Andreas Seidl: WM-Rang drei von Lando Norris "nicht unrealistisch"

Mit seinem vierten Platz von Silverstone hat sich Lando Norris wieder auf den dritten WM-Rang geschoben: Dass es so bleibt, will Teamchef Seidl nicht ausschließen

Andreas Seidl: WM-Rang drei von Lando Norris "nicht unrealistisch"

Mit Rang vier in Silverstone hat Lando Norris eine beeindruckende Serie ausgebaut. Nicht nur ist der Brite der erste McLaren-Pilot der Geschichte, der in 15 Rennen in Folge in die Punkteränge gefahren ist, mit Ausnahme von Spanien landete Norris in allen zehn Saisonrennen auch immer unter den Top 5.

Der Lohn ist eine sensationelle WM-Platzierung: Aktuell liegt Norris mit 113 Punkten hinter den beiden WM-Rivalen Max Verstappen und Lewis Hamilton auf Rang drei. Damit liegt er auch vor den anderen beiden Mercedes- und Red-Bull-Piloten Valtteri Bottas (108) und Sergio Perez (104).

Natürlich wäre es ein enormer Erfolg, wenn Norris diese Platzierung halten könnte, doch ob das auch machbar ist, da hat McLaren-Teamchef Andreas Seidl noch so seine Zweifel. Er weiß: Mercedes und Red Bull haben ein besseres Auto als McLaren. "Und Valtteri und Checo haben in diesem Jahr und auch in der Vergangenheit einige großartige Rennen gezeigt."

Was nach zehn Rennen ist, kann auch nach 23 sein

"Es liegt also an den starken Leistungen von Lando zusammen mit dem Team und dem konkurrenzfähigen Auto, das wir in diesem Jahr haben", lobt der Deutsche. Dass Norris auch am Saisonende auf Rang drei in der Fahrer-WM liegt, will er zumindest nicht ausschließen: "Wir haben es geschafft, nach zehn Rennen auf Platz drei zu sein, also ist es nicht unrealistisch, dort zu bleiben."

Doch dafür braucht der Brite, der schon drei Podestplätze in diesem Jahr einfahren konnte, eine genauso starke zweite Saisonhälfte. Und: "Wir müssen auch ehrlich sein, das eine oder andere Mal muss auf Seiten von Red Bull oder Mercedes etwas schiefgehen", so Seidl. "Denn wir sind rein von der Leistung her noch nicht in der Lage, sie zu schlagen."

Für Bottas und Perez verläuft die Saison bislang noch nicht optimal: Zwar konnte Perez in Baku schon einen Saisonsieg feiern, allerdings kam er im Jahresverlauf nur ein weiteres Mal auf das Podest. Bottas hat als einziger Pilot der beiden Spitzenteams noch nicht gewonnen und schon drei Nullnummern auf dem Konto.

Deutlicher Aufwärtstrend

Seidl weiß aber auch, dass er nicht nur die beiden Piloten der Spitzenteams im Blick haben muss, sondern auch Ferrari. Nicht nur, dass Charles Leclerc und Carlos Sainz McLaren Punkte wegnehmen könnten, wie Leclercs zweiter Platz in Silverstone gezeigt hat, mit 80 Punkten liegt der Monegasse auch nicht megaweit in der WM von Norris entfernt.

Schon jetzt steht fest, dass Norris deutlich besser dasteht als in den beiden Jahren zuvor. Seine Punkteausbeuten von 2019 (49 Punkte) und 2020 (97 Punkte) hat er längst geknackt, und auch für McLaren selbst ging es in den vergangenen Jahren bergauf. Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie viele Punkte McLaren in den vergangenen Jahren nach zehn Rennen hatte.

2015: 17 Punkte

2016: 32 Punkte

2017: 2 Punkte

2018: 48 Punkte

2019: 60 Punkte

2020: 106 Punkte

2021: 163 Punkte

McLaren will langfristig mehr

Doch das reicht dem ehemaligen Erfolgsrennstall nicht: "Natürlich wachen wir morgens auf, weil wir auch am Sonntag Rennen gewinnen wollen", betont Seidl. Das ist aber im Moment noch nicht möglich, was auch an McLarens eigener Leistung liegt, wie er sagt.

"Also werden wir versuchen, bessere Rennen zu fahren, was die Strategie oder die Leistung des Autos angeht, oder uns mehr aus Schwierigkeiten herauszuhalten als die anderen. Oder ab und zu auch durch Glück. All das zusammen hat uns in die Position gebracht, in der wir uns im Moment befinden", so der Deutsche.

 

Und darauf möchte man aufbauen und für den weiteren Jahresverlauf versuchen, "unseren Konkurrenten jedes Mal eine harte Zeit zu bereiten, wenn wir eine andere Strecke erreichen."

Und dann kann man am Ende schauen, zu welcher Platzierung es reicht.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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