand und kommen wieder auf Platz eins heraus."

Andreas Seidl

Bis die neuen Regeln greifen, braucht es laut Andreas Seidl alternative Lösungen

Foto: Motorsport Images

Zwar sei er persönlich kein Fan davon, Teams künstlich einzubremsen oder Zufälligkeiten zu schaffen, gibt Seidl zu. "Aber ich denke, das ist die Diskussion, die Mercedes mit der FIA oder der Formel 1 führen muss, wenn sie für so etwas offen wären."

Tatsächlich kündigte Formel-1-Sportchef Ross Brawn nach dem Rennen in Monza an, Ideen wie die eines Quali-Rennens mit umgekehrter Startaufstellung erneut diskutieren zu wollen. Der Vorschlag war vor dem Start der diesjährigen Formel-1-Saison am Veto von Mercedes gescheitert, könnte aber für 2021 Realität werden.

Kubica versteht Aufregung um langweilige Rennen nicht

Einer, der die ganze Diskussion derweil nicht wirklich nachvollziehen kann, ist Robert Kubica, im vergangenen Jahr noch Stammpilot bei Williams und mittlerweile Testfahrer von Alfa Romeo. "Um ehrlich zu sein, verstehe ich die Kritik nicht", sagt er. "Die Formel 1 hat immer verschiedene Phasen mit langweiligen Rennen durchlaufen."

"Die Hauptsache ist für mich, dass einige Fahrer sagten, die vergangenen Rennen seien langweilig gewesen. Aber sie können das Rennen nur aus ihrer Perspektive sehen", merkt der Pole an. Er als Zuschauer habe das etwa in Spa durchaus anders empfunden: "Da gab es meiner Meinung nach im Mittelfeld mit Gasly, Perez und einigen unterschiedlichen Strategien guten Rennsport."

"An der Spitze, ja, war es langweilig", räumt Kubica ein, "oder sagen wir, es war ein ziemlich einsames Rennen. Es ist normal, dass die Fahrer gegeneinander kämpfen wollen und dass die Fans bessere Rennen sehen wollen, aber wir müssen verstehen, wie die Struktur der Formel 1 funktioniert und wie diese Autos funktionieren."

Anzahl der Überholmanöver allein sagt noch nichts aus

Man könne nicht erwarten, dass in jeder Runde Rad-an-Rad-Duelle ausgetragen werden, denn dafür seien die Autos schlichtweg nicht gebaut, sagt der Formel-1-Testfahrer. "Und das ist auch nicht neu. Ich erinnere mich, dass ich in meinem ersten Jahr in der Formel 1, vor fast fünfzehn Jahren, über dieses Thema gesprochen habe."

"Vieles hängt natürlich auch von den Unterschieden zwischen den Teams ab. Wenn die Abstände etwas geringer sind, hat man mehr Chancen auf bessere Rennen und mehr Spannung. Aber wenn wir ein Rennen allein nach der Anzahl der Überholmanöver beurteilen, dann sieht die Geschichte ganz anders aus", weiß Kubica.

"Manchmal kann ein Rennen sehr eng und intensiv sein, besonders wenn man die Strategien dahinter versteht, aber ohne zu überholen. Ich denke, wir müssen die Leute wissen lassen, was vor sich geht, denn das könnte ein Weg sein, sie mehr zu begeistern."

Formel-1-Experte Marc Surer schlägt indes vor, Zugeständnisse für jene Teams einzuführen, die in der Weltmeisterschaft hinten liegen. Etwa, indem man ihnen mehr Token für die Weiterentwicklung zugesteht als der Konkurrenz an der Spitze. Mehr dazu verrät er im exklusiven Video-Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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